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Anfahrtsverkehr für Mario Barth verstopft Waldstraße - aber Chaos bleibt aus

Anfahrtsverkehr für Mario Barth verstopft Waldstraße - aber Chaos bleibt aus

Sie ist bis zum letzten Platz gefüllt: 42.000 Zuschauer haben am Sonnabend einiges zu lachen, als Mario Barth mit seiner Stadion-Tour in der ausverkauften Red-Bull-Arena gastiert.

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Mario Barth beim Tourauftakt in Frankfurt am Main.

Quelle: dpa

Leipzig. Einige Fans warten schon seit 8 Uhr, andere legen 500 Kilometer zurück, und auch der Regen kann sie nicht aufhalten. Nicht ganz so erheitert sind dagegen viele Anwohner: Schon am frühen Abend verstopfen die Autos anreisender Fans weite Teile des Waldstraßenviertels. Das im Vorfeld befürchtete Verkehrschaos bleibt aber aus.

Für die Show wurden ab 12 Uhr – wie schon bei Herbert Grönemeyer und Linkin Park – die Straßenzüge westlich der Waldstraße für den Verkehr gesperrt. Gegen 17.30 Uhr, kurz nach Beginn des Vorprogramms, verdichtet sich der Verkehr rund um die Red-Bull-Arena. Vom Waldplatz bis zum Mückenschlößchen geht die Fahrt für Barths Fans nur schleppend voran. Das gleiche Bild auf östlicher Seite: Dicht an dicht drängen sich die Pkw auf der Jahnallee; erst an der Kreuzung am Goerdelerring lockert sich die Karawane auf. Auf der B181 staut sich die Autokolonne bis zur A9.  „Für ein solches Großereignis ist die Situation aber nicht ungewöhnlich, rund um die Arena rollt der Verkehr", sagt Polizeikommissar André Ludwig. „Nur die Parkplätze am Gelände werden langsam knapp, wir leiten die Leute daher auf die weiter außen gelegenen Parkmöglichkeiten um, zum Beispiel auf die Park-and-Ride-Fläche am Völkerschlachtdenkmal.“

Auch für Ordner Andreas Michl ist die Situation nicht anders als bei Herbert Grönemeyer. „Die Leipziger fahren hier zwar wie sie wollen, aber Probleme gab es noch keine“, sagt der Hallenser. „Die Anwohner holen auch bereitwillig ihren Ausweis heraus, wenn sie in die gesperrten Seitenstraßen fahren wollen. Die zeigen sich ziemlich verständnisvoll.“ So auch Grit Schwerdtfeger, die in der Absperrung sogar etwas Positives sieht: „Das finde ich nicht so schlimm, dann ist die Straße hier wenigstens frei.“ Gut durchgekommen sind René Krämer und Peggy Flemming, die aus Chemnitz zur Comedy-Show angereist sind. „Wir hätten das alles schlimmer erwartet. Am Nova Eventis gab es etwas Stau, sonst sind wir gut vorangekommen – sogar direkt um das Arena-Gelände herum ging alles gut.“

"Einen Zacken schärfer als bei Grönemeyer"

Nicht ganz so optimistisch blickt Torsten Rischk vom Bürgerverein Waldstraßenviertel auf die Straßen. Vom parallel stattfindenden Funkenburgfest aus beobachtet er die Situation: „Wie zu befürchten war, parken die Mario-Barth-Besucher hier überall quer, gerade jetzt sehe ich fünf Autos, die mit Warnblinklicht durch unser Viertel fahren. Ecken gibt es hier keine mehr, alles ist voller Autos.“ Seiner Einschätzung nach ist das Ganze „einen Zacken schärfer als bei Grönemeyer“. Beim Funkenburgfest selbst laufe alles ordnungsgemäß ab. Östlich der Waldstraße sind die Straßen um den Liviaplatz wie angekündigt abgesperrt – „die meisten Besucher kommen aber sowieso aus dem Viertel, die haben das Auto stehen gelassen“, so Rischk.

Das befürchtete Verkehrschaos aber – durch die Überlappung von Barth, Funkenburgfest und Gondwanaland-Eröffnung – bleibt aus. Vielleicht auch, weil sich eher ein meteorologisches Chaos auf die Besucherzahlen der beiden Parallelveranstaltungen des Berliner Comedians auswirkt. Dunkle Wolken, kalter Wind und immer neue Regenschauer lassen den Verkehr in den Hintergrund rücken. Selbst der Ansturm auf das neu eröffnete Gondwanaland hält sich in Grenzen. „Ein Chaos gibt es bei uns nicht“, sagt Zoo-Sprecher Annette Mihatsch, „in der Tropenhalle haben wir die maximale Auslastung an Besuchern noch nicht erreicht“. Ebenso verhält es sich vor am Zoo-Eingang: lange Schlangen – Fehlanzeige. Der Verkehr auf der Pfaffendorfer Straße fließt ohne Probleme und der befürchtete Parkplatzmangel dreht sich ins Gegenteil um. „Nicht mal die Hälfte aller Stellplätze sind belegt“, sagt Kurt Ullrich, Objektleiter der beiden Zoo-Parkhäuser. "Normalerweise hätten wir am Wochenende um die 1000 Autos drin gehabt, da ist ja in der Woche mehr los gewesen.“

Viele der Zoo- und Arena-Besucher sind wohl auch auf die Sonderlinien der Leipziger Verkehrsbetriebe umgestiegen. Der Zug der ungewöhnlichen Straßenbahnnummer 54 ist zwei Stunden vor Beginn der Comedy-Show rappelvoll. Auch die Barth-Fans Jürgen und Susanne Veit haben sich von vornherein dafür entschieden, ihr Auto stehen zu lassen. Mit der Straßenbahn ist das Ehepaar aus Grünau angereist. „Es war klar, dass es mit der Anfahrt schwierig wird, da kennen wir uns schon aus“, erklärt Jürgen Veit. „Für die Anwohner ist das doch super, dann ist hier mal was los im Viertel“, ergänzt Ehefrau Susanne.

Ganz so locker können das nicht alle Bewohner des Waldstraßenviertels sehen. „Gar keine Frage, das ist eine doofe Situation“, sagt Udo Siebolts, der östlich der Waldstraße wohnt. „Hier gibt es ja schon Probleme einen Parkplatz zu finden, wenn keine Großveranstaltungen stattfinden.“ Deshalb hat sich seine Familie auf den Tag vorbereitet, das Auto am Freitag vor der Haustür geparkt und seitdem stehen gelassen. „Das fließt dann schon in unsere Wochenendplanung mit ein.“ Auch Wolfgang und Elisabeth Rahbach kennen die Situation, selbst wenn sie hier nur zu Besuch sind. Die Nordrhein-Westfäler sind zu Gast bei ihrem Sohn, der das Ehepaar vorgewarnt hatte. Mit viel Glück haben beide „am Freitag den letzten freien Parkplatz bekommen“.

Überhaupt freie Plätze zu finden, ist das Problem von Stefan Twardys Familie. „Am Stadion ist das mit der Absperrung der Seitenstraßen viel besser geregelt als bei uns in der Mendelssohnstraße. Dort darf ja keiner reinfahren außer der Anwohner.“ Seine Frau ergänzt: „Und wenn man nach so einem Event bei uns dann mal quer steht, sind die Politessen noch so frech und schreiben einen abends auf.“

Für den Gohliser Walter Meilinger wären die Blechkolonnen generell vermeidbar: „Wer ist denn so blöd und fährt bei so einer Sache mit dem Auto her? Es gibt doch am Messegelände genug Park-and-Ride-Stellplätze.“Und Edgar Schmidke versteht den Wirbel nicht: „Im Rundfunk haben die immer wieder gesagt, dass alle Straßen zu sein sollen. Ich bin vorhin am Zoo mit dem Fahrrad auf der Mitte der Straße gefahren, da war nichts von einem Verkehrschaos zu sehen.“

Comdey-Show der Extraklasse

Barths Besucher erwartet an diesem Samstag eine Comedy-Show der Extraklasse – allein das dreistündige Vorprogramm ist außergewöhnlich vielfältig: Aus Norwegen wird die HipHop- und Reggae-Band Madcon eingeflogen, Österreichs Newcomerin und Swarovski-Tochter Victoria S präsentiert neues Charts-Gut, Sachsens Vorzeige-Volksmusiker die Randfichten sorgen sich um den Holzmichl und Rapper Sido tritt mit kompletter Live-Band auf.

Seit vergangenen Samstag wurde Barths 50 Meter lange und 20 Meter hohe Bühne aufgebaut, 650 Männer und Frauen arbeiten im Team. Vier Videoleinwände und 400 Scheinwerfer unterstützen den Berliner Comedian, wenn er in einer zweistündigen Comedy-Show seine These „Männer sind peinlich, Frauen manchmal auch“ ausführlichst und amüsant darlegt. Die Halbzeitpause wird vom Schweizer Dance-Export DJ Bobo untermalt.

Tobias Ossyra / kat

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