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Lokales Angst vor der Schweinepest – Sachsens Jäger alarmiert
Leipzig Lokales Angst vor der Schweinepest – Sachsens Jäger alarmiert
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11:02 06.07.2018
Ein Bergungsteam in Schutzanzügen trägt ein totes Wildschwein aus dem Wald. Übungen wie diese in Schleswig-Holstein finden bundesweit statt. Aus Sorge vor der Afrikanischen Schweinepest werden zudem immer mehr Wildschweine gejagt und Proben zur Untersuchung eingeschickt. Quelle: Foto: dpa
Leipzig

Aus Angst vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schicken immer mehr Jäger Proben von erlegten Tieren zur Untersuchung. Im vergangenen Jahr habe die zuständige Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) insgesamt 5069 Blut- und Organproben untersucht und damit fast doppelt so viele wie in 2016. „Erfreulicherweise waren alle frei vom ASP-Virus“, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Bei der Vorstellung des LUA-Jahresberichtes an diesem Donnerstag in Leipzig dankte Klepsch der sächsischen Jägerschaft für ihr umsichtiges Handeln. Das Risiko, dass die Schweinepest nach Deutschland eingeschleppt wird, sei weiter groß. „In unseren Nachbarländern Polen und in Tschechien wurde das Virus bei Wildschweinen bereits nachgewiesen.“

Für Haus- und Wildschweine verlaufe die Krankheit tödlich. Für Menschen bestehe kein Gesundheitsrisiko. Jedoch müssten sich Bauern, Händler und Verbraucher auf massive Einschränkungen einstellen, sollte es zum Ausbruch kommen. Allein in Sachsen müssten reichlich 2300 Schweinehalter um ihre Bestände von mehr als 670 000 Tieren fürchten. Einen Impfstoff gegen die Pest gibt es nicht.

Die Landesuntersuchungsanstalt habe sich 2017 ferner mit der Geflügelpest und den Fipronilnachweisen in Eiern und Eiprodukten befasst. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand wurden beim aktuellen Fipronilnachweis keine belasteten Eier nach Sachsen geliefert“, zeigte sich Klepsch erfreut. Beim LUA arbeite man schnell und effektiv. Proben würden so zeitnah ausgewertet.

Die Anstalt hatte im Vorjahr auch auf anderen Gebieten alle Hände voll zu tun. So wurden allein 21 000 Proben untersucht, die dem Lebensmittelrecht unterliegen. Der Bereich umfasst Lebensmittel, kosmetische Mittel und Bedarfsgegenstände. Davon wurden 3442 Proben beanstandet. Das entspricht einer Beanstandungsquote von 16 Prozent (2016: 15 Prozent). Der überwiegende Teil der Beanstandungen bezog sich wie in den Vorjahren auf irreführende oder nicht vorschriftsmäßige Kennzeichnung einschließlich irreführender Angaben, hieß es. Dazu gehörten unzutreffende Nährwertdeklarationen und nicht zugelassene oder unzutreffende nährwert- und gesundheitsbezogene Aussagen

Als gesundheitsschädlich wurden 61 Proben beurteilt. Davon betroffen sind 57 Proben im Bereich Lebensmittel sowie vier kosmetische Mittel. 2016 waren dies 58 Proben. Lediglich vier Proben wurden als gesundheitsschädlich eingestuft. In einem Fall wurde anhand von Kuchenresten Salmonellen nachgewiesen, an denen die Kuchenesser erkrankt waren.

Konjunktur herrschte auch in Bereich der Humanmedizin. Im Vordergrund stand demnach die Abklärung von Magen-Darm-Erkrankungen. Dazu erfolgten mehr als 20 000 Untersuchungen. Eine besondere Herausforderung bezeichnete die Ministerin die „Keuchhustenwelle“ mit 19 Ausbrüchen und insgesamt 912 gemeldeten Erkrankungen. Aber auch Masern wurden mit 68 Fällen im Jahr 2017 wieder deutlich mehr registriert als im Vorjahr. „Gerade bei den besorgniserregenden Masernausbrüchen wird deutlich, wie gefährlich die Impflücken sind: Hier werden Krankheitsausbrüche begünstigt und Menschen unnötig in Gefahr gebracht.“ Klepsch fordert deshalb eine größere Impfbereitschaft.

Von Andreas Dunte

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