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Lokales Alte Messe behält ihr Gesicht – Leipziger Entwurf für Möbelhaus Porta setzt sich durch
Leipzig Lokales Alte Messe behält ihr Gesicht – Leipziger Entwurf für Möbelhaus Porta setzt sich durch
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19:39 10.10.2011
Architekt Norbert Hippler zeigt den Siegerentwurf zum Fassadenwettbewerb für das geplante Porta-Möbelhaus auf der Alten Messe in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der alte Portikus bleibt erhalten, aus drei Hallen wird ein 300 Meter breiter Komplex. Im Paunsdorf Center ist dafür Ende 2013 Schluss für Porta.

Wer ab Mitte 2013 von der Prager Straße aus auf das alte Messegelände blickt, der wird sich vorstellen können, wie Architekt Curt Schiemichen sich seine drei Messehallen 1928 vorgestellt hat. Die Leipziger Niederlassung des Düsseldorfer Architekturbüros Rhode, Kellermann, Wawrowsky (RKW) hat dem Wunsch der Denkmalschutzbehörde entsprochen, den originalen Portikus der mittleren Halle 2 zu erhalten und die Hallenfassade sogar wieder in seine ursprüngliche Form zurückzubringen. Auch Gestaltungselemente von Halle 3 wurden aufgegriffen und über die gesamte Länge der rund 300 Meter breiten Fassade übertragen.

Leipzig. Die Alte Messe behält auch mit dem Neubau des Möbelhauses Porta ihr Gesicht. Der Siegerentwurf des Architekturbüros RKW aus Leipzig hält sich eng an die frühere Gestaltung der Hallen 1 bis 3 von Curt Schiemichen. Der alte Portikus bleibt erhalten, aus drei Hallen wird ein 300 Meter breiter Komplex. Im Paunsdorf Center ist dafür Ende 2013 Schluss für Porta.
„Der frühere Architekt hat die Längengliederung sehr gut bedacht. Anfangs hatten wir auch ganz wilde Ideen, sind dann davon aber sehr schnell abgekommen, sonst hätte die Messe ihre Identität verloren“, sagte Norbert Hippler, Leipziger RKW-Niederlassungsleiter nach der Entscheidung am Montagnachmittag in einem Konferenzsaal des Fraunhofer Instituts auf der Alten Messe. 

„Sauberster Vorschlag mit dem höchsten Wiedererkennungswert“

„Wir sind froh, dass trotz der anspruchsvollen Anfertigungsfrist von sechs Wochen fünf Büros qualitativ sehr gute Vorschläge abgegeben haben“, sagte Baubürgermeister Martin zur Nedden. RKW hatte sich gegen drei weitere Leipziger und ein Dresdner Büro durchgesetzt, weil es den „saubersten Vorschlag aller Arbeiten mit dem höchsten Wiedererkennungswert präsentiert hat“, meinte Maklerin Uta Nickel. Eine Fachjury, unter anderem vertreten durch Professor Karl-Heinz Schmitz aus dem Gestaltungsforum der Stadt und dem Bio-City-Planer Manfred Wiescholek aus Hamburg traf am Nachmittag die Entscheidung für RKW. 

So wird die Hallenfassade ganz in weiß gehalten, unterbrochen vom grau des Portikus und längs gegliedert in mehrere Abschnitte. Die Rückansicht mit dem Haupteingang auf dem Messegelände wird durch eine Glasfront bestimmt. Auf vier Etagen will Möbelriese Porta seine mittel- und hochpreisigen Einrichtungsutensilien anbieten. Zur Größe der Verkaufsfläche wollte Unternehmenssprecher Kurt Jox noch keine Angaben machen, da die Grenze erst baurechtlich geprüft werden müsse. Jox verriet jedoch: „Im Paunsdorf Center haben wir 11.000 Quadratmeter, eine Verdopplung dessen ist uns auf der Alten Messe zu wenig.“

250 Mitarbeiter am neuen Standort – Filiale aus Paunsdorf Center verlagert

Das dortige Möbelcenter will Porta mit Auslaufen des Mietvertrages an die Prager Straße verlagern und erweitern. 60 Mitarbeiter sind derzeit noch in Paunsdorf beschäftigt, im neuen Gebäude sollen es insgesamt 250 sein.

Neben dem Porta-Möbelhaus wird auch ein Neubau für die zum Unternehmen gehörende Discount-Sparte Möbel Boss sowie ein mehrgeschossiges Parkhaus gegenüber des Hit-Supermarktes entstehen. Ein weiteres Gebäude entlang der Straße des 18. Oktober soll für Dienstleister vermietet werden. „Es war uns wichtig, dass die Straße des 18. Oktober eine Fassung bekommt“, sagte Bürgermeister zur Nedden. Zufahrtsstraßen auf das Messegelände müssten zudem vom Besitzer Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft (LEVG) saniert und neu angelegt werden.

Insgesamt investiert die Porta-Gruppe 70 Millionen Euro in den Neubau auf einem rund 70.000 Quadratmeter großen Grundstück. Die Stadt wird nun ein Bebauungsplanverfahren einleiten. Der Abriss der drei alten Hallen sowie der Neubau sollen 2013 beginnen. Ilja Keller, Geschäftsführer der Porta Service und Beratungs-GmbH, rechnet mit einer Eröffnung im zweiten Halbjahr 2013.

Sebastian Fink

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