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Lokales Amtsgericht Leipzig schlichtet unter neuem Namen
Leipzig Lokales Amtsgericht Leipzig schlichtet unter neuem Namen
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23:59 01.05.2013

Das von Anne (6) zum Beispiel. Sie hat die Kuh Mariluise gemalt, die "auf dem Bauernhof wond. Sie ist ser gutmütig und sie kaut sich ihre Gedanken schön", ist darauf zu lesen. Nichts hat sich im Mediationsraum des Amtsgerichtes Leipzig geändert - doch die Fälle bleiben weitgehend aus. 44 Verfahren bekamen die vier Mediatoren des Gerichts - die ansonsten Richter sind - voriges Jahr zu dieser speziellen Form der Streitschlichtung auf den Tisch. Wobei es meistens um Nachbarschafts- und Familienstreitigkeiten ging. Doch in diesem Jahr gab es bislang nur sieben Fälle.

Zivilrichter Peter Rudolph führt die "gewisse Zurückhaltung" auf die mit Jahresbeginn neu eingeführte Terminologie des Güterichters zurück, die für Außenstehende offenbar verwirrend sei. Denn kraft Gesetzes tritt nun der Güterichter an die Stelle des richterlichen Mediators. Nachdem in den einzelnen Bundesländern seit Jahren die verschiedensten Modelle und Projekte zur Mediation ausprobiert worden waren - "und es somit den reinsten Flickenteppich gab", wie Rudolph sagt - soll das Kind nun deutschlandweit einen einheitlichen Namen haben. Zum Glück hätten sich im Gesetzgebungsverfahren all jene nicht durchsetzen können, die die von Richtern betriebene Mediation ganz abschaffen wollten, so der 48-Jährige.

Er hatte das Projekt am Leipziger Amtsgericht 2007 zunächst als Einzelkämpfer eingeführt, "weil ich von der Idee absolut überzeugt bin". Es sei einfach gut, wenn Streitparteien selbstständig nach einer einvernehmlichen Lösung suchen und beide Seiten als Sieger aus einer Auseinandersetzung hervorgehen würden. So wie zum Beispiel der Schriftsteller und sein Lektor, die sich um eine Abrechnung gestritten und letztlich via Mediation geeinigt hatten. Oder die junge Familie, die ein Haus kaufte, aus dem eine ältere Mieterin aber nicht ausziehen wollte, so dass eine Räumungsklage im Raum stand. "Die ältere Frau hat eingelenkt und letztlich von der jungen Familie Umzugshilfen erhalten", erinnert sich Rudolph an einen Fall, "von dem ich erst dachte, es gibt keine Lösung".

An den Grundsätzen der Streitschlichtung hat sich mit dem neuen Modell nichts geändert: Das Verfahren beim Güterichter, der sich aller Methoden der Konfliktbeilegung einschließlich der Mediation bedienen darf, ist freiwillig und nicht öffentlich. Die Fälle werden vertraulich behandelt. Der Güterichter fällt kein Urteil, und er trägt auch keine Robe. Er kann aber - im Gegensatz zum Mediator - eine rechtliche Bewertung vornehmen und darf den Parteien auch eine Lösung des Konflikts vorschlagen. So will es zumindest das Bundesjustizministerium.

Die Geschäftsstelle der Güterichter ist unter Tel. 03414940528 zu erreichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.05.2013

Kreuz, Sabine

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