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Anonymität nicht mehr zu gewährleisten: Frauenhaus will Standort wechseln

Anonymität nicht mehr zu gewährleisten: Frauenhaus will Standort wechseln

Im Leipziger Verein Frauen für Frauen - dem Träger des 1. Autonomen Frauenhauses der Stadt - wird aktuell ganz schön gewirbelt. "Seit mehr als 20 Jahren befindet sich unsere Zufluchtsstätte für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen am gleichen Standort.

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Etwa 100 Frauen und fast genauso viele Kinder suchen jedes Jahr Zuflucht in dem Autonomen Frauenhaus.

Quelle: Britta Pedersen (Symbolfoto)

Leipzig. Wo der ist, sickerte hier und da nun schon mal durch, wir können die Anonymität der Frauen und ihrer Kinder nicht mehr in dem Maße sichern, wie es nötig wäre", sagt Marlies Sonntag vom Verein.

Durchaus hätten schon mal wütende Partner vor der Tür gestanden. "Somit suchen wir gerade nach einem neuen Domizil", so Sonntag. Überdies würde das jetzige Objekt gewissen sozialpädagogischen Anforderungen nicht mehr Genüge tun. "Momentan haben wir im Haus noch das WG-Prinzip, möchten künftig aber lieber Wohneinheiten unterschiedlicher Größe für die Frauen - je nachdem mit oder ohne Kindern - vorhalten. Wer zu uns kommt, soll ja erst mal Ruhe finden und sein Leben neu sortieren. Dazu bedarf es aber auch eigener Rückzugsmöglichkeiten", findet Sonntag.

Momentan führe der Verein erste Gespräche mit einer Immobiliengesellschaft in der Stadt. Ebenso wie das bisherige, müsste auch das neue Gebäude Räumlichkeiten für 33 Personen bieten, sagt sie. Damit wäre schon geholfen. "Inzwischen hat sich die Anzahl der Frauen, die jährlich im Schnitt zu uns kommen, so bei 100 eingepegelt. Hinzu kommen ebenso viele Kinder." Konkret seien es im Vorjahr 101 Frauen und 103 Kinder gewesen, die im Autonomen Frauenhaus betreut wurden. "Die eine Hälfte davon bleibt bis zu vier Wochen bei uns, die andere bis zu sechs Monaten. Eben so lange, bis sich ihre Lebenssituation stabilisiert beziehungsweise auch eine Wohnung gefunden hat", so Sonntag. "Von den 101 Frauen im Vorjahr kehrten übrigens nur 15 zu ihrem Partner zurück, vor dem sie eigentlich geflohen waren. Alle anderen bezogen eine neue Bleibe oder auch wieder die eigene Wohnung, aus der der gewalttätige Partner inzwischen weichen musste."

Finanziert werde so eine Einrichtung, von der es in Leipzig noch eine zweite eines weiteren Vereins gibt, von der Stadt. "Allerdings bekommen wir für unsere vier Mitarbeiterinnen vor Ort ,nur' die Personalkosten", so Sonntag. "Das heißt, wir müssen Miete von unseren Gästen erheben. Bei Frauen, denen das teils nicht möglich ist, übernimmt dies das Jobcenter." Für sämtliche Sachaufwendungen müsse hingegen der Verein sorgen. "Wir versuchen das nicht zuletzt mit diversen Benefiz-Projekten, wie dem traditionellen Leipziger Volksbank-Frauenlauf, bei dem so viele Frauen wie möglich für Frauen in Not mitlaufen können. Die sechste Auflage steigt in diesem Jahr am 10. Mai ab 9 Uhr im Clara-Zetkin-Park", wirbt Sonntag für das sportliche Event, das jährlich mit vielen Partnern und in Kooperation mit der BSV AOK Leipzig gestemmt wird. "Und anno 2015 auch Bestandteil der 1000-Jahr-Feier der Stadt ist", wie Sonntag betont.

Näheres unter www.frauenfuerfrauen-leipzig.de; www.leipzigerfrauenlauf.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2015

Angelika Raulin

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