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Lokales Antennen-Fernsehen in Leipzig/Halle sendet jetzt schon sechs Programme in HD
Leipzig Lokales Antennen-Fernsehen in Leipzig/Halle sendet jetzt schon sechs Programme in HD
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07:00 04.07.2016
Entscheidende Elfmeter zur Fußball-Europameisterschaft – hier Jonas Hector – können in Leipzig jetzt auch per Antennenfernsehen in bester HD-Bildqualität verfolgt werden. Quelle: Foto: Jens Rometsch
Leipzig

Der Ballungsraum Leipzig/Halle gehört zu den Gebieten in Deutschland, die beim Antennen-Fernsehen ganz vorne mitspielen. 20 TV-Programme können hier seit kurzem kostenlos empfangen werden: darunter sechs (ARD, ZDF, RTL, Sat 1, Pro 7 und Vox) in hochauflösenden HD-Bildern. Mit „Leipzig Fernsehen“ soll in den nächsten Monaten noch ein siebentes Programm in HD-Qualität auf den Äther kommen. Ab 29. März 2017 sind dann sogar rund 40 Programme geplant.

Die Einführungsphase von DVB-T2 HD im Raum Leipzig begann bereits am 31. Mai 2016. Es ist übrigens die bislang einzige Region in Sachsen, in der das neue Angebot genutzt werden kann. Parallel dazu läuft auch hier weiterhin das alte Antennenfernsehen DVB-T, dessen Verbreitung voraussichtlich 2019 eingestellt wird. Zuschauer, die schon jetzt auf den neuen Standard wechseln, haben jedoch einige Vorteile, ergab jetzt ein LVZ-Test.

Vor allem große Flachbildschirme zeigten bei dem alten System oft nur eine schlechte Bildqualität. Zudem waren die großen Privatsender wie Sat 1 im bisherigen Angebot nicht vertreten. Beides ändert nun DVB-T2 HD. Über das neue System konnten in Leipzig in den vergangenen Tagen die Spiele der Fußball-EM in gestochen scharfen Bildern verfolgt werden – sowohl in der Wohnung als auch unter freiem Himmel. Der Klang war ebenfalls viel besser, ergab unser Test.

In aller Regel muss für den Empfang aber ein neuer Decoder angeschafft werden. Bislang verfügen nur wenige, nämlich nagelneue TV-Geräte, über ein dafür taugliches Empfangsmodul (Geräte, die es haben, sind an einem grünen Logo mit der Aufschrift DVB-T2 HD zu erkennen). Alte Stabantennen sind problemlos weiter verwendbar.

Bei der Wahl des neuen Decoders tut sich indes eine Hürde auf. Einige Modelle gibt es im Handel bereits für etwa 45 Euro. Damit lassen sich ARD und ZDF (sowie ab 29. März 2017 auch viele andere öffentlich-rechtliche Programme) in HD-Qualität sehen, nicht jedoch die großen Privatsender. Wer auch RTL, Sat 1, Pro 7 und Vox (sowie ab 29. März 2017 weitere private HD-Programme) einschalten möchte, benötigt für die gesamte Vielfalt einen etwas kostenintensiveren Decoder. Solche Modelle stehen derzeit für rund 70 Euro im Regal. Zu erkennen sind sie an dem schon erwähnten grünen Logo mit der Aufschrift DVB-T2 HD oder an dem Namen Freenet TV.

Der Grund für die Trennung in zwei Preis-Kategorien ist die Verschlüsselung der privaten Programme. Decoder der teureren Kategorie verfügen über ein Entschlüsselungsmodul. Bis 29. März 2017 können damit RTL, Sat 1, Pro 7 und Vox (jeweils in HD) noch kostenlos geschaut werden, erklärt Martin Deitenbeck, Sprecher und Geschäftsführer der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM). Danach wollen die Privaten ihr Angebot beim Antennenfernsehen deutlich erweitern. Sehen kann das jedoch nur, wer nach einer dreimonatigen Schnupperzeit ein kostenpflichtiges Abo bei der Firma Freenet TV abschließt. „Wahrscheinlich liegt der Preis dafür bei einem mittleren einstelligen Euro-Betrag pro Monat“, sagt Deitenbeck.

Ab dem Stichtag am 29. März 2017 sollen insgesamt 40 HD-TV-Sender in Leipzig per Antenne empfangbar sein. Mit 1080p falle deren Bildauflösung sogar noch besser aus als aktuell per Kabel oder per Satellit, erläutert der Fachmann. „Die SLM geht davon aus, dass ein so attraktives Angebot auch viele neue Nutzer für das Antennenfernsehen gewinnen kann.“

Zuvor müssen alte wie neue Nutzer aber noch eine Klippe umschiffen. Das Auffinden der HD-Programme erwies sich im LVZ-Test als schwierig. Bei zwei verschiedenen Decodern waren jeweils mehr als ein halbes Dutzend Sendersuchläufe nötig (samt immer wieder neuer Standorte für die Antenne), bevor eine richtige Stelle gefunden war. Ein Tipp: Stellen Sie die Antenne dorthin, wo das ARD-Bouquet ein starkes Signal sendet. Ganz in der Nähe klappte es dann meist auch mit HD.

Von Jens Rometsch

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