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Akrobaten aus dem Reich der Mitte in Leipzig

Chinesischer Staatscircus Akrobaten aus dem Reich der Mitte in Leipzig

„Es ist nicht langweilig. Es läuft kein Pferd eine halbe Stunde im Kreis rum.“ Mit diesen knappen Worten bringt Ronald Feenstra, Geschäftsführer des Chinesischen Staatscircus das Programm „New Generations“ auf den Punkt.

Der chinesische Staatscircus kommt nach Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Es ist nicht langweilig. Es läuft kein Pferd eine halbe Stunde im Kreis rum.“ Mit diesen knappen Worten bringt Ronald Feenstra, Geschäftsführer des Chinesischen Staatscircus das Programm „New Generations“ auf den Punkt.

„Der Zuschauer ist die ganze Zeit nah dran. Er darf sogar mitmachen, wenn er möchte und mit Tellern und Tassen schmeißen.“ In der Aufführung kann man sich auf lustige Clowns, spektakuläre Akrobatik und Jonglierkünste freuen.

Das Zirkuszelt vor dem Paunsdorf-Center ist zwar nicht besonders groß, aber das soll es auch gar nicht, wie Feenstra erklärt. „Wir wollen, dass das Publikum nah dran ist und sich von der Dynamik mitreißen lässt.“

Das Bühnenprogramm wird von 14 jungen Akrobaten zwischen 17 und 24 Jahren präsentiert – viele von ihnen kamen frisch von der Zirkusschule in die Show. „Als wir das letzte Mal hier in Leipzig waren, waren die meisten von ihnen also noch gar nicht geboren“, lacht Feenstra.

Dass die Artisten trotz ihres jungen Alters genau wissen, wie sie die Erdanziehungskraft austricksen können, zeigten sie gestern bei einer kleinen Kostprobe im Paunsdorf-Center. Alle Schausteller stammen aus der Provinz Guangxi in China und sind mit dem Programm bereits seit einiger Zeit auf Tournee. „Wir waren nicht nur in Europa unterwegs, sondern auch in Südamerika, auch dort waren die Menschen begeistert von den Auftritten.“

Die chinesische Zirkuskultur hat eine etwa 2000 Jahre alte Tradition und ist zurückzuführen auf das Streben nach Einheit von Körper und Geist – dafür ist die Akrobatik ein perfektes Ausdrucksmittel. „Die Menschen wollten sich selber verausgaben, um die Götter gutzustimmen. Für eine reiche Ernte, gegen Krankheiten und andere Katastrophen“, erklärt der Geschäftsführer. „Jede Stadtverwaltung, Fabriken oder Militär, die etwas auf sich hielten, hatte eine eigene Akrobatengruppe.“ Ein weiterer Ursprung sind kriegerische Auseinandersetzungen. Als Vorhut schickten Feldherrn eine Gruppe von Akrobaten, die mit Sprüngen, Salti oder menschlichen Pyramiden den Gegner einschüchtern sollten. Der dritte Baustein der chinesischen Zirkustradition ist das Teehaus. In China von je her ein Ort der Unterhaltung und Begegnung. Daher die Verwendung von alltäglichen Gegenständen, wie Tassen, als Requisite.

Die Kulturrevolution in China konnte der Zirkuskunst glücklicherweise nichts anhaben. „Die damalige Regierung hat erkannt, dass das Volk Brot und Spiele braucht, daher hat man den Zirkus erhalten“, weiß Roland Feenstra.

Im Unterschied zur europäischen Zirkuskultur etwa, sind es nicht Familien, die einen Zirkus bilden, sondern man besucht Akrobatenschulen. „Wenn man dann richtig gut ist und sich bei Auditions durchsetzten kann, geht man auf Tournee und darf den Namen Chinesischer Staatscircus tragen.“

Der Chinesische Staatscircus gastiert vom 22. Oktober bis zum 22. November im Zirkuszelt am Paunsdorf-Center.

Karten gibt es ab 27 Euro im Internet oder im Paunsdorf-Center. An der Abendkasse kosten die Karten 32 Euro. Kinder bis 14 Jahre erhalten eine Ermäßigung.

Von Tatjana Kulpa

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