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Lokales Aktion „Helft Ronny!“ rettet Kater aus Leipzig-Lindenau das Leben
Leipzig Lokales Aktion „Helft Ronny!“ rettet Kater aus Leipzig-Lindenau das Leben
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22:55 20.06.2016
Der Kater Ronny ist gerettet! Quelle: Martin Waage
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Leipzig

„Bitte helft Ronny!“ Unter dieser Überschrift hat eine Studenten-WG aus Lindenau schier Unglaubliches zustande gebracht. „Wir sind allen Unterstützern unendlich dankbar“, sagt Martin Waage. Dem 24-Jährigen blieb fast das Herz stehen, als sein kleiner Kater Ronny beim Spielen aus einem geöffneten Fenster fiel.

Letzte Woche war das. „Ronny hat sich dabei zahlreiche Rippen gebrochen, innere Verletzungen auch an der Lunge davon getragen und das Schlimmste – sein Becken hat einige Risse durch den Aufprall bekommen“, berichtete die Wohngemeinschaft kurz darauf auf einer Spendensammel-Internetplattform des Leipziger Anbieters Vision Bakery. „Aber er wird operiert und kommt wieder auf die Beine. Die ganze WG und seine Freunde haben etwas Geld dazu beigesteuert, aber es reicht leider nicht. Wir benötigen für Ronnys Becken-OP etwa 1500 Euro. Danach muss er noch einige Zeit gepflegt werden. Es standen nur zwei Wege zur Wahl, entweder einschläfern oder operieren. Und kein Tier der Welt hat es verdient, einfach eingeschläfert zu werden, nur weil es das Budget übersteigt.“

Für den Kater Ronny kam in nur 24 Stunden die benötigte Summe für seine OP zusammen. Quelle: Martin Waage

Selbstkitisch hieß es auf der Internetseite weiter: „Ja, Ronnys Herrchen hat Mist gebaut, aber dennoch liebt er ihn. Und wenn ihr euch die Bilder anschaut, werdet ihr schnell merken, wie liebevoll dieser Kater ist und dass er eine zweite Chance verdient hat.“ Martin selbst ärgerte sich obendrein, weil er sich nie Gedanken über eine Tierkrankenschutz-Versicherung gemacht hatte. „Den OP-Schutz gibt es oft schon für wenig Geld.“

Dabei hatten er und eine Arbeitskollegin dem einjährigen Ronny und dessen Geschwistern einst selbst das Leben gerettet. „Wir fanden sechs Katzenbabys am Kulkwitzer See. Die wild lebende Mutter war verschwunden. Und ein Bauer, der zunächst half, hätte kaum alle durchfüttern können. Also haben wir die Babys im Bekanntenkreis vermittelt – außer Ronny, der war von Anfang an mein Schützling.“

Schnell wurde der kleine Kater zum Liebling, nicht nur der Lindenauer Wohngemeinschaft: „Schon jetzt hat er zahlreiche Herzen repariert, Menschen zum Lachen gebracht und ganz viel Liebe verbreitet. Er nimmt sofort jeden in sein Rudel auf und bespaßt ihn. Unsere Tierheimkatze Paula ist zwar zehn Jahre älter, dennoch hat sie ihn angenommen und ihm zahlreiche Macken ausgetrieben. So hat er sehr gerne Haare angefressen, obwohl das recht unangenehm am Kopf ist. Bis heute ist er ein bisschen tollpatschig. Er läuft häufiger gegen eine Wand, erschrickt vor Vögeln auf dem Balkon. Er pullert immer gegen die Wand im Katzenklo und macht sie anschließend sauber, anstatt gleich ins Streu zu machen.“

Schon als Baby kam der Kater Ronny in die Lindenauer WG. Quelle: Martin Waage

Ronnys Schicksal rührte so viele Zweibeiner, dass in nur 24 Stunden die nötigen 1500 Euro zusammenkamen. „Am Freitagmorgen konnten wir der Veterinärmedizinischen Klinik der Uni, wo Ronny seit dem Unfall in Behandlung ist, grünes Licht für alle weiteren Eingriffe geben. Inzwischen hat der kleine Mann das Schlimmste überstanden“, strahlt Martin.

Da zum Prinzip bei Vision Bakery gehört, dass alle Geldgeber eine Gegenleistung erhalten, werden nun bald Fanpost-Karten von Ronny sowie „Fotos mit Pfotensignatur und einem fetten Dankeschön von ihm“ verschickt. Sobald der Patient aus dem Krankenhaus kommt und sich erholt hat, soll es auch „individualisierte Videobotschaften“ von ihm geben.

Bis gestern hatten 96 Unterstützer insgesamt 1955,50 Euro überwiesen – dabei dauert die Aktion noch zehn Tage! „Die OP lief gut, aber der Lungenriss muss noch beobachtet werden“, sagte Martin am Nachmittag. „Wenn von dem Geld etwas übrig bleibt, spenden wir es selbstverständlich für andere Tiere in Not.“

Die Aktion auf Visionbakery finden Sie unter www.visionbakery.com/Save-ronny.

von Jens Rometsch

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