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Lokales Alte Kaserne in Möckern wird zum Energiewunder
Leipzig Lokales Alte Kaserne in Möckern wird zum Energiewunder
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19:24 24.08.2018
Die ersten historischen Klinkerbauten in der früheren Kaserne an der Olbrichtstraße sind bezogen (oben links im Bild). Nun kommt unter anderem eine alte Reithalle in der Nachbarschaft an die Reihe.. Quelle: Frank Schütze
Leipzig

Eine elfköpfige Delegation aus dem am dünnsten besiedelten Land der Erde hat soeben die König-Albert-Residenz in Möckern besucht. Die Ministeriumsmitarbeiter des Mongolischen Staates sowie privaten Bauunternehmer interessierten sich aus einem ganz bestimmten Grund für das 150-Millionen-Euro-Projekt, bei dem aus einer alten Reiterkaserne ein neues Wohnviertel entsteht.

Abbruchmaterial wird vor Ort wieder verwendet

Auf dem 4,5 Hektar großen Gelände im Süden der Olbrichtstraße griff seit dem ersten Spatenstich vor knapp drei Jahren ein besonderes Energiekonzept, erklärte Ricco Klein. „Zum Beispiel wird das abgetragene Material bisheriger Bestandsobjekte nicht auf der Halde entsorgt, sondern aufbereitet und später für den Straßen- und Wegebau vor Ort wieder eingesetzt“, sagte der Geschäftsführer des Investors – die Firmengruppe K&P aus Taucha. Natürlich blieben die zehn denkmalgeschützten Gebäude dabei nicht nur erhalten, vielmehr würden sie nach höchsten ökologischen Standards saniert.

Drei historische Klinkerbauten schon fertig

Der erste Bauabschnitt mit drei solchen Klinkerhäusern ist bereits seit Juli fertig, so K&P-Geschäftsführerin Christine Partschefeld. „Insgesamt 76 Wohnungen mit Flächen von 67 bis 150 Quadratmetern konnten wir an die neuen Eigentümer und Mieter übergeben.“ In ihrem Umfeld – direkt an der Olbrichtstraße – seien auch schon die Außenanlagen neu gestaltet.

Weiter geht es mit Tiefgarage und Reithalle

Nun laufe der zweite Bauabschnitt. In den letzten Wochen wurde eine riesige Grube für die Tiefgarage ausgehoben. Die Abwärme der künftig dort parkenden Fahrzeuge werde abgesaugt. Sie fließe in das Gesamtsystem zum Heizen und für Warmwasser ein. Kern des sogenannten Kaltwärmenetzes (bei kurzen Wegen reichen niedrigere Temperaturen) sind hocheffiziente Blockheizkraftwerke, die mit Erdgas, aber auch mit Bio- oder aus anderen erneuerbaren Energien erzeugtem Methangas betrieben werden können. Zugleich erzeugen sie genug Strom, um das ganze, von 1899 bis 1902 bebaute Kasernenareal zu versorgen. Wegen Rechtsvorschriften müsse der Strom aber ins allgemeine Netz eingespeist werden. Ansonsten versorge sich die künftige König-Albert-Residenz komplett energieautark – auch dank Solarthermie und sehr guter Dämmungen.

Insgesamt 350 Wohnungen geplant

Der Vorteil für die Nutzer der eines Tages 350 Wohnungen bestehe auch in stabil günstigen Nebenkosten, betonte Vertriebskoordinator Axel von Saldern. Im Zweiten Abschnitt würden insgesamt 61 Wohnungen in einer früheren Reithalle und in drei Neubauten geschaffen. „Die Fassaden gestalten Architekten nach historischem Vorbild. Alle Wohnungen sind schon vor dem Verkaufsstart reserviert.“

Berufsförderungswerk betreut Delegation

Die mongolische Delegation bleibt drei Wochen in Deutschland, um einen Wissensaustausch durchzuführen und Wirtschaftskontakte zu knüpfen. Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wird sie vom Berufsförderungswerk Bau Sachsen betreut. Die Mongolei zählt zu den wenigen stabilen Demokratien in Mittelasien und rohstoffreichsten Ländern der Welt.

Von Jens Rometsch

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