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Lokales Arbeiten am Nahle-Auslass-Bauwerk haben begonnen – Umweltschützer empört
Leipzig Lokales Arbeiten am Nahle-Auslass-Bauwerk haben begonnen – Umweltschützer empört
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23:59 20.01.2014
Das Nahle-Auslass-Bauwerk ist marode. Bei Hochwasser (wie 2011 und 2013) wird es geöffnet, um durch Überflutung der Burgaue Entspannung zu schaffen. Quelle: André Kempner

Diese hatten für die Ratsversammlung am 21. November 2013 beantragt, der Oberbürgermeister solle sich bei der Landestalsperrenverwaltung (LTV) für eine Verschiebung der Erneuerung des Nahle-Auslass-Bauwerks im Leipziger Auenwald einsetzen. Zunächst solle ein Fachsymposium klären, ob durch eine Absenkung der Wehrschwelle eine regelmäßige Flutung der Burgaue erreicht werden kann - auf dass die auentypischen Bäume dort in Zukunft wieder besser gedeihen.

Über den Antrag wurde nicht abgestimmt, er landete in einem Fachausschuss. Inzwischen hat die Verwaltung eine Stellungnahme erarbeitet, die heute in der Dienstberatung zur Debatte steht.

Doch vor Ort hat die drei Millionen Euro teure Erneuerung der unter Betonkrebs und Rost leidenden Anlage gerade begonnen, bestätigte gestern Axel Bobbe von der LTV. "Das Vorhaben ist ökologischer Hochwasserschutz und wurde schon auf etlichen Foren diskutiert. Wir bauen jetzt. Am Jahresende wird die Anlage wieder so wie heute aussehen, aber absolut funktionstüchtig sein."

Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) betonte, dass Leipzig keinerlei Mitspracherecht bei einer solchen "Hochwasserschutzmaßnahme an einem Gewässer I. Ordnung" besitze - weder wasser- noch naturschutzrechtlich. Die LTV habe die Stadt in der vergangenen Woche ordnungsgemäß über den Baustart informiert. "Unser Renaturierungsprojekt Lebendige Luppe wird damit nicht torpediert. Das Auslass-Bauwerk war von Anfang an eingeplant."

Empört zeigte sich Martin Hilbrecht vom BUND. Die LTV errichte unter dem Deckmantel der Instandsetzung in Wahrheit einen Neubau, obwohl sie dafür andere Genehmigungen bräuchte. Vor allem werde mit der Millionen-Investition die Austrocknung der Burgaue - mit Schäden an der Natur - auf Jahre zementiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.01.2014

Rometsch, Jens

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