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Lokales Alter Eutritzscher Freiladebahnhof: Entwurf für neuen Stadtteil gekürt
Leipzig Lokales Alter Eutritzscher Freiladebahnhof: Entwurf für neuen Stadtteil gekürt
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13:40 11.03.2018
Nachbarschaftsplätze mit Spielanlagen für die Kinder, Läden und Freisitzen sollen den großen Quartierspark in der Mitte des Areals (obere Grafik) umgeben.  Quelle: Entwurf: Octagon/Loidl
Leipzig

Die Pläne, auf dem früheren Eutritzscher Freiladebahnhof einen neuen Stadtteil für 3000 bis 3500 Menschen zu errichten, sind einen großen Schritt vorangekommen. Wie der Investor CG-Gruppe am Wochenende mitteilte, hat ein Leipziger Architekturbüro den Städtebaulichen Wettbewerb für das 25 Hektar große Areal gewonnen. Dabei handele es sich um das Büro Octagon Architekturkollektiv – fünf junge Planerinnen und Planer aus dem Lindenauer Tapetenwerk, die aber über viele internationale Erfahrungen verfügen. Der Entwurf von Octagon habe die Jury mit dem Vorsitzenden Professor Jörg Springer (Bauhaus-Universität Weimar) durch „robuste Quartiersstrukturen, die im Kontext mit den benachbarten Gründerzeitvierteln stehen, und einen kraftvollen Park mit hoher Aufenthaltsqualität“ überzeugt.

Unter anderem soll im nördlichsten Teil an der Theresienstraße ein Schulstandort mit Turnhalle und Sportplatz entstehen, links davon (im Bereich des TV-Studentenklubs) eine Kulturmeile. Nahe der Delitzscher Straße ist ein Sportpark geplant. Dieser dient zugleich als Auftakt für einen Grünzug, der sich von Nordwesten nach Südosten durch das ganze Gelände zieht. Etwa in der Mitte des Areals weitet sich das Grün zu einem großen Quartierspark auf, der von drei Nachbarschaftsplätzen umgeben wird.

Auffallend sind auch die drei Mobilitäts-Hubs an den Quartierzugängen nahe der Roscher-, Eutritzscher und Theresienstraße (dort neben den Schulen). Etwa 224 000 Quadratmeter der neu zu bauenden Bruttogeschossflächen sind für Wohnungen (davon 30 Prozent mit sozialen Belegungsrechten für die Stadt), weitere 96 000 Quadratmeter für Gewerbe vorgesehen. Zur Anbindung an die Dessauer Straße soll eine Brücke über die benachbarte S-Bahn-Strecke entstehen, ebenso zum Überqueren der Berliner Straße noch eine Fußgängerbrücke. Weit im Süden hat Octagon zudem einen Naturpark sowie „Urban Gardening“ verortet.

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) lobte besonders das Verfahren, welches dem Wettbewerb mit fünf Büros vorgeschaltet war. Seit März tagte immer wieder ein Nachbarschaftsforum. Dutzende zufällig ausgewählte Bürger und Vertreter von Vereinen formulierten dabei ihre Wünsche und Vorstellungen für den künftigen Stadtteil, gaben sie den Architekten mit auf den Weg. „Ich habe gestaunt, mit welcher Intensität und wirklich großem Wissen sich die Bürger in das Thema hineingekniet haben“, so Dubrau. „Einen Tag vor der Fachjury bestimmte das Nachbarschaftsforum seine Favoriten – und setzte ebenfalls die Arbeiten der beiden Leipziger Büros an die Spitze.“ Außer Octagon waren S&P Sahlmann aus Leipzig (Platz zwei) sowie Planungsbüros aus Zürich, Frankfurt/Main und Berlin im Rennen.

Das Nachbarschaftsforum war auch direkt in der Fachjury vertreten. Es soll nun auch die nächsten Schritte begleiten: Ab Oktober wird ein Masterplan mit allen technischen Details (vom Verkehrs- bis zum Regenwassermanagement) erstellt. „Wenn die Stadt das Projekt weiterhin mit voller Kraft unterstützt, können 2019 die Bagger rollen“, meinte CG-Vorstandsvorsitzender Christoph Gröner. „Sonst dauert es zwei Jahre länger.“ Durch Nutzung von Erdwärme und Photovoltaik werde der neue Stadtteil ökologisch aufgestellt, fuhr Gröner fort. Um Kosten verringern zu können, errichte CG jetzt in der Nähe von Erfurt ein Werk zum Fertigen serieller Bauteile. „Ziel ist, dass dort der erste Prototyp im Frühjahr 2019 vom Band läuft.“

Am 4. September ab 17 Uhr findet in der Mensa des Finanzamtes am Wilhelm-Liebknecht-Platz das nächste Bürgerforum zu dem Großprojekt statt. „Dort werden auch alle Architekturentwürfe vorgestellt“, sagte André Jaschke, dessen Firma Enersyngy das Verfahren geleitet hat.

Von Jens Rometsch

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