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Lokales Anklage: Diamanten-Käufer geprellt
Leipzig Lokales Anklage: Diamanten-Käufer geprellt
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22:51 01.03.2010
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Zum Auftakt des Mammutprozesses äußerte sich Alexander M. (34) jedoch nicht zu den Vorwürfen.

Laut Staatsanwalt Hans-Joachim Walburg gab sich die von Leipzig aus agierende Bande "den Anschein eines seriösen Handelshauses". So seien beispielsweise Büros in der Karl-Tauchnitz- sowie in der Pfaffendorfer Straße angemietet worden. Der Angeklagte sowie auch seine Komplizen hätten unter klangvollen Namen wie "Dr. Stein" oder "von Kronenberg" ihre unlauteren Geschäfte abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Bande beim Großhändler zunächst minderwertige Ware erwarb und diese dann an Mittelständler vor allem aus Bayern und Baden-Württemberg "zum Mehrfachen des realen Einkaufspreises" weiter veräußerte. Die Kunden sollen mit Gewinn-Versprechungen und der Zusage, die Edelsteine im Paket zurückzukaufen, geködert worden sein. Dazu sei es, so Walburg, allerdings nicht gekommen. Der Staatsanwalt warf Alexander M. am Montag 41 Betrugsfälle vor. Zwischen Februar 2002 und September 2003 seien 26 Geldanleger, darunter auch etliche Ärzte und Apotheker, geprellt worden. Der Anklage zufolge sollen die Steine für 840.000 Euro den Besitzer gewechselt und die Bande einen Reingewinn von 500.000 Euro erzielt haben. In weiteren acht Fällen sei es beim Betrugsversuch geblieben. "Denn die Käufer waren infolge von Presseveröffentlichungen misstrauisch geworden", sagte Walburg. Ermittler vermuten, dass einer der Männer an der Spitze der Bande, der 37 Jahre Andreas K., einen Großteil des Geldes außer Landes geschafft hat. Er flog damals immer wieder nach Mittelamerika. Wie berichtet, war er im Januar 2008 in El Salvador erschossen am Straßenrand aufgefunden worden. Das Landgericht hat bereits zwei Mittäter verurteilt: Für Peter R. hielt es viereinhalb Jahre Haft für angemessen. Daniel K. kam wegen Beihilfe mit anderthalb Jahren auf Bewährung davon. Für den Prozess gegen Alexander M., der aus Halle/Saale stammt und keinen Beruf erlernte, hat die 7. Strafkammer einen Prozess bis Mitte Juni geplant. Der Auftakt war bereits für Januar vorgesehen gewesen, wegen eines kurzfristigen Verteidigerwechsels aber auf Montag verschoben worden. Alexander M. sitzt seit September 2009 in Untersuchungshaft.

Sabine Kreuz

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