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Lokales Alpenhaus in dritter Generation
Leipzig Lokales Alpenhaus in dritter Generation
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23:59 18.12.2013
Die Familie von René Kirchner verkauft schon in dritter Generation auf dem Weihnachtsmarkt typische Leckereien. Quelle: André Kempner

Seit 1993 ist René Kirchner Besitzer - in dritter Generation.

"Mein Opa hat die Hütte damals gekauft", erzählt René Kirchner, "und sie wegen ihres Aussehens Alpenhaus genannt". Besonderes Interesse an den Alpen hätten aber weder der Großvater noch er selbst gehabt. "Ich war noch nie in den Alpen. Ich habe kein Interesse an Bergen und Schnee", sagt der 50-Jährige aus Klinga. Sein Alpenhaus aber ist seine Leidenschaft. Von 8 bis 22 Uhr steht der Schausteller zur Weihnachtszeit in der 15 Quadratmeter großen Hütte, die voll mit süßen Leckereien ist. "Ich habe es nie bereut, das Geschäft von meinem Vater übernommen zu haben", sagt Kirchner, "ich habe ja nie etwas anderes gemacht." Auch seinen Kindern geht es ähnlich: Die 24-jährige Tochter ist mit ihrem Mann rund um Hamburg mit Süßwaren unterwegs, und sein Sohn (14) hilft am Wochenende im Alpenhaus aus, seine Frau steht im Crêpe-Stand neben dem Alpenhaus. "Das vererbt sich immer", sagt Kirchner.

Aber das Geschäft war nicht immer so einfach wie heute. Sein Großvater habe die fünf Jahre vor der Wende mit dem Alpenhaus pausieren müssen. "Es war viel schwieriger, die Ware zu beschaffen. Er hat das Kontingent nicht bewilligt bekommen", erzählt der Schausteller. Der Name sei aber nie ein Problem gewesen, auch wenn die ungewöhnliche Optik der Hütte Aufsehen erregt habe. "Es war einmalig in seiner Aufmachung." Weil es damals weniger zu kaufen gab, sei der Weihnachtsmarkt für viele ein besonderes Highlight gewesen.

Bis heute kommen Stammgäste, die schon bei Kirchners Großvater gekauft haben, zur hölzernen Hütte, die auch in den Bergen stehen könnte. Es sei wichtig, dass trotz neuer Grundgerüste das Aussehen kaum verändert werde. Denn Kirchners Alpenhaus hat auch ein Leipziger Wahrzeichen auf dem Dach: den Kirchturm des Alten Rathauses. "Das ist eines unserer Besonderheiten", sagt der Schausteller. Die Hütte selbst ist aber erst ein Jahr alt. Für das Sommergeschäft wird sie umdekoriert. "Sie wird der Jahreszeit angepasst, genau wie unser Sortiment", so Kirchner. Dann ist die Familie Kirchner auf Jahrmärkten und Stadtfesten unterwegs. So wird sie mit ihrem Stand auch auf der Kleinmesse, den Markttagen und dem Weinfest vertreten sein. "Man muss bei der gestiegenen Konkurrenz schnell sein und das Sortiment ein bisschen verändern", sagt der erfahrene Schausteller.

Trotzdem haben viele der Leckereien bei Kirchners Tradition, etwa gebrannte Mandeln, bunt dekorierte Lebkuchenherzen und schokolierte Früchte. "Ab und zu muss ich auch mal etwas knabbern", sagt Kirchner, der den ganzen Tag zwischen all den Süßigkeiten steht, "zum Beispiel Schoko-Bananen." Am besten verkauft er am Nachmittag, wenn viele Schulklassen über den Weihnachtsmarkt bummeln. Wenn der Weihnachtsmarkt zu Ende geht, beginnt auch für Kirchner endlich die ruhige Weihnachtszeit. "Dann brauche ich bloß meinen Fernseher, die Couch und Ruhe."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.12.2013

Sofia Dreisbach

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