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Lokales Antifa-Großdemo durch Leipziger Osten am Sonnabend - Modegeschäft im Visier
Leipzig Lokales Antifa-Großdemo durch Leipziger Osten am Sonnabend - Modegeschäft im Visier
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09:51 22.03.2012
In Leipzig gibt es einen neuen Laden, in dem die in der rechten Szene beliebten Thor Steinar Marke Verkauf wird. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Gegen Nazis und rechte Alltagskultur".

Jahrelang hatten Antifa-Kräfte das NPD-Büro in der Lindenauer Odermannstraße im Visier. Doch inzwischen sehen die Linken neue Schwerpunkte. "Seit Dezember 2011 ist der Leipziger Osten verstärkt als Aktionsfeld von Neonazis in den Fokus gerückt", teilte das Ladenschluss-Aktionsbündnis, welches zu der Demo am Sonnabend aufruft, mit.

So hätten "bekannte Gesichter der Leipziger Neonazi-Szene" in einer Wohnung in der Langen Straße einen Treffpunkt errichten wollen, ihnen sei jedoch aufgrund des öffentlichen Drucks gekündigt worden. Zudem sollen die so genannten Freien Kräfte versucht haben, einen neuen Anlaufpunkt in der Wurzner Straße zu etablieren.

Eine erstes Ziel der Antifa ist jedoch die Schließung des Modegeschäfts "Fighting Catwalk" im Täubchenweg. Dessen Sortiment laut Betreiberauskunft: Street- und Sportswear, Sport- und Kampfsportausrüstung. Allerdings befindet sich darunter auch Bekleidung der bei Rechtsextremisten beliebten Marke Thor Steinar.

2009 musste ein Thor-Steinar-Laden in der Leipziger Innenstadt nach massiven Protesten schließen. Vor drei Jahren hatte ein arabisches Unternehmen mit Sitz in Dubai die Bekleidungsmarke übernommen, seither soll Thor Steinar bei Teilen der Neonazi-Szene gewisse Akzeptanzprobleme haben.

Gleichwohl gelten die Klamotten noch immer als ein Erkennungsmerkmal unter Rechtsextremen. Die Betreiber des Reudnitzer Geschäfts sehen sich jedenfalls zu einer Erklärung veranlasst. Auf der Webseite des Shops heißt es: "Unser Angebot ist nicht geprägt von politischen Interessen und unterstützt in keiner Form Gruppierungen! Und wir bitten all die, die aus reinem Aktionismus ein Politikum schaffen wollen, fern zu bleiben."

Diesem Wunsch dürfte die Antifa kaum Folge leisten. "Die Eröffnung eines Geschäfts mit dem Namen ,Fighting Catwalk' gibt Grund zur Sorge", so das Ladenschluss-Bündnis. "Nicht nur der Name erinnert an Gewaltbereitschaft, sondern der Verkauf von Thor-Steinar-Produkten lässt darauf schließen, dass ein rechtsradikales Publikum angesprochen wird."

Gestern Abend fand, einen Steinwurf vom "Fighting Catwalk" entfernt, eine Podiumsdiskussion statt. Erörtert wurden "Strategien gegen organisierte Nazis und alltägliche Diskriminierung".

Demo-Route:

Auftaktveranstaltung Friedrich-List-Platz, Ludwig-Erhard Straße, Kreuzstraße, Zwischenkundgebung Kreuzstraße/Scherlstraße, Kreuzstraße, Inselstraße, Dresdner Straße, Gerichtsweg, Täubchenweg, Zwischenkundgebung Täubchenweg/Heinrichstraße, Täubchenweg, Breite Straße, Bernhardstraße, Krönerstraße, Wurzner Straße, Torgauer Straße, Eisenbahnstraße, Zwischenkundgebung Eisenbahnstraße/Hermann-Liebmann-Straße, Hermann-Liebmann-Straße, Bergstraße, Kohlgartenstraße, Dresdner Straße, Breite Straße, Täubchenweg, Kippenbergstraße, Abschlussveranstaltung Lene-Voigt-Park.

Angemeldet wurde die Demo für den Zeitraum von 12 bis 20 Uhr.

F.D.

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