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Lokales Amtsgericht verhandelt alle vier Anklagen gegen Gröner
Leipzig Lokales Amtsgericht verhandelt alle vier Anklagen gegen Gröner
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00:30 12.12.2018
Christoph Gröner ist Chef und Namensgeber des in Leipzig entstandenen Bauprojektentwicklers CG-Gruppe. Dieser plant und errichtet gegenwärtig deutschlandweit Gewerbe- und Wohnhäuser in einem Volumen von über sechs Milliarden Euro. Quelle: Dietrich Flechtner
Leipzig

Am Leipziger Amtsgericht werden nun doch alle vier Anklagen gegen den Bauunternehmer Christoph Gröner auf einen Schlag verhandelt. Wie berichtet, werden dem Chef der CG-Gruppe in drei Anklagen Steuerdelikte und in einem vierten Strang Insolvenzverschleppung bei einer früheren Tochterfirma vorgeworfen. Die Vorgänge liegen zum großen Teil 13 Jahre zurück. Dem Fiskus soll so ein unterer, sechsstelliger Betrag entgangen sein.

Steuerbetrag von Tochterfirma umstritten

Beim ersten Termin in der vergangenen Woche hatte die Verteidigung beantragt, das Verfahren zur angeblichen Insolvenzverschleppung einzustellen. Außerdem sei eines der drei Steuerverfahren, in dem es um eine andere Tochterfirma geht, solange auszusetzen, bis ein Finanzgericht in Köln über den rechtmäßigen Steuerbetrag dieser Firma für das Jahr 2005 entschieden hat.

Anträge der Verteidigung abgelehnt

Richter Mathias Winderlich folgte am Dienstag, 11. Dezember, hingegen einer Stellungnahme der Staatsanwaltschaft dazu, laut der beide Anträge abzulehnen sind. Eine Aussetzung komme nur in Frage, wenn es bei dem Verfahren in Köln um „steuerliche Grundsatzfragen“ gehen würde, erklärte Winderlich. Zu Anklagen wegen Insolvenzverschleppung habe der Bundesgerichtshof klargestellt, dass die Strafkammern den Tatvorwurf „allumfassend zu prüfen“ hätten – also auch im Hinblick auf eine eventuelle Überschuldung. Dies solle nun ergebnisoffen geschehen. Daraufhin begann die Kammer am Dienstag mit Zeugenvernehmungen, vier weitere Termine sind bereits angesetzt.

Gröner weist Vorwürfe zurück

Der 1968 geborene Gröner sagte, die Anklagen spiegelten in keiner Weise das wider, für was er und sein Unternehmen seit Langem stehen. Die mittlerweile in Berlin ansässige CG-Gruppe beschäftige derzeit fast 800 Mitarbeiter in den zehn wichtigsten deutschen Städten. Sie errichte jährlich etwa 1500 bis 2000 Wohnungen und habe sich zum Ziel gesetzt, als Technologieführer in den Bereichen Planen und Bauen die Kosten soweit zu senken, dass sich in Zukunft auch wieder Krankenschwestern oder Polizisten eine neue Wohnung leisten können.

Von Jens Rometsch

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