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Lokales Alte Messe: Fahrradhändler plant Umbau mit historischem Antlitz
Leipzig Lokales Alte Messe: Fahrradhändler plant Umbau mit historischem Antlitz
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16:03 21.05.2015
Blick auf die Messehalle 15, wie sie sich Stadtler als künftigen Fahrradgroßmarkt vorstellt. Quelle: Stadt Leipzig
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Leipzig.

Der künftige Fahrradgroßmarkt auf der Alten Messe in Leipzig nimmt konkrete Formen an. Die Stadtverwaltung hat die Pläne des bisher vor den Stadttoren residierenden Zweirad-Händlers Stadler im Internet publik gemacht. Mehr als 5600 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen demnach in der früheren Messehalle 15 entstehen, dazu kommen Lager, Büros, eine Teststrecke und ein Café. Das Unternehmen aus Regensburg will dem einstmals weltweit größten Messegebäude dieser Art auch sein historisches Antlitz zurückgeben. Im Gegenzug erhofft sich Stadler eine deutliche Umsatzsteigerung.

„Durch den geplanten Umbau wird der ursprüngliche Innenraum von 1928 wieder sichtbar und deutlich ablesbar“, heißt es aus dem Dezernat von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Die in den 1950er Jahren entstandenen An- und Kopfbauten sollen abgetragen werden, zwei kleine neue Gebäudeteile, die im Sinne der ursprünglichen Halle seien, sollen das Ensemble dafür schließen. Auch die nachträglich hinzugefügten Stützen will Stadler entfernen lassen, damit würde die 10.000 Quadratmeter große Deckenkonstruktion freigelegt. Zudem werde die Messehalle 15 durch eine großzügige Glasfassade am Haupteingang ergänzt, so die Stadtverwaltung.

Blick ins künftige Innere der Messehalle 15, ohne Stützen. Quelle: Stadt Leipzig

Unklar ist bisher allerdings noch, was mit den ebenfalls auf dem knapp 2,3 Hektar großen Gesamtgelände befindlichen zwei Pavillonbauten aus den 1970er Jahren passieren soll. Die Kommune prüft derzeit etwaigen Denkmalschutz für die Bauten. Sollten die einstmals von beiden deutschen Staaten gemeinsam errichteten Pavillons abgerissen werden, will die Stadtverwaltung hier ein Institutsgebäude für den Bioforschungs-Standort auf der Alten Messe errichten lassen.

Suche nach Mauerseglern – Gutachten zur Konkurrenzsituation

Zusammen mit der nun gestarteten Öffentlichkeitsbeteiligung an den Bauplänen beginnen unter anderem auch naturschutzrechtliche Untersuchungen auf dem Gelände. So soll geprüft werden, ob Haussperlinge, Hausrotschwänze, Mauersegler oder Fledermäuse inzwischen in der seit Jahrzehnten leer stehenden Messeshalle 15 heimisch geworden sind, so die Stadtverwaltung.

Sollten die Pläne letztlich Bestand haben und fristgerecht gebaut werden, könnten ab 2017 gut 90 Mitarbeiter im neuen Stadler-Fahrradmarkt beschäftigt und gegenüber dem bisherigen Standort im Einkaufspark Nova Eventis auch deutlich mehr Umsatz erwirtschaften. Nach Berechnungen der Kommune werden gegenwärtig jährlich etwa 2,7 Millionen Euro durch den Fahrradhändler aus Leipzig auf die grüne Wiese abgezogen. Auf der Alten Messe könnte für Stadler „infolge der veränderten Einzugsbereiche aus dem Leipziger Stadtgebiet ein Umsatz von 3,8 bis 4,5 Millionen Euro erreicht werden“.

Das wird auch auf Stadlers Konkurrenz in Leipzig Auswirkungen haben, zu diesem Schluss kommt ein von der Kommune in Auftrag gegebenes Gutachten. „Infolge der angestrebten zentralen Lage in Leipzig wird deutlich mehr Umsatz als bisher vom örtlichen Fahrradeinzelhandel abgezogen, was rechnerisch dazu führen könnte, dass bis zu 30 % der Einzelhändler oder in etwa 17 Händler aufgrund der Umsatzumverteilung in dieser Branche potenziell gefährdet sind“, so die Gutachter. Bis auf die Fahrradhändler und -werkstätten in den Stadtbezirken West und Altwest werden mutmaßlich alle Konkurrenten betroffen sein.

Aufgrund der allgemeinen Entwicklung in der Messestadt und der speziellen in der Fahrradbranche seien die Effekte auf Stadler-Konkurrenten aber vertretbar, zitiert die Stadtverwaltung aus dem Gutachten. Soll heißen, Leipzigs Einwohnerzahl wächst unabdinglich, Radfahren wird immer beliebter, E-Bikes und Lastenräder liegen im Trend – da dürfte genug Platz für alle sein, auch für einen neuen Fahrradgroßmarkt auf der Alten Messe.

Matthias Puppe

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