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Lokales Alte DDR-Konservenfabrik in Leipzig-Großzschocher wird abgerissen
Leipzig Lokales Alte DDR-Konservenfabrik in Leipzig-Großzschocher wird abgerissen
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07:00 04.03.2016
Die Konservenfabrik an der Brauereistraße (links) in Großzschocher wurde 2008 geschlossen. Nach Ostern sollen die Hallen nun abgerissen werden.  Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Im vergangenen Jahr konnte das aus Schweden stammende Unternehmen deutschlandweit mehr als 1600 Einfamilienhäuser und Wohnungen fertigstellen. Es war das bislang beste Ergebnis, erklärt Frank Schwennicke, Regionsleiter für Sachsen bei NCC. Auch das Leipziger Büro habe mit 65 Einheiten zu dem positiven Trend beigetragen. „Allerdings wollen wir unser Engagement noch deutlich erweitern. Zurzeit haben wir hier 250 Wohnungen im Geschossbau sowie 90 Häuser im Siedlungsbau in Planung.“

Eines der wichtigsten neuen Vorhaben betrifft die 2008 geschlossene Konservenfabrik in Großzschocher. 9140 Quadratmeter – das sind etwa zwei Drittel des Areals an der Brauereistraße 11 – konnte NCC von einem Privateigentümer abkaufen. In Abstimmung mit ihm sollen – beginnend nach Ostern – nun aber gleich sämtliche Hallen weggerissen werden. „Hinter der Blech-Fassade sind sie völlig ruiniert“, sagt Schwennicke dazu.

Gelände ehemals als Brauerei genutzt

Ursprünglich wurde auf dem Gelände mal ein angeblich sehr schmackhaftes Bier hergestellt. 1879 war die Gutsbrauerei aus dem Schloss von Großzschocher verlagert und durch Carl Liebscher an der Dieskaustraße neu errichtet worden. Im Jahr 1900 übernahm das Zepter dort die älteste Leipziger Stadtbrauerei – die 1469 gegründete Firma F.A. Ulrich aus der Windmühlenstraße. Sie richtete in Großzschocher ihre „Abteilung II für Flaschenbier“ ein. Die Etiketten auf den meisten Sorten zeigten einen lachenden Mönch.

Seit 2008 ist die Konservenfabrik in Großzschocher geschlossen. Quelle: André Kempner

Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg folgte ein Umbau zur Konservenfabrik „Vetter & Co“. 1972 wurde diese in der DDR zum VEB Obst- und Gemüseverarbeitung Leipzig (Ogeva) verstaatlicht. Nach der Wende verkaufte die Treuhand den Betrieb an eine Firma aus Nürnberg, die 2008 zugrunde ging. Zuvor gab es immer wieder Beschwerden von Anwohnern über Abgase und Lkw-Lärm.

Ab August will NCC auf dem Areal 38 Reihenhäuser bauen. „Es wird alles neu gemacht, auch die Erschließungsstraßen ab der Brauereistraße“, sagt der Regionsleiter. Die Gittertore im hinteren Bereich würden für eine zusätzliche Wegeverbindung geöffnet. In Richtung des Lidl-Marktes an der Dieskaustraße soll eine begrünte Lärmschutzwand entstehen. Investitionsvolumen: 11,5 Millionen Euro.

Der große Vorzug dieser Lage sei die Nähe zum Auenwald. „Mit dem Fahrrad kommt man von hier in ein paar Minuten immer nur durchs Grüne bis in die City oder zum Cospudener See.“ Nach langem Dornröschenschlaf seien an den historischen Häusern in der Dieskausstraße zunehmend wieder Baugerüste zu sehen.

Lückenschluss in der Pfaffendorfer Straße

Beim Geschosswohnungsbau werde NCC 2016 erstmals in Leipzig zeigen, dass dieser Bereich eigentlich das Kerngeschäft der Schweden bestimmt. So soll im Sommer die Vermarktung zweier Häuser starten, welche die letzten Baulücken in der Pfaffendorfer und in der Lortzingstraße schließen. 61 Eigentumswohnungen samt Tiefgarage sind dort bei Investitionen von 20 Millionen Euro vorgesehen.

An der Hedwig-Burgheim-Straße in Gohlis (neben dem neuen Altenpflegeheim) steht für die Leipziger Niederlassung ebenfalls eine Premiere an. In zwei Sechsgeschossern errichtet sie 42 Mietwohnungen, die – erstmals – ein langfristig orientierter Investor als Paket erwirbt.

Noch für dieses Jahr hofft Schwennicke zudem auf die Baugenehmigung für die ersten 70 Wohnungen an der Bremer Straße – auf einer 14 Hektar großen Brache, von der NCC 2,5 Hektar gehören. „Gemeinsam mit der Stadt veranstalten wir da zunächst ein Verfahren mit mehreren Planungsbüros, um eine gute städtebauliche Struktur für die ganze Fläche mit ihren verschiedenen Eigentümern zu finden.“ Gleich im Anschluss könne der erste Bauabschnitt in Gohlis-Nord beginnen, für den 20 Millionen Euro kalkuliert sind.

Von Jens Rometsch

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