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Lokales Alle Bahnen besetzt: Leipzigs Schwimmhallen haben keine Extra-Kapazitäten für Berufstätige
Leipzig Lokales Alle Bahnen besetzt: Leipzigs Schwimmhallen haben keine Extra-Kapazitäten für Berufstätige
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15:10 03.12.2014
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Leipzig

Neben erhöhten Personalkosten hätten mehr freie Schwimmmöglichkeiten vor 8 Uhr und nach 17 Uhr vor allem erhebliche Einbußen beim Schul- und Vereinssport zur Folge, heißt es in einer Stellungnahme. Alternativ will die SBL aber durch Baumaßnahmen Abhilfe schaffen. Im Januar muss die Ratsversammlung aber noch über den Antrag der Liberalen abstimmen.

Nach Rechnung der FDP habe derzeit eine Mehrheit der bestehenden Schwimmmöglichkeiten unter der Woche lediglich zehn Stunden in „arbeitnehmerfreundlichen Zeiten“ geöffnet. Damit würden vor allem Leipziger verprellt, die Vollzeit arbeiten gehen, so die Liberalen. „Das ist für mich auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wer mit seiner Arbeit dieses städtische Angebot finanziert, sollte auch eine Chance haben, es zu nutzen“, erklärte Stadträtin Isabel Siebert im Oktober. Siebert hoffte, dass ein paar Bahnen mehr für normale Besucher durch guten Willen des Betreibers möglich wären.

Der schüttelt nun aber vehement den Kopf und verweist auf die anderen Nutzer. Bei zusätzlichen Kapazitäten für ungebundene Gäste vor 9 Uhr würden pro Woche etwa 136 Stunden Schulschwimmunterricht fehlen. Gut 1000 Leipziger Schüler müssten dann darauf verzichten oder zu anderen Tageszeiten üben. Mehr freie Bahnen nach 17 Uhr würden Leipzigs Vereine treffen. Die geschätzt 6000 Mitglieder verlören pro Woche 145 Trainingsstunden, so die SBL. „Wettkämpfe könnten dann nur noch in sehr begrenztem Umfang stattfinden“, heißt es im Papier.

Mehr Personal erforderlich – verstärkte Mischnutzung unmöglich

Nutzungsverteilung der acht Leipziger Schwimmhallen in Verantwortung der Sportbäder GmbH. Quelle: Leipziger Sportbäder GmbH

Zudem würden die Ideen der FDP deutlich mehr Personal erfordern und somit höhere Betriebskosten verursachen. Beim Schul- und Vereinssport in den Becken obliege die Aufsicht den Sportlehrern und Trainern. „Die SBL stellt in dieser Zeit in den Schwimmhallen lediglich einen einzigen Mitarbeiter für die Betriebsaufsicht“, heißt es. Sollten die Nutzungszeiten für öffentliches Baden erweitert werden, müssten acht zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Ein Anstieg der Nutzungszahlen sei dabei nicht zu erwarten. „Vielmehr ist anzunehmen, dass sich die bereits gebundenen Badegäste stärker auf die verlängerten Öffnungszeiten verteilen“, so der Betreiber.

Auch eine verstärkte Mischnutzung von Schülern, Vereinssportlern und freien Badegäste hält die SBL für unmöglich. Sechs der acht Schwimmhallen seien vom Bautyp her für Mischnutzung ungeeignet. „Gerade beim Schulschwimmen und beim ‚Kindertraining’ könnte die Sicherheit nicht gewährleistet werden.“ Entsprechende Erfahrungen wurden zwischen 2004 und 2007 bereits in der „Grünauer Welle“ gesammelt. „Hier gab es erhebliche Probleme zwischen den öffentlichen Badegästen und den Vereinsnutzern“, berichtet der Hallenbetreiber.

Blick in die Schwimmhalle Leipzig Nord. (Archivfoto) Quelle: Dirk Knofe

Angesichts des fortwährenden Anstiegs der Nutzerzahlen in den vergangenen Jahren, sei es auch „nicht zielführend einzelne Nutzergruppen gegeneinander auszuspielen. Es sind vielmehr andere Wege zu suchen, um allen Schwimmhallennutzern gerecht zu werden“, plädierte die Sportbäder Leipzig GmbH in Richtung FDP-Fraktion. Die SBL plane derzeit beispielsweise die Erweitung der Schwimmhalle Mitte. Bis 2017 soll hier ein Anbau mit Flachwasserbecken entstehen. Längerfristig sei zudem der Neubau einer Schwimmhalle in Leipzig nötig. Bis 2020 will der Betreiber das Projekt auf den Weg gebracht haben.

Die Sportbäder Leipzig GmbH ist ein Tochterunternehmen der Kommunalen Wasserwerke (KWL). Zur Verantwortung der SBL gehören die Schwimmhallen Mitte, Nord, Süd, Südost, Nordost und West sowie das Sportbad an der Elster und das Freizeitbad „Grünauer Welle“. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen fünf Freibäder in der Messestadt.

Internet: www.sportbaeder-leipzig.de

Matthias Puppe

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