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Alte Messe: Spielstätte der Blue Lions wird im Sommer 2011 abgerissen

Alte Messe: Spielstätte der Blue Lions wird im Sommer 2011 abgerissen

Dass es schlecht steht um das Eishockey in Leipzig, dürfte für die Wenigsten noch eine Neuigkeit sein. Aber nun ist die Existenz des eiskalten Sports an der Pleiße ganz grundsätzlich gefährdet.

Leipzig. Denn am Donnerstag gab die für das alte Messegelände zuständige Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft (LEVG) bekannt, dass die Möbelhauskette Porta im Bieterverfahren um den Kauf des Baufeldes fünf den Zuschlag erhalten hat. Auf diesem Feld steht auch die Alte Messe Eisarena, in der bisher die Blue Lions und mehrere Amateur- und Nachwuchsmannschaften dem Puck nachgejagten. Das bestätigte LEVG-Geschäftsführer Reinhardt Wölpert am Freitag auf Anfrage von LVZ-Online.

Heißt im Klartext: Leipzigs kleine und große Eishockeycracks, die gerade erst die dritte Insolvenz einer Betreibergesellschaft verkraften mussten, stehen ab dem kommenden Jahr gänzlich ohne mögliche Spielstätte da. Dann will Porta laut Geschäftsführer Gerhardt Laubmeyer mit dem Abbruch der alten Hallen und dem Neubau gleich zweier Möbelhäuser beginnen.

Laut Laubmeyer sollen auf dem 71.000 Quadratmeter großen Areal ein Porta-Möbelhaus mit 38.000 Quadratmetern Handelsfläche und ein Discounter (Möbel Boss) mit 4000 Quadratmetern entstehen. Die Investition belaufe sich auf rund 70 Millionen Euro und werde mindestens 250 Arbeitsplätze schaffen.

Da aber, wie Ende März bekannt wurde, auch der Eisdom im Kohlrabizirkus seine Tore nicht mehr öffnen wird, steht nach dem Abriss der Hallen auf Baufeld fünf in der Messestadt kein Eis mehr Eissport zur Verfügung. Für Michael Neuparth, Leiter der Abteilung Eishockey des SV Fortuna 02, ist das der Super-GAU. Unerwartet kam der indes nicht. „Wir waren über die Situation informiert. Eventuell ist es möglich, dass noch ein Jahr in der Halle gespielt werden kann. Die Arbeiten sollen ja erst im Sommer nächsten Jahres beginnen."

Das bestätigte auch Reinhardt Wölpert, der sich allerdings nicht so richtig vorstellen kann, die Halle noch einmal in Sachen Eishockey zu vermieten. „Verstehen sie mich nicht falsch", sagte er am Freitag. „Der Sport hat sich mit der dritten Insolvenz einer Betreibergesellschaft ja selbst von der Bildfläche verabschiedet. Auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen muss ich deshalb einem weiteren Anfang sehr skeptisch gegenüberstehen. Bisher war offensichtlich keines der vorgelegten Konzepte tragfähig." Dennoch stellt sich Wölpert nicht gänzlich gegen einen vierten Anlauf. „Es ist bereits jemand an uns herangetreten. Die Halle gehört noch ein Jahr lang der LEVG und könnte in welcher Form auch immer für Eishockey genutzt werden. Die Betreiber müssten dieses Jahr aber nutzen, um eine alternative Spielstätte zu finden." Die könne auch wieder auf dem alten Messegelände liegen. „Wir haben noch freie Hallen. Ob und wie sich eine davon für diesen Sport eignet, kann ich aber nicht sagen. Das müsste dann geprüft werden." Genau hierauf hofft Michael Neuparth, in dessen Abteilung 140 Kinder und Jugendliche auf Kufen unterwegs sind. Er stellt klar: „Wenn wir keine Alternative finden, war es das. Dann hängen wir völlig in der Luft." Neuparth war am Mittwoch mit im Neuen Rathaus, als Fans und Nachwuchsspieler rund 2500 Unterschriften zum Erhalt des Leipzigers Eishockeys an Oberbürgermeister Burkhard Jung übergaben. „Ich habe der Unterschriftenliste einen Brief beigefügt und die Stadtväter um eine Spielstätte gebeten", so Neuparth. In einem kurzen Gespräch mit Jung und einigen Abgeordneten habe ersterer versprochen, sich noch einmal Gedanken zu machen und das Gespräch mit den Tochterunternehmen der Stadt zu suchen. „Zusagen konnte er aber nichts. Und er hat auch betont, wie außerordentlich enttäuscht er ist, dass die Betreibergesellschaft so schlecht gewirtschaftet hat und Insolvenz anmelden musste, obwohl sich im vergangenen Jahr auch im Stadtrat so viele für sie stark gemacht hatten", so Neuparth weiter. Schlussendlich bleibt ihm und den Kindern nur das Prinzip Hoffnung: „Wir als Verein haben nicht das Geld, uns eine Spielstätte zu mieten oder zu kaufen. Wir sind auf Hilfe von außen angewiesen."

Antje Henselin-Rudolph

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