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Alter Johannisfriedhof: Kleist-Verlobte soll Grabplatte bekommen

Alter Johannisfriedhof: Kleist-Verlobte soll Grabplatte bekommen

Lange galt ihr Grab als verschollen, dann wurde es wiederentdeckt und jetzt wird versucht, ihre verschwundene Grabplatte wieder aufzustellen: Charlotte Wilhelmine Krug - die von 1800 bis 1802 mit dem Dichter Heinrich von Kleist verlobt war - kehrt nach und nach ins Bewusstsein der Leipziger zurück.

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Hans-Jochen Marquardt zieht alle Register, damit die Berühmtheit nicht erneut in Vergessenheit gerät.

Quelle: Privat

Leipzig. Der gebürtige Gohliser Hans-Jochen Marquardt zieht alle Register, damit die Berühmtheit nicht erneut in Vergessenheit gerät.

Selbst für den Germanisten und einstigen Kultur-Bürgermeister von Halle ist es verblüffend, wie schnell Berühmtheiten wie Charlotte Wilhelmine Krug aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwinden. Bei seinen Recherchen ist der heutige Hallenser und Ex-Leiter des Kleist-Museums in Frankfurt (Oder) sogar auf einen Zeitungsbericht aus dem Jahr 1943 gestoßen, in dem noch ausführlich auf Wilhelmines Grab aufmerksam gemacht wurde. "Damals war es noch fest im öffentlichen Bewusstsein verankert", sagt er.

Marquardt wird auch nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Wilhelmines Stellenwert im Leben von Kleist viel höher war als allgemein angenommen wird. "Heute ist oft nur noch die Rede davon, dass Wilhelmine lediglich von 1800 bis 1802 die Verlobte von Kleist war und dieser die Verlobung auflöste, weil er ein unruhiger Geist war und sie ihm nicht in die Schweiz folgen wollte", sagt der Forscher. Dabei sei gesichert, dass die Anfänge von Kleists Dichtertum in der Verlobungszeit mit Wilhelmine liegen. "Sie hat von Kleist auch die Kreidezeichnung angefertigt, die noch heute unser Bild von ihm prägt."

Dafür, dass Wilhelmine eine interessante Frau war, spricht auch die Tatsache, dass sie zwei Jahre nach der Lösung ihres Verlöbnisse mit Kleist die Ehefrau des Philosophen Wilhelm Traugott Krug wurde. "In Leipzig haben sie lange Zeit in der Nonnenmühlgasse gewohnt, nach dem Tod ihres Mannes wohnte sie im Naundörfchen", hat Marquardt herausgefunden.

Zehn Jahre nachdem ihr Mann verstorben war und als Ehrenbürger Leipzigs auf dem Johannisfriedhof ein Ehrengrab erhalten hatte, starb auch Wilhelmine. "Damals war es nicht selten, die Frau am Sarg des Ehemannes zu bestatten", berichtet Marquardt. Er hat auch entdeckt, dass für Wilhelmine damals dort eine eigene Grabplatte aufgestellt wurde.

Um die Erinnerung an Wilhelmine zu bewahren, will der Germanist die verloren gegangene Grabplatte jetzt durch eine neue ersetzen. Er hat bereits die denkmalschutzrechtliche Genehmigung dafür erhalten und will sie dem Original entsprechend gestalten. Allerdings soll die Inschrift ergänzt werden. Neben Name, Geburts- und Sterbetag soll hinzugefügt werden: "Von 1800 bis 1802 war sie die Braut des Dichters Heinrich von Kleist".

Weil sich die Gesamtkosten für Grabplatte, Sockel, Fundament und Anbringung vor Ort auf 2500 bis 3000 Euro belaufen, hat Marquardt mit Unterstützung der Stadt Leipzig eine Spendenaktion gestartet. Unter Angabe der VG-Nr. "5.0940.000016.6" und dem Stichwort "Grabplatte für Kleists Braut" kann über das Konto der Stadt Leipzig bei der Sparkasse Leipzig (Kontonummer 1010001350; Bankleitzahl 86055592" gespendet werden. "Vom Amt für Stadtgrün und Gewässer werden auch Spendenbescheinigungen ausgestellt", sagt Marquardt.

Geplant ist, die Grabplatte entweder zu Wilhelmine Krugs Todestag am 25. April 2014 oder zu ihrem Geburtstag am 20. August 2014 mit medialer Begleitung niederzulegen. Spender würden rechtzeitig informiert und eingeladen, heißt es.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.05.2013

Andreas Tappert

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