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An früherer Stasi-Verwaltung: Große Pläne für Leipzigs letztes Grundstück in bester City-Lage

An früherer Stasi-Verwaltung: Große Pläne für Leipzigs letztes Grundstück in bester City-Lage

Die Stadt will jetzt eines der letzten Filetgrundstücke in der Innenstadt aus dem Dornröschenschlaf wecken. Das Areal an der Großen Fleischergasse mit dem Matthäikirchhof soll mittelfristig für eine neue Großansiedlung zur Verfügung stehen.

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Blick auf den Hof der ehemaligen Leipziger Stasiverwaltung. Dieses Grundstück soll jetzt entwickelt werden.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Das erklärten jetzt Bau- und Wirtschaftsdezernat in einem gemeinsamen Verwaltungsstandpunkt.

Auf dem Areal zwischen Hainspitze und Runder Ecke thront ein mächtiges Plattenbauensemble. Einst hatte hier die Leipziger Bezirksverwaltung der Staatssicherheit ihren Sitz. Heute stehen viele Büros leer. Einige kommunale Ämter unterhalten noch Außenstellen. „74 Mitarbeiter sind dort untergebracht“, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Außerdem öffnet die Diskothek Alpenmax dort regelmäßig für Nachtschwärmer. Der DDR-Bau mit dem Charme der 1980er Jahre spielt in den Planungen der Stadt keine Rolle mehr. „Er kann abgebrochen werden“, schlägt die Verwaltung vor. Die restlichen angrenzenden Gebäude stehen unter Denkmalschutz und müssen erhalten bleiben.

Fläche kostet fast 20 Millionen Euro

„Bei dem Areal handelt es sich um die letzte wertvolle städtische Fläche innerhalb des Promenadenrings“, schätzen die Ämter ein. In der Bodenrichtwertkarte von 2012 wird der Quadratmeterpreis mit 1500 Euro angegeben. Für das Gesamtensemble von 13.000 Quadratmetern wären damit 19,5 Millionen Euro fällig. Gut möglich, dass diese Summe aber nicht mehr ausreicht. In den vergangenen Jahren hat Leipzig einen regelrechten Bauboom mit kräftig anziehenden Preisen erlebt.

Die Verwaltung sieht in dem Grundstück „die einstige Keimzelle unserer Stadt“. Im 10. Jahrhundert entstand dort ein Burgwardstützpunkt, später das Barfüßerkloster. Nach der Reformation übernahmen Kaufleute und Blaudrucker den Komplex. Mittendrin stand die 1943 bei einem Bombenangriff zerstörte und 1948 abgerissene Matthäikirche. Der Kunsthistoriker und Großvater des gleichnamigen Bildersammlers Cornelius Gurlitt, schrieb 1895 in einer Abhandlung über Sachsen Bau- und Kunstdenkmäler über das Areal: „Die Anlage der umliegenden Häuser und Strassen lässt noch deutlich die Ausdehnung des ursprünglichen Klosterbezirkes erkennen.“

Für „wichtige Ansiedlung“ reserviert

Bleibt die Frage, was nun dort entstehen soll: Hier will sich die Stadt alle Möglichkeiten offen lassen. In der Bauplanung wird die Fläche als Kerngebiet ausgewiesen. Damit ist vom Wohnungsbau über  Büro- und Verwaltungsgebäuden bis hin zu Gaststätten und Hotels vieles denkbar. Konkrete Pläne lägen noch nicht in der Schublade. „Allerdings ist die nationale und internationale Bedeutung des Standortes Leipzig in den letzten Jahren erheblich gestiegen“, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Das Gelände, welches sich im städtischen Eigentum befindet, solle deshalb für eine „wichtige Ansiedlung“ reserviert werden. „Dies können sowohl kulturelle und wirtschaftliche Einrichtungen sein, als auch Verwaltungseinrichtungen mit überregionaler Bedeutung“, so die Stadt.

Damit dürften zumindest Ideen von Leipzigs Grünen aus dem späten Frühjahr dieses Jahres nahezu keine Chancen mehr haben. Neben neuen Wohnungen schlug die Stadtratsfraktion auch eine Kindertagesstätte und eine Schule an der Stelle vor.

Matthias Roth

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