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Lokales Angebotsmieten in Leipzig steigen jährlich um fünf Prozent
Leipzig Lokales Angebotsmieten in Leipzig steigen jährlich um fünf Prozent
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00:45 24.03.2018
Timo Pinder ist Geschäftsführer der Leipziger Firma Pisa Immobilienmanagement, die unter anderem pro Jahr etwa 1000 freie Wohnungen an neue Mieter vermittelt. Quelle: Uwe Frauendorf
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Leipzig

In den drei vergangenen Jahren sind die Angebotsmieten für freie Wohnungen in Leipzig um 14 Prozent emporgeschnellt – also jährlich um fast fünf Prozent. Das geht aus einer Studie des hiesigen Maklerhauses Pisa Immobilienmanagement hervor, die am Freitag vorgestellt wurde.

2014 seien stadtweit im Durchschnitt noch 5,81 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verlangt worden, 2016 hingegen 6,60 Euro, erklärte Pisa-Geschäftsführer Timo Pinder. „Das ist eine satte Zunahme. Dennoch gibt es keinerlei Grund zur Panik.“

Erstens zeige sich bei den innerstädtischen Umzügen, dass viele Bürger höhere Mieten akzeptierten. „Werden die Wohnungen zu teuer, sinkt die Zahl der Umzüge, weil die Mieter in ihren günstigen Bestandswohnungen bleiben.“ In Leipzig sei die Zahl der Umzüge von 2015 auf 2016 indes um 1800 auf 56 000 gestiegen.

Zweitens ließen sich in Leipzig selbst in teueren Lagen noch günstige Quartiere finden. In sechs der zehn Stadtbezirke liege die Angebotsmiete im Mittel unter sechs Euro, in Nord, Südwest, Süd und Mitte darüber. Stadtweit seien 2016 im Durchschnitt für freie Bestandswohnungen 6,01 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete annonciert worden, bei Erstbezügen von Neubauten oder frisch sanierten Häusern 7,80 Euro. Zum Vergleich: Laut der letzten kommunalen Bürgerumfrage zahlen die Leipziger durchschnittlich 5,39 Euro kalt pro Quadratmeter im Bestand.

Drittens, erläuterte Pinder weiter, sei das Haushaltseinkommen der Messestädter seit 2014 schneller gestiegen als die Mieten. Viertens liege das Preisniveau in deutlich unter den Werten in allen anderen deutschen Metropolen – zum Beispiel betrage die durchschnittliche Angebotsmiete in Berlin derzeit 9 Euro kalt.

Dies alles solle nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kaufkraft in Leipzig noch besonders niedrig liege und ein echter Mangel an erschwinglichen Vier- bis Fünf-Raum-Wohnungen bestehe. Letzteres treffe Familien mit zwei oder mehr Kindern. Durch den aktuellen Neubau-Boom dürfte die Zahl großer Wohnungen aber deutlich steigen. „Das nimmt Druck aus dem Kessel“, meinte er. Wahrscheinlich würden die Preisanstiege künftig abflachen. Eventuell könnten die Mieten in einigen Neubau-Segmenten sogar bald etwas sinken. Zurzeit liege hier das zum Stadtbezirk Mitte gehörende Waldstraßenviertel an der Spitze: mit einer mittleren Angebotsmiete von 10,50 Euro kalt. Am niedrigsten fielen die Angebotsmieten für Neubauten mit 5,40 Euro im Stadtbezirk West aus, zu dem Grünau gehört.

Für die Studie habe Pisa gemeinsam mit einem Professorenteam der Staatlichen Studienakademie Leipzig 166 000 Datensätze ausgewertet. Dort würden seit 1993 Immobilienwirte ausgebildet, erläuterte Akademie-Direktorin Kerry-U Brauer. Sie verwies darauf, dass explodierende Grundstückspreise und eine Flut staatlicher Vorgaben zu Dämmung und Brandschutz dazu geführt hätten, dass sich der Bau neuer Häuser in Leipzig heute erst ab Kaltmieten von 10 Euro amortisiere. „Die Politik im Bund muss da endlich handeln und ich glaube, sie hat das Problem inzwischen auch erkannt“, so die Professorin.

Die Studie kann im Internet heruntergeladen werden unter www.pisa-immobilien.de.

Von Jens Rometsch

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