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Lokales Akten über Ufos: Was wollte der Leipziger Robert Fleischer von Martin Schulz wissen?
Leipzig Lokales Akten über Ufos: Was wollte der Leipziger Robert Fleischer von Martin Schulz wissen?
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12:00 17.08.2017
Der 39-jährige Robert Fleischer sprach mit LVZ.de über seine Frage zur Veröffentlichung von deutschen Ufo-Akten an Martin Schulz.   Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig/Berlin

 Zur Bundesleserkonferenz in Berlin fragte Robert Fleischer SPD-Chef Martin Schulz, ob er deutsche Ufo-Akten veröffentlichen würde. Schulz versicherte im Falle einer Kanzlerschaft, die Existenz solcher Akten und die Veröffentlichung zu prüfen. Gegenüber LVZ.de erklärt der Leipziger nun, weswegen er seine Frage komplett ernst meint, spricht über seine selbst ernannte Bürgerbewegung und über angeblich gezielte staatliche Desinformation.

Warum stellte Robert Fleischer seine Ufo-Frage?

„Ich weiß, dass es viel wichtigere Probleme gibt als Ufos“, sagt Robert Fleischer. Wenn es sich aber herausstelle, „dass hinter einigen Ufo-Sichtungen tatsächlich eine Intelligenz steckt – und die Erkenntnisse dafür werden jeden Tag mehr – dann könnte es die wichtigste Frage der Menschheit werden“, ist sich der 39-jährige Leipziger sicher. „Die Menschheit könnte dann beginnen, sich als Gesamtheit zu verstehen und sich nicht mehr untereinander zu bekämpfen.“

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Weltweit glaubten Menschen bereits Ufos gesehen zu haben. In den meisten Fällen konnten die Sichtungen wissenschaftlich erklärt werden, doch einige blieben einer Auflösung schuldig. Eine kleine Auswahl sehen Sie in der Bilderstrecke.

Hintergrund: Das Ufo-Phänomen (unidentifiziertes Flugobjekt) bezeichnet etwas, das selbst nach eingehender Prüfung durch zivile und militärische Wissenschaftler keinerlei konventionellen Erklärung zugeordnet werden kann.

Die Tatsache, dass seine Frage wochenlang die meisten Leserstimmen bei der Fragen-Vorauswahl auf bundesleserkonferenz.de erhielt, zeige Fleischer, dass es ein relevantes Thema ist. Dass die anwesenden Gäste in der Runde mit Schulz auf seine Frage mit Spott reagierten, rühre „vom stiefmütterlichen Verhältnis der Deutschen zur Informationsfreiheit“, vermutet Fleischer.

Martin Schulz habe sich mit der Antwort, die Existenz und Veröffentlichung von Ufo-Akten im Falle einer Kanzlerschaft prüfen zu wollen, dagegen sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Seine „Antwort ist ein Novum in der deutschen Politik. Ich bin Herrn Schulz sehr dankbar dafür.“

Selbst ernannter Fachjournalist für Ufos

„Ich habe mich schon immer für das große Ganze interessiert“, sagt Fleischer. Der 39-Jährige wurde in Chemnitz geboren. Er begann im Alter von 16 Jahren journalistisch zu arbeiten: absolvierte Praktika und hospitierte bei Tageszeitungen und Fernsehsendern, arbeitete später für den MDR. Zwischendurch studierte Fleischer im französischen Orléans und in Leipzig Dolmetscher.

Dann wurde das Interesse für das große Ganze stärker: 2007 gründete Fleischer „Exopolitik Deutschland“, eine selbst ernannte Bürgerbewegung, die sich Gedanken über das Zusammenleben mit Außerirdischen und ais ihrer Sicht ignorierten Hinweisen auf eine außerirdische Präsenz auf der Erde macht. „Mir ist aber später klar geworden, dass ich gar nicht so ein großer Bürgerbeweger bin“, resümiert Fleischer.

Vielmehr habe er sich ab der Gründung hauptberuflich über Akten gebeugt und mit Militär- und Zivilzeugen sowie Forschern unterhalten. Fleischer selbst sei kein Ufo-Forscher und auch kein Alien-Lobbyist, wie ihn eine Tageszeitung einmal beschrieb. Darauf legt der Leipziger großen Wert. Fleischer sieht sich selbst als Fachjournalist für Ufos.

Geheimhaltung fordere Entwicklung von Verschwörungstheorien heraus

Um seine Plattform zu finanzieren, habe er zuerst nebenbei als Dolmetscher und freier Journalist gearbeitet. Fleischer habe dann festgestellt: „Ich muss das kommerzialisieren – ich muss damit Geld verdienen.“ Seither gibt es ein Magazin mit Abonnentensystem. Fleischer: „Exomagazin soll nichts beweisen, sondern mit Informationen aufklären.“ Leben kann er davon aber noch nicht: Der Leipziger muss weiterhin nebenberuflich als freier Journalist und Moderator arbeiten

„Ich bin nicht hinter Aliens her, sondern will herausfinden, was die Deutschen über Ufos wissen und was sie bisher registriert haben.“ Insgesamt 21 Länder haben sich nach Fleischers aktuellem Kenntnisstand mit Ufos beschäftigt und ihre vormals geheimen Akten veröffentlicht. In Frankreich etwa gebe es eine staatliche Einrichtung zur Untersuchung des Ufo-Phänomens, sagt er. Zur Erklärung: Die „GEIPAN“ (französisch für Studiengruppe für Informationen über nicht identifizierte Luft- und Raumfahrtphänomene„) ist eine Abteilung des nationalen Zentrums für Raumfahrtstudien (CNES). Aus diesen Gründen könne sich der Leipziger nicht vorstellen, dass die deutsche Regierung keine Ufo-Akten angelegt habe.

„Das Ufo-Phänomen ist real“

Er habe 10 Jahre hauptberufliche Beschäftigung mit dem Thema benötigt, um durchzublicken, was er glauben kann und was nicht. „90 bis 95 Prozent aller Ufo-Sichtungen gehen auf ganz konventionelle Erklärungen zurück“, sagt Fleischer. „Aber da bleiben eben noch fünf Prozent.“

Um diese Fälle zu erklären, nimmt der 39-Jährige immer wieder Einsicht in bereits veröffentlichte Akten. „Es gibt Berichte, die sind bombenfest“, sagt Fleischer. „Das Ufo-Phänomen ist real! Die Frage ist nur, wer oder was dahinter steckt.“ So habe er beispielsweise Einblick in eine Ufo-Akte des Bundesnachrichtendienstes (BND), die eigentlich bis ins Jahr 2021 gesperrt ist, beantragt und erhalten. In der Akte mit dem Titel „DDR Grenzsperranlagen an der IDG – UFO“ soll zu lesen stehen, dass im August 1986 drei Beamte im Nachtdienst der Grenzschutzstelle Puttgarden, ein unbekanntes Flugobjekt in der Luft schweben gesehen haben. Später in der Akte tauche der Vermerk „Bitte einen Ufo-Vorgang anlegen!“ auf. Bei tieferer Durchsicht werde aber klar, dass nicht diese BND-Akte damit gemeint ist. Fleischer: „Jetzt ist die Frage, was ist dieser Ufo-Vorgang?“ Doch dafür gebe es keine weiteren Aufzeichnungen.

Fleischer ärgert, dass nicht einmal die Existenz des Ufo-Phänomens in Deutschland offiziell eingeräumt wird, „wenn es doch ringsum alle Länder auf dem Schirm haben.“ Die Regierung fordere damit das Entstehen von Verschwörungstheorien geradezu heraus, glaubt er.

Von Mathias Schönknecht

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