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Lokales Ansturm auf Fischereischein-Lehrgänge: Angeln ist fast so beliebt wie Fußball
Leipzig Lokales Ansturm auf Fischereischein-Lehrgänge: Angeln ist fast so beliebt wie Fußball
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14:49 23.02.2018
Das Wissen aus den Büchern muss in die Köpfe: 70 angehende Angler machen den Fischereischein-Lehrgang bei Holger Lange in der Gaststätte „Zur Sandgrube“ in Portitz. Quelle: Foto: Andre Kempner
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Leipzig

Bis zum letzten Platz voll ist der Saal in der Portitzer Gaststätte „Zur Sandgrube“. 70 Männer und (einige wenige) Frauen drücken von Freitagnachmittag bis Sonntagnachmittag die „Schulbank“, um den 30-stündigen Lehrgang für den Angelschein zu absolvieren. Der ist Voraussetzung dafür, dass man die Fischereischein-Prüfung ablegen darf und den „Führerschein“ fürs Angeln bekommt.

Vom 14-jährigen Schüler bis zum 65-jährigen Renter sind unter den Newcomern alle Altersklassen vertreten. Die Jüngsten machen den Lehrgang, weil sie mit dem Opa angeln wollen – und die Ältesten, weil sie mit den Enkeln angeln wollen. „Ich möchte auch mal meinen Wurm baden“, lacht der 65-jährige Andreas Damm. Er ist jetzt Rentner, hat mehr Zeit und zudem zwei angelbegeisterte Enkel. Außerdem fährt er mit Freunden jedes Jahr übers Wochenende weg – bisher durfte er den anderen beim Angeln immer nur zuschauen, doch das soll sich nun ändern.

Angeln ist als Freizeitbeschäftigung fast genauso beliebt wie Fußball. Jedes Jahr stoßen 300 bis 600 neue Mitglieder zum Anglerverband Leipzig hinzu. Allein in der Stadt Leipzig gibt es 44 Vereine mit rund 5200 Mitgliedern. Doch bevor sie sich mit dem Klappstuhl an den See setzen, heißt es Wissen büffeln.„Es geht um Wissen aus den Bereichen allgemeine Fischkunde, Rechtskunde, Gewässerkunde, spezielle Fischkunde und Gerätekunde“, erklärt Referent Holger Lange. Der Vorsitzende der Angelfreunde Gohlis ist für die Fischereischeinschulungen im Anglerverband Leipzig zuständig. Selbst ist er seit bald fünfzig Jahre an Seen und Flüssen unterwegs. Die beliebtesten Angelgewässer um Leipzig seien der Markkleeberger, Cospudener und Schladitzer See, aber auch Pleiße, Elster, Luppe, Auensee und Fortunabad, erzählt der 59-Jährige. Karpfen und Hecht würden in Leipzig am häufigsten aus dem Wasser gezogen. Ein „Trendfisch“ sei die Maräne, die ursprünglich nur in Sachsen-Anhalt und in den Alpenseen Bayerns und Österreichs vorkam. „Ein toller Speisefisch“, schwärmt Lange. Der Anglerverband hat in den Tagebaurestlöchern Jungfische angesiedelt und die Maräne somit nach Leipzig geholt.

165 Euro kostet der Lehrgang, hinzu kommen rund 30 Euro für die Prüfung bei der Dekra. Dort müssen 60 Fragen beantwortet werden, die der Computer aus einem Fragenpool von mehr als tausend Fragen auswählt. 2017 haben in Sachsen 3690 Leute an der Fischereiprüfung teilgenommen, 82 Prozent haben bestanden. Und damit nachgeweisen, dass sie sich am Gewässer tierschutzgerecht verhalten und die Bestimmungen des Natur-, Arten- und Gewässerschutzes einhalten können.

Nächste Lehrgänge des Anglerverbandes Leipzig zum Fischereischein-Erwerb: 2. bis 4. März in Eilenburg, 16. bis 18. März in Liebertwolkwitz, 4. bis 6. Mai in Portitz, 29. Juni bis 1. Juli in Wurzen.

Von Kerstin Decker

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