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Ansturm auf Gondwanaland nach Heidis Tod – Zoo Leipzig erwartet Millionsten Besucher

Ansturm auf Gondwanaland nach Heidis Tod – Zoo Leipzig erwartet Millionsten Besucher

Nach dem Tod des schielenden Opossums Heidi vor gut einer Woche hat das Leipziger Gondwanaland einen Besucheransturm erlebt: Allein am vergangenen Wochenende kamen über 18.000 Gäste in den Zoo.

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„Dieser Ansturm auf Gondwanaland hat uns völlig überrascht“, sagt Zoochef Jörg Junhold. Seit Freitag ist der 47-Jährige Präsident des Weltzooverbandes WAZA.

Quelle: dpa

Leipzig. „Das hat uns völlig überrascht“, sagte Zoochef Jörg Junhold am Freitag. Die neue Riesentropenhalle soll noch in diesem Monat die Millionen-Besucher-Marke knacken. Am Samstag, dem 100. Tag seit der Eröffnung von Gondwanaland am 1. Juli, wird der 900.000 Gast erwartet.

Seit Jahresbeginn strömten rund 1,68 Millionen Menschen in den Zoo – bereits jetzt mehr als im gesamten Vorjahr (1,56 Millionen). „Dies übertrifft unsere ohnehin hohen Erwartungen noch deutlich“, erklärte Junhold, der am Donnerstag in Prag zum neuen Präsidenten des Weltzooverbandes WAZA ernannt wurde. „Eine hohe Anerkennung für unseren Zoo und die ganze Mannschaft“, betonte der 47-Jährige. Zum Amtsantritt schenkte Junhold seinem Vorgänger Mark Penning aus Südafrika eine Plüsch-Heidi, wie er berichtete.

Komodowaran und Zwergflusspferd bekommen Gesellschaft

Trotz des Ablebens der berühmten Beutelratte zog Junhold nach 99 Tagen Gondwanaland ein zufriedenes Zwischenfazit. „Es läuft stabil. Die Pflanzen- und Tierwelt fühlt sich wohl.“ Die Bewohner der Tropenhalle hätten sich mittlerweile an ihre neue Umgebung gewöhnt. Scheue Zeitgenossen wie der Fischotter oder der Ozelot seien nun deutlich häufiger in ihren Gehegen zu sehen. „Am Anfang waren auch die Tapire noch sehr wasserscheu, jetzt kommen sie immer öfter an den Fluss heran und sind gut von den Booten aus zu sehen“, berichtete er.

In den kommenden Monaten soll der Bestand an frei fliegenden Vögeln in der Riesentropenhalle schrittweise ergänzt werden. Der Komodowaran, das Zwergflusspferd und der Sunda-Gavial bekämen zudem Partner, kündigte Junhold an. Der Zoo will die vom Aussterben bedrohten Tierarten künftig selbst züchten.

Dass die Bootstouren im Gondwanaland Mitte August wegen technischer Probleme kurzzeitig eingestellt werden mussten, bezeichnete Junhold als bislang „einzigen Wermutstropfen“ seit der Eröffnung der Riesentropenhalle. „Wenn man eine so hochkomplexe Anlage in Betrieb nimmt, muss man damit rechnen, dass auch mal was schief geht“, sagte er. Bereits nach wenigen Tagen konnte die Störung im Antriebssystem jedoch behoben und die Bootsanlage wieder in Betrieb genommen werden.

Herbstrundgang durch den Leipziger Zoo:

Die nächsten Ziele auf dem Weg zum „Zoo der Zukunft“ – dem 1999 beschlossenen und 130 Millionen Euro umfassenden Erweiterungs- und Sanierungsplan – hat Junhold bereits fest im Blick. Die Bärenburg sowie die Pinguin- und die Raubtieranlage sollen saniert werden. Die Gehege seien in schlechtem Zustand. „Da drückt es uns“, meinte Junhold. In den nächsten Wochen werde die Zooleitung darüber beraten, welches Projekt 2012 als erstes angegangen werde. „Wir sind noch lange nicht fertig, können finanziell aber nicht alles gleichzeitig machen“, bat er um Verständnis.

Seit Freitag steht der Leipziger Zoodirektor dem Weltverband der Zoos und Aquarien (WASA) mit rund 1000 Mitgliedseinrichtungen vor. In den kommenden zwei Jahren seiner Amtszeit wolle Junhold auf stärkeres Engagement für den Artenschutz und höhere Tierhaltungs-Standards in den Zoos weltweit drängen. Dafür reist er im kommenden Jahr unter anderem zu Konferenzen nach Südkorea und Indien, mehrmals im Jahr werde er auch in der Verbands-Zentrale in der Schweiz tätig sein. Hauptschwerpunkt seiner Arbeit liege aber nach wie vor in Leipzig, betonte der Zoochef.

Auch Junhold bekam zum Amtsantritt ein Geschenk: Seine Zoo-Mitarbeiter überreichten ihm am Freitag ein Gehege-Schild mit seinem Porträtfoto – das normalerweise den Tieren vorbehalten ist. Spezies: WAZA-Präsident. „Klasse Idee!“, fand der Zoochef.

Robert Nößler

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