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Lokales Amurleoparden-Tal und Flamingo-Lagune: Zoo Leipzig eröffnet 2014 neue Attraktionen
Leipzig Lokales Amurleoparden-Tal und Flamingo-Lagune: Zoo Leipzig eröffnet 2014 neue Attraktionen
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18:38 18.11.2013
Die Amurleoparden-Taiga ist zu 95 Prozent fertig. Vom Blockhaus aus kann man ins Gehege mit Felsen und Wasserlauf blicken. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Zeit für die Eingewöhnungsphase, denn im Frühjahr 2014 soll der Felshang mit Wasserlauf das neue Publikums-Highlight im Leipziger „Zoo der Zukunft“ werden – allerdings nicht das einzige.

Der „Masterplan 2020“ für den Leipziger Zoo wird auch in den Wintermonaten vorangetrieben. Rasem Baban, Leiter für Betriebs- und Baumanagement im Zoo Leipzig, hat gute Laune, denn seine Baustellen liegen im Zeitplan. Und die Amurleoparden-Taiga ist nur der erste Schritt.

Leipzig. Rund 1,84 Millionen Besucher haben im vergangenen Jahr den Leipziger Zoo besucht. Damit blieb der Tierpark knapp hinter den erwarteten 1,9 Millionen Gästen. Zoo-Direktor Jörg Junhold zeigte sich dennoch erfreut über das Ergebnis: „Angesichts der Wetterkapriolen im vergangenen Jahr sind wir sehr zufrieden.“

Der Amurleopard ist vom Aussterben bedroht – auf Sicht erhofft sich der Leipziger Zoo auch Nachwuchs von dem Zuchtpaar. „Bis zur Eröffnung für das Publikum sind die Tiere im rückwärtigen Bereich der Anlage“, erklärt Baban. Für 1,8 Millionen Euro wird das „Leoparden-Tal“, das direkt an die Tiger-Taiga anschließt, seit April umgestaltet. „Den kleinen Wasserfall und die Wasserstelle legen wir so, dass die Tiere auch nah an die Besucher herankommen“, erklärt er. Noch ein Trick: Eine geschützte, aber trotzdem gut einsehbare Stelle des Geheges bekommt eine Fußbodenheizung – und dürfte so zu einem Lieblingsort für die Raubkatzen werden.

Sonst soll der Lebensraum der Leoparden, die ihre Heimat im Grenzgebiet von China und Russland haben, möglichst naturgetreu nachgebildet werden. Zwischen Birken, Lärchen und sibirischen Fichten findet das Pärchen auch genügend Rückzugsmöglichkeiten. Durchblick liefern zwei große Scheiben in einem Teil des Geheges. Im zweiten Teil sind die Besucher sogar nur durch eine filigrane Stahlseil-Konstruktion von den Raubkatzen getrennt. „Man kann das Tier riechen“, sagt Baban. Angst muss niemand haben. Der komplette Bereich wird von einem engmaschigen Edelstahlnetz überspannt.

Trockenen Fußes durch die Flamingo-Lagune

Neben dem Eingangsgebäude des Zoo Leipzig entsteht der neue Ausgangsbereich mit einer Plattform über der Parthe. Quelle: André Kempner

Mit schwerem Gerät gehen Bauarbeiter auf dem Gelände südlich des Eingangsbereichs an der Pfaffendorfer Straße zu Werke. Dort entsteht für rund 4,8 Millionen Euro der neue Ausgangsbereich des Tiergartens – die Erlebniswelt „Südamerika“. Im aufgewühlten Gelände sind die Umrisse einer Flamingo-Lagune schon erkennbar. Der Weg nach draußen führt künftig auf einem Steg mitten durch die etwa 1,40 Meter tiefe Lagune, in bis zu 150 Tiere Platz haben sollen. Die Wasserstelle wird durch ein hohes Netz zur riesigen Voliere, erklärt Baban.

Neben der Lagune soll der Markplatz mit Zoo-Shop und Südamerika-Flair einen letzten Anziehungspunkt vor der Rückkehr in den Alltag bieten. Das Ausgangsgebäude wird architektonisch ein Bindeglied sein: innen wellenförmig an die Erlebniswelt angepasst, außen sachlich und mit den Farben Beige und Rostrot an den klassischen Eingangsbereich anschließend. Vor dem Ausgang entsteht über der Parthe eine große Plattform mit einem alten Baum im Zentrum. „Das kann ein Treffpunkt für Familien werden, wenn nicht alle gleichzeitig den Zoo verlassen“, denkt Baban schon mal in die Zukunft. Zu Beginn der Sommerferien 2014 wird die Anlage eröffnet.

Kongreßhalle gibt bei der Entkernung Kleinode preis

Baufortschritt in der Kongreßhalle: Der ehemalige "Weiße Saal" ist fast komplett entkernt. Quelle: André Kempner

Noch ungefähr ein Jahr länger wird die Umgestaltung der Kongreßhalle am Zoo in Anspruch nehmen. Mit der Entkernung großer Gebäudeteile wird die Dimension des künftigen Kongresszentrums erkennbar: Sowohl der einst ausgebrannte „Weiße Saal“, als auch der Südflügel werden zu großen Tagungsräumen für bis zu 1200 Personen umgebaut. Im Weißen Saal mussten die Arbeiter feststellen, dass die Beschädigung durch das Feuer größer sind als angenommen. Andererseits fanden die Sanierer bei der Freilegung der zugemauerten, ehemaligen Eingänge überraschend architektonische Kleindode. Historische Stuck-Elemente traten ans Licht und werden nun wieder originalgetreu hergericht. Neu gebaut wird ein „Palmencafé“ im Anschluss an den Weißen Saal. Pünktlich zum Stadtjubiläum „1000 Jahre Leipzig“ soll das Ensemble 2015 fertig sein.

Der Zoo blickt aber schon weiter voraus: Die alte Bärenburg wird in der nächsten Masterplan-Phase zum Abenteuerspielplatz und Terrassencafé umgestaltet, die Nashörner bekommen eine Kiwara-Kopje und auch der Gründergarten wird modernisiert. Die Planungen laufen bereits, versicherte der Zoo.

Evelyn ter Vehn

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