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Lokales Allheilmittel Umweltzone? - Ein Experte über Wirksamkeit und bisherige Erfahrungen
Leipzig Lokales Allheilmittel Umweltzone? - Ein Experte über Wirksamkeit und bisherige Erfahrungen
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14:48 27.02.2011
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Leipzig

Über die Wirksamkeit und bisherige Erfahrungen sprach dpa mit dem Experten für Luftreinhaltung des Umweltbundesamtes (UBA), Hans-Joachim Hummel.

Rund 40 deutsche Städte weisen mittlerweile Umweltzonen aus, um die „Stinker“ von den Straßen zu verbannen. Wie beurteilt das UBA nach den inzwischen vorliegenden Erfahrungen die Wirksamkeit?

Hummel: „Das UBA hält Umweltzonen für sinnvolle Maßnahmen, die Qualität der Luft in den Innenstädten zu verbessern. Allerdings sollten auch wirklich nur Autos mit der grünen Plakette einfahren dürfen. Das wird sich aus Gründen der Verhältnismäßigkeit nicht komplett durchsetzen lassen. Je mehr Ausnahmen es aber gibt, desto geringer wird der Effekt sein. Kritiker nehmen das umgekehrt dann wieder zum Anlass, am Sinn der Umweltzonen zu zweifeln.“

Welche Effekte können real mit Hilfe von Umweltzonen erreicht werden?

Hummel: „Es liegen nur positive Erfahrungen vor. Die Effekte sind deutlich nachweisbar. In Berlin beispielsweise ging die Feinstaubbelastung deutlich zurück, in Köln die Belastung mit Stickstoffdioxid. Es steht den Kommunen frei, einen anderen Weg zu wählen, um die geltenden EU-Grenzwerte einzuhalten. Fakt ist aber, in den Innenstädten ist der Verkehr Luftverschmutzer Nummer eins. Und deshalb ist die Umweltzone zwar eine von vielen, aber eine von den effizienten Maßnahmen. Es ist nicht so, dass schlagartig eine Verbesserung spürbar wird, es braucht schon Zeit, gerade wenn die Umweltzone schrittweise eingeführt wird. Wägt man die Interessen der Autofahrer gegen die der Bewohner ab, muss man ganz klar sagen: Die Bewohner von Innenstädten haben ein Recht auf saubere Luft.“

Wie steht Deutschland denn international da?

Hummel: „Deutschland steht bezüglich Feinstaub gut da. Alle von der Bundesrepublik eingereichten Maßnahmen wurden von der EU akzeptiert. Die höchstbelastete Stelle liegt im Vergleich mit den anderen Messstationen erst auf etwa Platz 50. Problematischer sieht es bei Stickstoffdioxid aus, weil bei uns eben die Verkehrsbelastung sehr hoch ist und die Fahrzeugtechnik noch nicht ausgeschöpft ist. Hier gibt es noch viel zu tun.“

dpa

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