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Lokales Anwohner ärgern sich über zu viele Stadtrundfahrten durch Schleußig
Leipzig Lokales Anwohner ärgern sich über zu viele Stadtrundfahrten durch Schleußig
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00:20 17.09.2017
Gut für die Gäste, oft nervig für Anwohner: Leipzig präsentiert sich bei Rundfahrten von der besten Seite, auch in Wohngegenden wie Schleußig und Plagwitz.  Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

 
 

Dabei geht es vielen gar nicht so sehr um den Verkehr an sich, sondern vor allem um den Lärm, darunter von den Lautsprecherdurchsagen der Stadtführer bei offenem Deck, und den Schadstoffausstoß der Busse. „Die Oldtimer-Flotte ist einfach laut und saumäßig dreckig“, betont Daniel Schade, der gegenüber den Buntgarnwerken wohnt. „In so einem kinderreichen Wohngebiet wie Schleußig muss die Verwaltung auch etwas für die Gesundheit der Bürger tun.“ Der Philosoph und Dramaturg weist darauf hin, dass moderne Reisebusse deutlich leiser sind. Schade fordert gar nicht, die Busse gänzlich zu verbannen. Für einige Anwohner steht aber außer Frage, dass nachreguliert werden muss. Vorgeschlagen wird, die alten Busse zu entkernen und auf Elektro umzustellen. „Die Stadt sucht doch immer nach Möglichkeiten, in Sachen E-Mobilität voran zu kommen. Das wäre eine.“

Christine Schinke, die Chefin der Leipziger Oldtimer Fahrten GmbH, steht solchen Vorschlägen durchaus aufgeschlossen gegenüber. Dies wurde auch im Rathaus mit mehreren Busunternehmen bereits diskutiert. Derzeit sieht es aber nicht so aus, ob für eine Umrüstung Fördermittel fließen. „Wir planen eine Lösung – sind auch schon mit Partnern im Gespräch“, deutet sie zumindest an. Sie betont aber, dass ihre Firma nur die gelben Oldtimer betreibe. Es gebe weitere Anbieter. Unterwegs mit Bussen durch das Viertel ist auch die Firma Leipzig Erleben. „Wir fahren zweimal am Tag mit modernen Reisebussen“, bestätigt Geschäftsführerin Anke Knote. Leipzig brauche Touristen, denen man etwas bieten muss. Bei Oldtimer-Fahrten, die sie nicht anbietet, helfen ihre IHK-zertifizierten Gästeführer aus, da ihr Unternehmen Wert auf Qualität lege. „Wir sind stolz auf unsere Stadt und wollen sie ihnen auch zeigen“, ergänzt Schinke. Deshalb komme man mit Selbstverpflichtungen, bestimmte Straßen nicht anzufahren, auch nicht weiter.

Eine ähnliche Situation gibt es in Gohlis. Wie berichtet, hatten dort Anwohner in einer Petition an den Stadtrat gefordert, die Fahrten zum Schillerhaus durch die Menckestraße einzuschränken. Die Stadt hatte argumentiert, sie könne kein Durchfahrtsverbot verhängen. Dafür fehle eine Rechtsgrundlage.

Einige Anwohner in Schleußig wollen sich nun bei einer Kundgebung am Freitag treffen. Anlass ist der weltweite Aktionstag Parking Day. An jenem Tag werden Parkplätze im öffentlichen Straßenraum modellhaft kurzfristig umgewidmet. „Die Idee ist ja, eine Parklücke für einen Tag aus ihrem tristen Dasein zu erlösen und wieder mit Mensch und Natur zu beleben“, erklärt Schade. Die Initiative will sich 10 Uhr bis 20 Uhr an der Holbeinstraße/Alfred-Frank-Straße (vor der„Speisekammer“) versammeln und über weitere Schritte diskutieren.

Am morgigen Parking Day werden weitere PKW-Stellplätze für eine Zeit zu autofreien Bereichen umgestaltet, um einen Raum für Kommunikation zu schaffen. Betroffen sind die Arthur-Polenz-Straße 46, Bernhard-Göring-Straße 159, Bornaische Straße 3d, Demmeringstraße 32 , Holbeinstraße, Ecke Alfred-Frank-Straße, Karl-Heine-Straße 68 sowie 77-79, Karl-Liebknecht-Straße 52-54, Kolonnadenstraße 5-7, Lindenauer Markt 13, Richterstraße 4-6 und Schillerstraße 5

Von Mathias Orbeck

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