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Am Waldplatz entstehen die ersten neuen Häuser

CG-Gruppe richtet auch im Großen Joachimsthal ein Hostel ein Am Waldplatz entstehen die ersten neuen Häuser

LKG-Karree, Bleichert-Werke oder die Schumanns Gärten an der Dresdner Straße – der deutschlandweit tätige Projektentwickler CG-Gruppe verwirklicht auch in Leipzig große Bauvorhaben in hohem Tempo. Daneben packt das in der Messestadt beheimatete Unternehmen aber noch kleinere Projekte an, die nicht minder spannend sind: so aktuell in der Friedrich-Ebert-Straße sowie in der City.

Die geplanten Maisonette- und Split-Level-Wohnungen reichen teilweise bis ins Erdgeschoss. Etwa in der Mitte der neuen Häuserzeile an der Friedrich-Ebert-Straße wird laut dem aktuellen Entwurf eine Zufahrt zur Tiefgarage eingeplant.

Quelle: Homuth+Partner

Leipzig. LKG-Karree, Bleichert-Werke oder die Schumanns Gärten an der Dresdner Straße – der deutschlandweit tätige Projektentwickler CG-Gruppe verwirklicht auch in Leipzig ein großes Bauvorhaben nach dem anderen. Daneben packt das in der Messestadt beheimatete Unternehmen aber noch kleinere Projekte an, die nicht minder spannend sein können. Aktuell geschieht das in der lange Zeit besonders geschundenen Friedrich-Ebert-, in der Nikolai- und Ritterstraße.

Wer sich in Leipzig gut auskennt, der wird bei dieser Adresse aufhorchen. In der Friedrich-Ebert-Straße 87 bis 93 plant die CG-Gruppe jetzt den Bau von sechs Häusern, die eines Tages den Namen „Waldplatz Carré“ tragen sollen. Das Vorhaben im Umfang von fast 25 Millionen Euro weist einige Besonderheiten auf. Am meisten bemerkenswert dürfte freilich der Ort selbst sein. Mit Ausnahme der Wurzner Straße wurde die historische Bebauung an keiner anderen Leipziger Magistrale noch lange nach der Wende so stark dezimiert wie eben hier. Vor zehn Jahren erfolgten die Abrisse des klassizistischen Eckgebäudes zum Waldplatz (Friedrich-Ebert-Straße 95a, erbaut 1862) und des einst außergewöhnlich prachtvollen Märchenhauses in der Friedrich-Ebert-Straße 81a und b (erbaut 1903). Trotz massiver Proteste des damals entstandenen Stadtforums gab es keine Rettung. Auch die Friedrich-Ebert-Straße 91 ging verloren, obwohl sie auf Platz vier einer 150 Objekte umfassenden Liste erhaltenswerter Baudenkmäler des Stadtforums stand.

220 Meter lang ist der Magistralen-Abschnitt zwischen Waldplatz und Elstermühlgraben. Auf der ganzen Westseite blieben nur noch zwei Gebäude übrig: eine Villa, die der Stadtverband der Hörgeschädigten sanierte, und ein schlichtes Doppelwohnhaus von 1861, das leer steht.

Unter diesen Voraussetzungen will die CG-Gruppe jetzt einen neuen Anfang schaffen. „Unser Entwurf, den das Architekturbüro Homuth+Partner erstellt hat, wurde bereits vom städtischen Gestaltungsforum akzeptiert“, berichtet Ulf Graichen, der in der Geschäftsleitung für die Leipziger Projekte verantwortlich zeichnet. Voraussichtlich im Februar werde der Bauantrag eingereicht und im Sommer mit den Arbeiten begonnen. Geplant sind 74 Wohnungen, die zumeist drei Zimmer umfassen. „Dieses Segment wird besonders stark nachgefragt“, sagt er.

Freilich würden das keine normalen Wohnungen, sondern Maisonette- oder Split-Level-Quartiere. Bei letzteren erzeugen unterschiedliche Boden- und Raumhöhen eine abwechslungsreiche Atmosphäre. Von einer Tiefgarage, deren Zufahrt genau in der Mitte der neuen Häuserzeile angelegt wird, gelangen die Mieter per Fahrstuhl direkt in ihr Zuhause. Das gilt auch für zwei Gartenhäuser, die auf dem riesigen grünen Areal in Richtung des Hauptsitzes der AOK entstehen.

Noch sieht es an der Friedrich-Ebert-Straße trist aus. Doch die Lage sei eigentlich großartig, Stadthafen oder Schreberbad gleich um die Ecke, so Graichen. „Wir sind sehr froh, dass wir das Areal jetzt von einem privaten Vorbesitzer erwerben konnten.“ Aus seiner Sicht ist es nur noch ein Frage der Zeit, bis auch unmittelbar am Waldplatz sowie am früheren Standort des Märchenhauses neue Gebäude errichtet werden. Damit wäre zumindest der alte Stadtgrundriss wieder hergestellt.

Auch direkt in der City engagiert sich die CG-Gruppe, die allein in Leipzig 150 Mitarbeiter zählt. Im Frühjahr will sie die denkmalgerechte Sanierung eines Kaufmannshofs in der Katharinenstraße 13 starten. Das Gebäude samt Hinterhaus bildet einen Teil der Passage „Zum großen Joachimsthal“, welche früher ein Zentrum der Tuchhändler war und bis zur Hainstraße 10 reicht. Erbaut wurde es 1896 im Auftrag des Industriellen Otto Schulze-Sander. Blickfang sind die in Kupfer gefassten Schaufenster über gleich zwei Sockelgeschosse. Zudem ziert ein doppelgeschossiger Erker die Historismus-Fassade.

Den meisten Leipzigern dürfte das seit Jahren ungenutzte Ensemble freilich durch den Umstand bekannt sein, dass dort zuletzt die Edeldisco Markt 1 residierte. Zu DDR-Zeiten befand sich in der Passage das „Café Wilhelmshöhe“, später der Club „Blaue Trude“. Die CG-Gruppe hat das Objekt von einer Berliner Firma erworben, die Eigentumswohnungen schaffen wollte, erklärt Vorstandschef Christoph Gröner. „Damit sich dort Familien dauerhaft wohlfühlen können, bräuchte es aber mehr Licht und Luft.“

Stattdessen soll nun ein Hostel mit 116 Betten in 29 Zimmern entstehen. Gröners Unternehmen kennt sich in der Materie bestens aus. Schließlich hatte CG schon das „Kleine Joachimsthal“ zwischen Kleiner Fleischergasse und Hainstraße denkmalgerecht saniert, dort unter anderem das von Spaniern betriebene Hostel Say Cheese („Bitte lächeln“) mit 120 Betten sowie die Restaurant-Kette „Wenzel Prager Bierstuben“ angesiedelt. Nach den Entwürfen des Architekturbüros Fuchshuber & Partner bekommt das neue Hostel eine große Lounge, Frühstücksraum, Gemeinschaftsküche und Terrasse im ersten Obergeschoss, obendrein eine Dachterrasse mit Blick über die City. Im Erdgeschoss sind drei Gewerbeeinheiten auf insgesamt 390 Quadratmetern geplant. Das Konzept passt wunderbar zu dem charmanten kleinen Hotel im benachbarten Fregehaus, welches Familie Fuchshuber 2014 hergerichtet hatte und wo seitdem auch das gleichnamige Architekturbüro zu finden ist. Sechs Millionen Euro werden in die Katharinenstraße 13 investiert.

Zu den kleineren Vorhaben der Gruppe im neuen Jahr gehört schließlich die Wiederbelebung des historischen Geschäftshauses in der Ritterstraße 42 – genau gegenüber vom frisch sanierten Oelßners Hof sowie direkt neben dem legendären Irisch Pub „Morrison’s“ gelegen. Schon länger ungenutzt, sollen dort für fünf Millionen Euro eine Gastronomie im Erdgeschoss, mehrere Büro-Etagen und vier Wohnungen im Dachbereich ermöglicht werden. Fertigstellung: Ende 2017.

Von Jens Rometsch

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