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Lokales Aktionsbündnis ruft zu Protest gegen Compact-Konferenz in Leipzig auf
Leipzig Lokales Aktionsbündnis ruft zu Protest gegen Compact-Konferenz in Leipzig auf
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18:42 27.10.2017
2013 protestieren rund 400 Menschen gegen die Compact-Konferenz in Schkeuditz bei Leipzig.  Quelle: dpa
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Leipzig

 Ende November soll ein noch geheimer Ort in der Messestadt zur Bühne für Rechtspopulisten werden. Das ist zumindest der Plan des Compact-Magazins, das in der Messestadt die sogenannte „6. Konferenz für Souveränität“ veranstaltet und auf seiner Webseite ankündigt. Der genaue Ort ist zumindest öffentlich noch nicht bekannt. Klar ist dagegen: Als Gäste setzt Compact-Chefredakteur Jürgen Elsässer auf bekannte Rechtspopulisten. Laut Ablaufplan sollen unter anderem Pegida-Gründer Lutz Bachmann und der Österreicher Martin Sellner von der rechtsextremen Identitären Bewegung die „nächsten Aufgaben der außerparlamentarischen Bewegung“ diskutieren. Auch Thüringens AfD-Fraktionsvorsitzender Björn Höcke, der dem national-konservativem Flügel der Partei zugerechnet wird, ist für die Veranstaltung am 25. November angekündigt.

„Das ist die Vernetzung aller Akteure im rechten Spektrum, die zurzeit in der Bundesrepublik aktiv sind“, sagt Irena Rudolph-Kokot über die Konferenz. Rudolph-Kokot ist Sprecherin des Aktionsbündnis „No Compact“, das sich gegen das Treffen wendet. Überdies ist sie in der SPD aktiv. Mitglied bei dem Bündnis sind unter anderem das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“, das Werk 2, Linken-Bundestagsmitglied Sören Pellmann, Grünen-Landesvorstandssprecher Jürgen Kasek und der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König. Entstanden ist das Bündnis schon 2013, auch damals lud das Magazin Compact zu einer Konferenz im Leipziger Raum. Und auch damals formierte sich Protest. Rund 400 Menschen demonstrierten 2013 gegen das Treffen im Globana Trade Center in Schkeuditz.

Rätsel um Veranstaltungsort

Wie der Protest gegen die Konferenz diesmal aussehen wird, ist noch unklar. Derzeit ist der Veranstaltungsort zumindest öffentlich noch nicht bekannt, laut Rudolph-Kokot erfahren auch die angemeldeten Teilnehmer den Ort erst 24 Stunden vor Beginn. Der Veranstalter will damit wohl die erwarteten Gegenproteste erschweren, meint Rudolph-Kokot: „Dadurch können wir natürlich weder etwas Konkretes organisieren, noch die Vermieter des Veranstaltungsortes darauf hinweisen, wer da bei ihnen auftritt.“ Zumindest deute derzeit alles darauf hin, dass die Konferenz diesmal in Leipzig stattfindet. Den Teilnehmern sei angeraten worden, sich ein Hotel in der Innenstadt zu nehmen. Das kann auch ein Ablenkungsmanöver sein. Trotzdem kündigt Rudolph-Kokot an: „Es wird vermutlich eine zentrale Aktion geben.“

Bachmann, Höcke und Sellner: Ablauplan der Compact-Konferenz in Leipzig. Quelle: Screenshot

Auch das Leipziger Ordnungsamt weiß derzeit noch nichts über die Compact-Konferenz. Demonstrationen oder sonstige Veranstaltungen mit Bezug zu dem Treffen sind nicht angemeldet. Beim Treffen in Schkeuditz löste die Polizei damals eine Blockade vor dem Eingang auf.

Jutta Ditfurth im Werk II

Bis Ende November hat das Aktionsbündnis mehrere Infoveranstaltungen geplant, die über das Magazin Compact aufklären sollen. Am 23. November etwa kommt die politische Autorin Jutta Ditfurth ins Werk II und spricht über „Querfrontstrategien und Antisemitismus“.

Mit dem Begriff Querfront werden Bestrebungen bezeichnet, radikale rechte und linke Strömungen zu vereinen. Diesem bei den sogenannten neuen rechten Bewegungen populäre Denkansatz wird auch Compact-Chefredakteur Jürgen Elsässer zugerechnet. Elsässer war früher unter anderem bei linken Zeitschriften aktiv, 2010 gründete er das in Leipzig ansässige Magazin Compact. Laut Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit erreichte das Blatt im Jahr 2016 eine Auflage von rund 80.000 Exemplaren.

Chefredakteur Elsässer trat unter anderem bei Legida als Redner auf und pflegt anscheinend gute Beziehungen zu AfD-Mitgliedern. Das Aktionsbündnis „No Compact“ bezeichnet die eingeladenen Referenten als „völkische Ideologen“. Neben der öffentlichen Aufmerksamkeit ist die Konferenz vermutlich auch ein lohnendes Geschäft für Compact: Normalzahler müssen für die vier Stunden dauernde Konferenz immerhin 40 Euro hinlegen. Laut der Zeit kamen bei vergangenen Konferenzen immerhin bis zu 1000 Teilnehmer.

Von luc

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