Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Angst am Leipziger Allee-Center – Jugendliche kommen aus dem Umfeld der Kinderbande
Leipzig Lokales Angst am Leipziger Allee-Center – Jugendliche kommen aus dem Umfeld der Kinderbande
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:59 18.01.2013
Das Allee-Center in Leipzig-Grünau. Quelle: Andr Kempner
Leipzig

Das bestätigt Linke-Stadträtin Naomi-Pia Witte auf Anfrage von LVZ-Online. „Die Gruppe ist nach Grünau zurückgekehrt“, sagt sie. Viele der Jugendlichen seien dem Allgemeinen Sozialdienst (ASD) namentlich bekannt.

Die Beteiligten seien um die 15 Jahre alt, aber auch 10-Jährige schlössen sich schon der Gruppe an, weiß Witte aus Gesprächen mit Sozialarbeitern. In der Regel ist dann auch schon Alkohol im Spiel. „Zum Teil laufen bereits Hilfsprogramme, aber die Älteren sind so abgeklärt, dass man offenbar nur ganz schwer an sie herankommt“, sagt Witte. Trotz Verständnis für die schwierige Lage kritisiert die sozialpolitische Sprecherin der Linken: „Es zieht sich schon wie ein roter Faden durch, dass das Jugendamt derzeit überfordert ist.“

Das Jugendamt will noch am Freitag zu den Vorgängen in Grünau Stellung beziehen. Jugendamtsleiter Siegfried Haller kümmere sich um das Thema, hieß es auf Anfrage von LVZ-Online. 

Unter Geschäftsinhabern breitet sich Angst aus

Die Stadtratsfraktion den Linken nimmt die Vorkommnisse im Plattenbauviertel zum Anlass, eine dringliche Anfrage  in die nächste Ratsversammlung am 23. Januar einzubringen. Unter Geschäftsinhabern in Grünau breitet sich Angst aus. „Nach unserer Meinung ist hier durch kriminelles Agieren ein rechtsfreier Raum entstanden, der so nicht hingenommen werden kann", so die Kommunalpolitiker.

Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz kündigte daraufhin sofort verstärkte Kontrollen an. Bereits Mittwochabend erteilten die Ordnungshüter 18 Platzverweise. Merbitz: „Wir werden dort unsere Präsenz erhöhen, Straftaten konsequent verfolgen und die Verhängung eines Alkoholverbots prüfen." Bei einem Treffen Anfang nächster Woche wolle er mit Center-Manager Peter Lehnhardt über weitere konkrete Maßnahmen sprechen.

Quartierrat und Stadtbezirksbeirat West senden Hilferuf an die Stadt

Aufmerksam auf das Problem sind die Abgeordneten der Linken durch einen gemeinsamen Brief des Quartierrates Grünau und des Stadtbezirksbeirates West geworden. Die Unterzeichner weisen in dem Papier auf eine Eskalation der Geschehnisse seit November 2012 hin. „Den genauen Inhalt des Schreibens werden wir noch nicht veröffentlichen", sagte Quartiermanagerin Antje Kowski. Die Unterzeichner wollten der Stadtverwaltung zunächst Gelegenheit zur Stellungnahme geben. In dem Brief würden die Übergriffe genau beschrieben. Zu den Adressaten gehören Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) und Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke).

Kowski zufolge besteht das Problem bereits seit 2010. In den vergangenen Wochen habe sich die Situation verschärft. Ihren Angaben zufolge hat das Allee-Center inzwischen seinen Wachschutz verstärkt. Deshalb hielten sich die Heranwachsenden vor der Shopping Mall auf. Massiver Alkohol- und Drogenkonsum gehöre zur Tagesordnung. „Alle Anstrengungen des Quartierrates haben kein Ergebnis gebracht", so die Managerin. Deshalb sei nun Hilfe aus dem Neuen Rathaus nötig.

Nach Einschätzung von Allee-Center-Manager Lehnhardt handelt es sich nicht um ein Center-, sondern ein Stadtteil-Problem. Auffällig seien nicht nur Jugendliche, sondern Personen aller Altersklassen, Männer wie auch Frauen. „Es ist keine klare Gruppierung erkennbar", meint Lehnhardt.

Matthias Roth/Sabine Kreuz/Evelyn ter Vehn/Matthias Pöls

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jugendliche sorgen offenbar schon seit mehr als zwei Jahren im Umfeld des Allee-Centers im Stadtteil Grünau für Unruhe. „Das Problem ist der Stadt seit längerem bekannt“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Freitag gegenüber LVZ-Online.

17.07.2015

Das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal stößt bei jüngeren Leipzigern deutlich mehr auf Zustimmung als bei älteren. Das hat eine repräsentative Erhebung im Auftrag der Leipziger Volkszeitung ergeben.

17.01.2013

Niels Gormsen, ehemaliger Leipziger Stadtbaurat, facht die Diskussion ums Freiheits- und Einheitsdenkmal an. In einem Brief an die Ratsfraktionen sagt er, dass die Stadt nicht an die Siegerentwürfe des Wettbewerbs gebunden sei.

17.01.2013