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Lokales Ankunft im Alltag: Leipziger Vierlinge Laura, Sophie, Kim und Jasmin verlassen die Uniklinik
Leipzig Lokales Ankunft im Alltag: Leipziger Vierlinge Laura, Sophie, Kim und Jasmin verlassen die Uniklinik
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19:58 09.03.2012
Die Leipziger Vierlinge können das Uniklinikum verlassen. Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Mit einem Minibus holten die Eltern Janett und Marcus Mehnert ihre Lieblinge ab.

Marcus Mehnert steuert um 16.15 Uhr den dunkelgrünen Minibus auf einen Parkplatz vor dem Frauen- und Kinderzentrum der Uniklinik. Neben ihm sitzt stolz wie Bolle der fünfjährige Sohn Lucas, das grüne Basecap keck in den Nacken geschoben. Janett Mehnert und Oma Petra Richter steigen aus. Jede trägt zwei leere Babyschalen. Alle marschieren rauf in den zweiten Stock auf die Frühchenstation. Begleitet werden sie von einem RTL-Team. Der Sender hat einen Exklusivvertrag mit den Eltern.

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Die Großfamilienkutsche zieht derweil neugierige Blicke auf sich. Es ist deutlich als das Auto der Vierlingsfamilie zu erkennen. „Die eineiigen Vierlinge Laura, Sophie, Jasmin und Kim“ ist groß auf der hinteren Tür zu lesen.

Auf der Frühchenstation gibt es noch ein ausführliches Gespräch mit den Ärzten. Die Vierlinge, die am 6. Januar in der 28. Schwangerschaftswoche an der Leipziger Uniklinik per Kaiserschnitt auf die Welt geholt wurden, haben sich in den gut zwei Monaten prächtig entwickelt. „Sie haben sich nach der Impfung schnell wieder stabilisiert“, sagt Oberarzt Matthias Knüpfer, stellvertretender Leiter der Neonatologie, der Leipziger Volkszeitung. Am Montag erhielten alle vier Prachtmädels eine Sechsfachimpfung gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie, Keuchhusten, Meningitis, Kinderlähmung und Hepatitis. „Das ist schon eine Belastung für die kleinen Körper, so dass es zu Atemstörungen kam“, erläutert Knüpfer.

Solche Reaktionen seien bei Frühgeborenen aber keineswegs ungewöhnlich. Immerhin sind die Vierlinge noch in einem zarten Alter und drei Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin. „Sie vergessen dann einfach zu atmen, und wir kitzeln sie ein wenig, schon holen sie wieder von allein Luft“, erklärt der Neonatologe. Eine künstliche Beatmung nach der Impfung sei nicht nötig gewesen. Aber um sie auch nach der zweiten in vier Wochen fälligen Impfung unter ständiger Kontrolle zu haben, werden die prominenten kleinen Patientinnen dann noch einmal zurückkehren an die Leipziger Uniklinik. „Das ist einfach die sichere Variante, dass wir sie dann noch einmal für 48 Stunden aufnehmen“, so Knüpfer.

Wenn dann alles gut verlaufe, brauche die dritte Impfung nicht mehr stationär zu erfolgen. Aber unabhängig davon werden die vier Mädchen im Rahmen der Frühchennachsorge im ersten Lebensjahr von den Neonatologen in regelmäßigen Abständen untersucht. Auf der Station hat sich Kinderärztin Annett Bläser auf die Nachsorge und neurologische Entwicklung der Frühchen spezialisiert.

Die Schwestern, die bei der Geburt alle um die 1000 Gramm wogen, haben sich zu richtig kleinen Wonneproppen entwickelt. Sophie, die kleinste,  die vor vier Tagen noch 2300 Gramm wog, bringt jetzt stolze 2420 Gramm auf die Waage. Kim ist mit 2730 Gramm die schwerste des Quartetts, gefolgt von Laura und Jasmin mit jeweils genau 2690 Gramm. Die hungrigen Schwestern verputzen inzwischen 430 bis 470 Milliliter Frühchennahrung am Tag. Weil sich das Glückkleeblatt so prächtig macht, darf es auch schon eher als ursprünglich gedacht nach Hause.

Genau um 17.45 Uhr verlässt die komplette Familie die Frühchenstation, Marcus Mehnert trägt zwei seiner reizenden Töchter, eine Babyschale hat Janett Mehnert, die vierte bugsiert die Oma. Die Vierlinge sind warm eingepackt, auf ihren farbigen Deckchen stehen die jeweiligen Namen. Die Handgriffe sitzen, schließlich haben die Eltern schon geübt: Ruckzuck schnallen sie die Babyschalen fest und ab geht die Post. Um 17.57 Uhr startet das Familienauto: Ab nach Hause. In Leipzig-Reudnitz beziehen die Schwestern dann ihr pinkfarbenes Kinderzimmer. Ihr fünfjähriger Bruder kann sich nun richtig als ihr Beschützer fühlen.

Mit fünf Kindern wird es den Eltern gewiss nicht langweilig. Die 31-jährige Mutter sieht das entspannt und ist überglücklich: „Ehrlich gesagt, freue ich mich, dass sie jetzt endlich nach Hause kommen“, sagt sie. Unterscheiden kann sie ihre vier Mädchen ganz gut, meint sie, denn „alle haben ja einen anderen Storchenbiss“.

Die fünffache Mutter fühlt sich gut vorbereitet auf die neue Situation. „Wir hatten ja zwei Monate Zeit und haben auch Helfer“, erzählt sie. So kommen ab sofort die Windeln als Geschenk des Uniklinikums direkt nach Hause, die spezielle Frühgeborenennahrung und die Babykost werden von einem großen Hersteller gesponsert. Der Sozialdienst des Uniklinikums hat in den Tagen vor der Entlassung Hilfe für die Familie zu organisiert – unter anderem soll eine Haushaltshilfe die Eltern in der ersten Zeit entlasten. Den Mehnerts steht eine aufregende Zeit bevor.

Anita Kecke

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