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Altes Rathaus in Leipzig verlottert – Stadt fehlt Geld für Sanierung zur 1000-Jahr-Feier

Altes Rathaus in Leipzig verlottert – Stadt fehlt Geld für Sanierung zur 1000-Jahr-Feier

Von der Fassade bröckelt der Putz, die Fenster sind verschlissen, die Turmuhr ist in die Jahre gekommen: Das Alte Rathaus in Leipzig ist knapp 25 Jahre nach der letzten Sanierung in einem maroden Zustand.

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Verlottert zusehends: Das Alte Rathaus in Leipzig muss dringend saniert werden - aber der Stadt fehlt dafür das Geld.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Bis zur Feier zum 1000-jährigen Bestehen der Stadt 2015 sollte das historische Gebäude eigentlich renoviert werden. Doch dafür fehlt das Geld. Ein Rathaus-Papier spricht deshalb bereits von einer drohenden Gefährdung für Besucher und Kunstwerke.

„Zum Jubiläum wird das Rathaus definitiv nicht saniert sein“, sagte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) am Donnerstag gegenüber LVZ-Online. „Mir tut es sehr leid, denn es wäre für das Image der Stadt wichtig, vor allem den Turm wieder in Ordnung zu bringen. Dort schlägt das Herz der Stadt. Aber wir haben eben nicht ausreichend finanzielle Mittel“, erklärte die Dezernentin. Die bereits geplante Sanierung sollte im März beginnen und Anfang kommenden Jahres abgeschlossen sein. Das Geld – insgesamt wären 1,64 Millionen Euro notwendig – soll nun laut Dubrau in die Unterhaltung von Schulen investiert werden.

Veraltete Haustechnik aus DDR-Zeiten

Dabei ist im Planungsbeschluss für die Sanierung, die der Stadtrat bereits 2010 beschlossen hatte, von einer „Gefährdung der Besucher und der Kunstgüter“ die Rede, sollten die „zwingend notwendigen“ Bauarbeiten nicht bald beginnen. Grund dafür sei die veraltete Haustechnik aus den 1980er-Jahren, heißt es. „Wo haben wir die nicht?“ entgegnete Dubrau. Sie sieht nach einer aktuellen Prüfung des Hochbauamtes keine Gefahr in Verzug. „Wenn der Schwamm in den Mauern oder das Gebäude einsturzgefährdet wäre, hätte ich mich vehement gegen einen Sanierungsstopp gewehrt“, betonte sie.

Mit einem Start der Bauarbeiten ist nun frühestens im kommenden Jahr zu rechnen. Dann soll das älteste kommunale Gebäude der Stadt eine zentrale Rolle im Festprogramm zur 1000-jährigen Ersterwähnung Leipzigs spielen. Für die Stadt wird die Sanierung dadurch wohl deutlich teurer: Bei Verzögerungen seien eine weitere „substanzielle Verschlechterung des Bauwerks“ und somit „deutlich höhere Kosten“ zu erwarten, heißt es im Planungsbeschluss. „Wir können nicht auf ewig warten“, sagte auch Dubrau. Bei der Haushaltsaufstellung 2015 soll erneut über eine Sanierung beraten werden.

Kritik der Grünen: Investitionen werden gegeneinander ausgespielt

Den Grünen im Stadtrat stößt die verschobene Sanierung bitter auf. "Vor dem Hintergrund der auch für uns prioritären und immens wichtigen Investitionen in Kitas und Schulen, darf man das Alte Rathaus als zentrales städtebaulich historisches Gebäude und touristischem Anziehungspunkt nicht außer Acht lassen oder gar gegen andere notwendige Investitionen ausspielen", sagte Stadträtin Katharina Krefft. Die Stadt setze auf "Leuchtturminvestitionen" wie die Kongresshalle und den Lindenauer Hafen, lasse aber sein Wahrzeichen verblassen, kritisierte sie. "Wir halten dies für den falschen Weg", so Krefft.

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„Wir können nicht auf ewig warten“, betont Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos).

Quelle: André Kempner

Das Alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert gilt als eines der bedeutendsten Renaissance-Bauwerke in Deutschland. Hieronymus Lotter (1497-1580) war als damaliger Bürgermeister und Bauleiter eine der treibenden Kräfte bei der Gestaltung. Bis 1905 befand sich in den historischen Gemäuern der Sitz der Stadtverwaltung. Danach übernahm das Neue Rathaus, das an der Stelle der Pleißenburg errichtet wurde, diese Funktion.

Die letzte Renovierung liegt bereits rund 25 Jahre zurück: 1990 hatte das Gebäude eine erneuerte Fassade bekommen. 2009 wurde die zweite Etage saniert – sie beherbergte zunächst die Ausstellung „Erleuchtung der Welt“ und seit 2011 die Dauerausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums. Das Erdgeschoss und die erste Etage sind bis heute nur teilsaniert.

Robert Nößler

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