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Lokales Anwohnerparken bald auch südlich der Jahnallee
Leipzig Lokales Anwohnerparken bald auch südlich der Jahnallee
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22:28 20.10.2017
So stellen sich die Planer das stufenweise Vorgehen vor: Im nächsten Jahr sollen im Waldstraßenviertel Anwohner Vorrang beim Parken erhalten, ein Jahr später das Viertel östlich der Friedrich-Ebert-Straße und dann das Bachviertel.  Quelle: Grafik: Patrick Moye
Leipzig

Im Umfeld des Sportforums werden die Parkprobleme immer größer. Nachdem die Stadt ein Parkraumkonzept für das Waldstraßenviertel auf den Weg gebracht hat (die LVZ berichtete), untersuchen die Planer nun die Gebiete südlich der Jahnallee. Ein erstes Teilergebnis liegt jetzt auf dem Tisch.

Es sieht vor, die südlich der Jahnallee ans Sporforum grenzenden Stadtteile nicht in einem Schritt zu Anwohnerparkzonen zu erklären. Denn Untersuchungen des Ingenieurbüros IKS haben ergeben, dass der dafür gesetzlich vorgeschriebene „erhebliche Parkdruck“ noch nicht überall vorhanden ist. „Das wird aber noch eintreten“, erklärte Torben Heinemann vom Verkehrs- und Tiefbauamt am Donnerstagabend auf einer Bürgerversammlung im Hauptgebäude des Sportforums. Denn die im dritten Quartal nächsten Jahres geplante Ausweisung des Waldstraßenviertels als Anwohnerparkzone werde „Verdrängungseffekte“ auslösen. Fremdparker würden dann in großer Zahl in die Viertel südlich der Jahnallee ausweichen.

Parkgebühr könnte Abhilfe schaffen

Andreas Schmitz vom Planungsbüro IKS berichtete, schon die Einführung einer Parkgebühr von 50 Cent je Stunde und drei Euro pro Tag schrecke Fremdparker ab, die in der Innenstadt arbeiten. „Sie stellen ihre Autos dann in Parkhäusern ab, weil sich das Ausweichen in die Wohnviertel nicht mehr lohnt“, erklärte er. Anwohner könnten dagegen mit ihren Anwohnerparkscheinen weiter kostenlos parken.

Schmitz und seine Mitarbeiter haben in einigen Straßen südlich der Jahnallee eine Parkauslastung von 120 Prozent festgestellt – selbst wenn RB nicht spielt. An solchen Tagen seien „rund 700 gebietsfremde Dauerparker“ ermittelt worden. Diese besonders stark betroffenen Bereiche befinden sich vor allem östlich der Friedrich-Ebert-Straße (siehe Skizze). Für dieses Gebiet wollen die Planer deshalb im nächsten Jahr dem Stadtrat die Ausweisung einer Anwohnerparkzone vorschlagen und anschließend beschließen lassen. Die Zone könne dann 2019 wirksam werden, hieß es.

Bewohner des Bachviertels sahen dies anders und forderten, zeitgleich auch für ihr Viertel eine ähnlich Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Dies sei rechtlich problematisch, entgegneten die Verkehrsplaner. Denn erfahrungsgemäß finde sich immer ein Anwalt, der eine neue Anwohnerparkzone gerichtlich überprüfen lässt. Bei den jetzt vorliegenden Zahlen würde sich dann herausstellen, dass der erforderliche „erhebliche Parkdruck“ in Teilen des Bachviertels noch nicht vorliegt.

Anwohner wollen Straßen sperren lassen

Dies werde sich aber ändern, sobald das Waldstraßenviertel und das Gebiet östlich der Friedrich-Ebert-Straße für Fremdparker unattraktiv wird und die absehbaren Verdrängungseffekte eintreten, so Heinemann. Das Verkehrs- und Tiefbauamt werde dann umgehend die notwendigen erneuten Untersuchungen beginnen. „Sie werden ihre Parkraumbewirtschaftung bekommen, nur etwas später“, versprach Heinemann den Bewohnern des Bachviertels.

Diese forderten auch, bei RB-Spielen die Jahnallee und die Marschnerstraße für anreisende Stadionbesucher komplett zu sperren, damit diese erst gar nicht in die bewohnten Viertel gelangen können. Dies sei nicht möglich, erklärte Heinemann. Beide Trassen würden zum Hauptstraßennetz gehören und zwingend für das Funktionieren der Stadt benötigt.

Es wurden auch Forderungen laut, das Bachviertel bei Großveranstaltungen mit einem Sperrkreis zu schützen, wie es zurzeit im Waldstraßenviertel geschieht. Die Antwort: Wegen der Weiträumigkeit des Viertels müssten 13 Absperrungen eingerichtet und kontrolliert werden – was ein enormer Aufwand wäre, der unvertretbar ist.

Gefordert wurde dort auch der Einsatz von Politessen während der RB-Spiele. Denn Falschparker würden ständig Gehwege zuparken. Heinemann erklärte, dass dies machbar wäre, aber vermutlich auch viele Anwohner treffen würde. Denn die kämen am Abend nach Hause und würden mangels regulärer Parkplätze ihre Autos vielleicht auch auf Gehwegen abstellen.

Von Andreas Tappert

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