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Anker-Neubau: Steigende Kosten und viel Schweigen

Leipziger Kulturzentrum Anker-Neubau: Steigende Kosten und viel Schweigen

Eigentlich sollten am Mittwoch der Neubau des Kulturzentrums Anker in Möckern und das dortige Kneipengebäude übergeben werden. Doch der vollständige Zugang für die Öffentlichkeit verschob sich, außerdem wurde bekannt, dass mit Mehrkosten von 500.000 Euro zu rechnen ist.

Eigentlich solten Anker-Neubau und Kneipengelände am Mittwoch übergeben werden.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Eigentlich hätte es ein Heimspiel für Leipzigs neue Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) werden müssen. Denn die 38-Jährige hatte sich viele Jahre als Stadträtin besonders für die Sanierung des Kulturzentrums Anker in Möckern engagiert. Sie kennt dort jeden Winkel.

Doch der „Presse- und Fototermin vor Ort“ am Mittwoch, zu dem das Rathaus erst am Dienstag „kurzfristig“ eingeladen hatte, fuhr komplett gegen die Wand. Immer wieder wurde der Anspruch der Öffentlichkeit auf Informationen schmallippig abgewiesen. Vor den Eingangstüren des gerade mit erheblichen Steuermitteln neu erbauten Kneipen-Traktes an der Renftstraße standen kräftige Aufpasser, die verhindern sollten, dass Journalisten oder Fotografen hineingehen können.

Dabei hatte das Rathaus in der Einladung angekündigt: „Nach der Grundsteinlegung und dem Richtfest im vergangenen Jahr kann nun der Neubau und das sogenannte Kneipengebäude an den künftigen Nutzer Anker e.V. übergeben werden. Während der Eröffnung und bei einem Rundgang informieren wir Sie über weitere Details.“ Doch das Gegenteil war der Fall. Der Rundgang fiel aus.

Anker-Sanierung voller Überraschungen

Jennicke ließ die Medienvertreter nur in das kleine Foyer des dreigeschossigen Neubaus an der Ecke Wolff-/Renftstraße. Die Einladung sei falsch formuliert gewesen. „Ein Fehler innerhalb der Verwaltung – wir möchten Sie heute nur über die Kunst am Bau informieren“, bat sie um Verständnis. Unklar blieb, weshalb zur Vorstellung der 30.000 Euro teuren Werke des Leipziger Kunstbüros vonbirken (die LVZ berichtete bereits über deren Wandinstallationen aus gebrauchten Lautsprechern und Mischpulten) neben Jennicke und Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat auch noch überraschend Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) erschienen war.

Jennicke beantwortete keine Fragen zum Fortgang der Arbeiten. Mehrfach verwies sie darauf, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am 1. September alle jene Teile des Ankers eröffnen werde, die nun baulich fertiggestellt seien. Gemeint waren damit das Kneipengebäude und der Neubau. Letzterer verfügt außer dem Foyer und einem benachbarten Veranstaltungsraum noch über acht Zimmer in den Obergeschossen (für Kurse sowie Büros). Doch auch sie blieben am Mittwoch tabu. Jennicke, Dubrau und Kucharski-Huniat besichtigten das neue Kneipengebäude, die Presse durfte sie dabei nicht begleiten.

Am Mittwoch wurden der Teile des "Anker"-Neubaus übergeben. Fotos: Wolfgang Zeyen

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Dubraus Rede war immerhin zu entnehmen, dass die Anker-Sanierung voller Überraschungen steckte. Erst in diesem Sommer seien neue Schäden im Saal bekannt geworden. Dessen Dachstatik sei so fragil, dass die Außenmauern nun „streifenweise“ instand gesetzt werden müssten. Das erfordere mehr Geld und wahrscheinlich auch mehr Zeit. Jennicke wollte dazu überhaupt nichts sagen.

Bekanntlich hatte der Stadtrat erst 2015 einer Kostenerhöhung von über 1,8 Millionen auf 5,2 Millionen Euro für den Anker zugestimmt. Zuvor wurden Gutachten erstellt, laut denen die Sanierung des Saales um 370.000 Euro billiger wäre als ein Neubau. Nun dürften die Kosten der Saal-Sanierung um etwa 500.000 Euro steigen, sickerte doch noch irgendwie bei dem Termin durch. Dubrau sagte, wieder genutzt werden könne der Saal erst 2018.

Jens Rometsch

Renftstraße 1, Leipzig 51.36747 12.34277
Renftstraße 1, Leipzig
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