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Lokales Angler in Sorge: Bei Starkregen verdreckt Zschampert den Kulkwitzer See
Leipzig Lokales Angler in Sorge: Bei Starkregen verdreckt Zschampert den Kulkwitzer See
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00:17 30.06.2017
Die Einlaufstelle nahe der Wasserskianlage am Kulkwitzer See bei normalem Wetter: Bei Starkregen fließe eine „dreckige Brühe“ aus dem Zschampert in den „Kulki“ zurück, beklagen ortskundige Angler.   Quelle: Fotos: Mathias Orbeck
Leipzig

Der Kulkwitzer See gilt als einer der saubersten Badeseen Deutschlands – und erhält Jahr für Jahr Bestnoten. Doch ab und an ist die Freude getrübt. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, wenn es viel geregnet hat. „Es gibt verschiedene Druckverhältnisse im Kulkwitzer See und im Zschampert“, erläutert Axel Golke vom Anglerverein Markranstädt, der zuletzt auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bei einer Bürgersprechstunde in Miltitz auf das Problem aufmerksam machte. Das entsteht an der Einlaufstelle der Freispiegelleitung, die den See mit dem Zschampert verbindet. Die Leitung mündet etwa 200 Meter nördlich der Lützner Straße in das Flüsschen Zschampert. Über diese kann Wasser abgelassen werden – aber im Grunde genommen auch welches in den See fließen.

Der Zschampert ist zwar die meiste Zeit über ohne Wasser. Bei starkem Regen indes ändert sich das. Dann wird von Grünau viel Wasser in den kleinen Fluss angespült, das vor allem dreckig ist. Das fließt dann quasi rückwärts in den See – ein Bumerang-Effekt. Mitarbeiter der Wasserskianlage würden zwar einen Schieber schließen, damit das saubere „Kulki“-Wasser nicht verschmutzt. „Doch die dreckige Brühe gefährdet das Ökosystem, das ist ein Skandal“, sagt Golke. „Wir haben schon häufig beobachtet, dass Fische verenden, die in den Abfluss gelangen. Da muss dringend etwas geschehen“, ergänzt Daniel Lässig, der Vorsitzende des Anglerverbandes Markranstädt. Regelmäßig werde die Einlaufstelle von ihnen und Mitarbeitern der Wasserskianlage sauber gemacht, auch um ein Zuwachsen zu verhindern. Das wäre eigentlich die Aufgabe des Zweckverbandes Kulkwitzer See. Mit diesem habe man öfters gesprochen – passiert ist bislang jedoch wenig. Der Zweckverband verweist aufs Leipziger Umweltamt. „Bei mir liegen keine Beschwerden vor“, sagt dort Angelika Fritsch, die Amtsleiterin, auf LVZ-Nachfrage. „Der Überlauf des Kulkwitzer Sees funktioniert.“

Nicht wie früher, als Wasser noch regelmäßig abgepumpt werden musste. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird der Zschampert, dessen ursprüngliche Quelle durch die bergbaubedingte Grundwasserabsenkung versiegte, mit Kühlwasser aus dem Kraftwerk Kulkwitz versorgt. Doch das wurde stillgelegt – jetzt ist das Flüsschen meist trocken (die LVZ berichtete). Wenn nicht, fließt es schlecht ab, weil es nicht regelmäßig bewirtschaftet und vor dem Zuwachsen bewahrt wird. Da gebe es durchaus Nachholbedarf, gibt Amtsleiterin Fritsch zu. Die Situation sei bekannt, auch schon von den Anwohnern angemahnt worden. Sie werde dies ans zuständige Amt für Stadtgrün und Gewässer weitergeben. Das vergibt Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen an den Gewässern meist an Fachfirmen. „Wenn jetzt wieder Starkregen kommt, werden wir uns die Situation vor Ort aber genau anschauen“, verspricht Fritsch. Stimmt der Wetterbericht, dürfte dafür bald Gelegenheit sein.

Von Mathias Orbeck

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