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Lokales Ansturm auf Büroflächen in Leipzig: Allzeitrekord bei den Neuvermietungen
Leipzig Lokales Ansturm auf Büroflächen in Leipzig: Allzeitrekord bei den Neuvermietungen
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14:29 05.10.2017
In Leipzig gibt es heute 3,75 Millionen Quadratmeter Büroflächen – das sind etwa 1,5 Millionen mehr als in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Quelle: Foto: picture alliance/ZB
Leipzig.


In den ersten drei Quartalen 2017 wurden in Leipzig so viele
Büroflächen wie noch nie vermietet: nämlich 98 000 Quadratmeter.
„Mit 46 Prozent war das der höchste Anstieg bundesweit gegenüber dem
gleichen Zeitraum im Vorjahr“, teilte Stefan Sachse vom
Immobilienvermittler BNP Paribas Real Estate mit. „Bereits nach neun
Monaten haben wir damit in Leipzig ein Niveau erreicht, das sonst in
guten Zeiten für das Gesamtjahr üblich war.“

Bemerkenswert an dem neuen Allzeitrekord sei auch, dass er
nicht durch einen überragenden Großabschluss (wie 2009 für das
Technische Rathaus mit 42 000 Quadratmetern) beflügelt wurde. „Die
Wirtschaft in der Region entwickelt sich so gut, dass viele Firmen,
die Leipzig vor einigen Jahren für sich entdeckt hatten, jetzt den
Turbo anschalten und weitere Flächen dazunehmen.“

Riesiges Design Office in früherer Hauptpost am Augustusplatz

Zum Beispiel habe sich die Mercateo AG – ein
Internethändler für Geschäftskunden – inzwischen alle 3100
Quadratmeter über Elektro Conrad im Timonhaus am Neumarkt gesichert.
„Mit Ausnahme von zwei, drei Objekten gibt es in der ganzen
Leipziger City keinen Büroleerstand mehr“, erläuterte der
BNP-Geschäftsführer.

Zu den herausragenden Neuabschlüsse 2017 zählten nach
seinen Angaben die Anmietung von 5900 Quadratmetern Büroflächen im
Löhrs Carré durch die DB Netz AG, der Umzug des städtischen
Sozialamtes in die frühere LWB-Zentrale an der Prager Straße (8600
Quadratmeter) oder auch ein Vertrag, den die bundesweit tätige Firma
Design Offices soeben über 6000 Quadratmeter unterschrieben hat.
Nach LVZ-Informationen will sie ab 2018 in der ehemaligen Hauptpost
am Augustusplatz flexibel mietbare Arbeits- und Konferenzräume für
kleinere Unternehmen, Startups oder Kreative anbieten.

Auch die Universität Leipzig, Get AG, IT2 Solutions AG,
LHG Service und Vertriebs GmbH, Claims Controlling, 99pro media
sowie Pack&Carry trugen mit Anmietungen zwischen 2700 und 1500
Quadratmetern zu dem Bestwert bei. „Für das Gesamtjahr 2017 erwarten
wir in Leipzig ebenfalls einen Allzeitrekord, der bei 130 000 bis
140 000 Quadratmetern liegen könnte“, fuhr Sachse fort. Damit würde
der bisherige Höchstwert vom Sonderfall im Jahre 2009 mit insgesamt
115 000 Quadratmetern weit übertroffen.

Die Spitzenmieten für moderne Büroflächen in der
Messestadt liegen laut BNP noch unverändert bei 13 Euro pro
Quadratmeter, der Mittelwert für alle Segmente stieg zuletzt auf
8,20 Euro. Wegen des immer schnelleren Rückgangs der Leerstände (in
diesem Jahr um bisher sechs Prozent auf 311 000 Quadratmeter –
kurzfristig verfügbar ist davon nur die Hälfte) rechnet Sachse für
die nahe Zukunft mit leicht höheren Preisen. Diese seien auch nötig,
um mehr Neubauaktivitäten auszulösen. Investoren aus dem In- und
Ausland stünden für Gewerbeobjekte in der Region Schlange. Durch die
Verkäufe von Nova Eventis, Karstadt-Warenhaus, Städtischem Kaufhaus
und dem neuen Melia-Hotel am Dittrichring habe es im ersten Halbjahr
2017 einen neuen Umsatzrekord am Leipziger Gewerbeinvestmentmarkt
von rund 610 Millionen Euro gegeben.

Oberbürgermeister wirbt am Donnerstag auf Expo Real um Investoren

Trotzdem müsse Leipzig aufpassen, dass aus dem schon jetzt
zu geringen Angebot an neuen Büro- und Gewerbeflächen nicht bald ein
Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung wird. „Im
Logistik-Bereich leidet das Stadtgebiet schon länger unter einem
Angebotsmangel, weshalb viele Firmen ins Umland ausweichen müssen.“
Offenbar habe die Politik das Problem aber erkannt. So trete
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Donnerstag bei einer
Podiumsdiskussion auf Europas größter Immobilienmesse Expo Real in
München auf, um für Investitionen in hiesige Büro- und
Gewerbeobjekte zu werben. Immerhin, so Sachse, habe sich auch der
Leipziger Logistikmarkt in den ersten drei Quartalen 2017 – mit
Transaktionen über 57 Millionen Euro – auf niedrigem Niveau wieder
besser berappelt.

Die Tendenzen bestätigt Kay Förster,
Büro-Vermietungsexperte bei Aengevelt in Leipzig. Vor allem die
Call-Center und andere Dienstleister, Internet- und
Kommunikationsunternehmen hätten dazu beigetragen, dass sich der
Büroleerstand in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert habe.
„Leipzig ist nach Berlin der mit Abstand wichtigste Bürostandort in
Ostdeutschland.“ Beim Bau neuer Stadtviertel – wie neben dem
Hauptbahnhof – sollte unbedingt darauf geachtet werden, neben den
Wohn- auch viele Gewerbeflächen zu errichten. „Sonst wandern die
Arbeitsplätze woanders hin“, sagte er.

Von Jens Rometsch

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