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Lokales Alte vor: Schauspiel Leipzig sucht Verstärkung für Laien-Projekt „Club Ü31“
Leipzig Lokales Alte vor: Schauspiel Leipzig sucht Verstärkung für Laien-Projekt „Club Ü31“
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11:54 15.10.2013
Theater für alle: Die Schauspieler Hartmut Neuber (l.) und Tilo Krügel wollen mit Laien den ClubÜ31 gründen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Am Sonntag trifft sich die Gruppe zum ersten Mal. Die Schauspieler Tilo Krügel und Hartmut Neuber wollen Interessierte durch ein gemeinsames Abenteuer führen. Verstärkung fehlt noch vor allem durch ältere Semester -  Ü50 aufwärts, und auch bei 80 Jahren muss noch nicht Schluss sein.

„Ältere Menschen bringen ihre Lebenserfahrung mit. Sie haben eine Geschichte, und das ist spannend“, sagt Neuber. Der 52-Jährige hat bereits in Krefeld und Nürnberg Laientheater mit Jugendlichen gemacht. „Bei vielen ist da im Laufe der Zeit etwas aufgebrochen. Man konnte zusehen, wie sie sich entwickeln“, schildert Neuber. Auf gute Erfahrungen blickt auch Krügel (46) zurück, der am Theater Augsburg ein 50Plus-Projekt geleitet hat.

Keine Castings, kein fertiges Textbuch

Bis zum kommenden Juli will nun die Leipziger Gruppe ein Stück entwickeln, für das sich dann auf der Hinterbühne der Vorhang hebt. Dabei ist weniger der nächste Hamlet oder die neue Antigone gefragt. Die frischgebackenen Club-Mitglieder müssen auch keine Theatergänger sein. „Natürlich gibt es auch keine Castings“, schmunzelt Krügel. Nicht einmal ein fertiges Textbuch liegt vor. „Wir möchten einen Theaterabend gestalten, den nur diese Gruppe so spielen kann“, erklärt das Duo.

Also wünschen sich Krügel und Neuber offene Menschen, die „die Kindheit in der Tasche haben“ und bereit sind, auf andere zuzugehen. „Man lernt Leute kennen, und es darf viel gelacht werden“, sind sich beide einig. Aber es muss auch Regeln geben: Niemand wird ausgelacht, niemand muss fürchten, zu viel von sich Preis zu geben. „Die persönlichen Geschichten werden verzaubert“, sagt Krügel. Theater eben, keine Doku-Soap.

Abenteuer im Rampenlicht

Dafür zählen die Macher auf Verlässlichkeit: Einmal pro Woche wird geprobt, zwei bis drei Stunden lang, „sonst bringt das nichts“, sagen sie. Die erfahrenen Schauspieler liefern den „geschützten Raum“. Sie üben mit den Laien, was nach außen so einfach aussieht. „Zum Beispiel auf der Bühne sitzen und einen Knopf annähen, dazu erzählen, warum man das tut“, beschreibt Krügel. Was zu Hause ein Kinderspiel ist, kann allein im Scheinwerferlicht und unter Beobachtung fremder Augen erst einmal eine Hürde sein.

„Für uns ist das auch ein Abenteuer“, sagen die Akteure, und dabei rücken sie auf ihre Stuhlkanten. Mit dem Ensemble von Enrico Lübbe sind beide im Sommer nach Leipzig gekommen, und der Intendant will das Theater ausdrücklich zur Stadt hin öffnen. Für Krügel und Neuber ist das Projekt auch Teil ihres Ankommens: Mehr verstehen und hören von dem Publikum, für das sie Abend für Abend ins Rampenlicht treten.

Club Ü31, erstes Treffen am 20. Oktober, 16 Uhr, „Baustelle“ im Schauspiel Leipzig. Der regelmäßige Probentermin wird dann erst vereinbart. Kontakt: club31@schauspiel-leipzig.de

Evelyn ter Vehn

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