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Arbeiten am Palmengartenwehr: Drohne dokumentiert Uferschäden

Bootsverkehr nicht möglich Arbeiten am Palmengartenwehr: Drohne dokumentiert Uferschäden

Das Elsterflutbett im Leipziger Südwesten führt derzeit extrem wenig Wasser. Experten prüfen, ob das Palmengartenwehr reibungslos funktioniert. Die technische Anlage ist wichtig für den Hochwasserschutz der Stadt.

Niedrigwasser: Eine Drohne dokumentierte den Uferverlauf und liefert so Daten über Schäden.
 

Quelle: Kempner

Leipzig.  Das Elsterflutbett bietet derzeit einen ungewöhnlichen Anblick: Das Gewässer im Leipziger Südwesten führt extrem wenig Wasser. Grund sind die jährlichen Wartungsarbeiten am Palmengartenwehr. Für Wasserfahrzeuge ist der Abschnitt bei Niedrigwasser gesperrt, erklärte die Landestalsperrenverwaltung.

Um rund vier Meter musste der Wasserspiegel abgesenkt werden, damit die Experten die Funktion der Walzen, Antriebe und Ketten der Wehranlage überprüfen konnten. Betroffen sind Abschnitte der Weißen Elster, des Elsterflutbettes, des Pleißeflutbettes, des Elstermühlgrabens, des Karl-Heine-Kanals und der Kleinen Luppe bis zum Lindenauer Wehr. Bootsverkehr sei bei diesem Wasserstand nicht möglich, erklärte Günter Eckert von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) am Donnerstag. Die Anlieger wie Kanuvereine oder Bootsverleiher seien informiert worden.

Niedrigwasser am Elsterflutbett und weiteren Gewässern in Leipzig. Grund sind Wartungsarbeiten am Palmengartenwehr, das für den Hochwasserschutz der Stadt von hoher Bedeutung ist. Foto: Dirk Knofe

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Drohne im Einsatz

Durch das Niedrigwasser bot sich für die LTV auch die Möglichkeit, Uferschäden zu dokumentieren. Dafür setzte die Behörde zum ersten Mal eine Drohne ein, bestätigte LTV-Leiter Axel Bobbe. Das High-Tech-Gerät für die professionelle Vermessung war am Donnerstag acht Stunden lang im Einsatz. Nach jeweils 20 Minuten muss die Drohne landen, damit die Akkus ausgetauscht werden.

Die Drohne erstelle ein dreidimensionales Geländerelief, „die Fachleute reden von Punktwolken“, so Bobbe weiter. Zwischen Schleußiger Weg und Klingerweg habe es durch das Hochwasser 2013 Schäden gegeben. Das Fluggerät soll nun Daten über das Ausmaß liefern. „Wir werden nach der Auswertung entscheiden, ob wir das noch zwei bis drei Jahre beobachten können oder eher handeln müssen“, so Bobbe.

Sorge um den Fischbestand

Der Anglerverband Leipzig hatte im Vorfeld des Niedrigwassers Sorge um den Fischbestand in den Gewässern. Rund 20 Arten von der Barbe über Hechten bis zu Karpfen gebe es dort. Für die Absenkung des Wasserspiegels musste das Palmengartenwehr geöffnet werden. Bei Wartungsarbeiten im Januar hätte sich das Flutbett dadurch regelrecht in ein Wildwasser verwandelt. „Die Fische werden weggespült und der Bestand erheblich dezimiert“, erklärte Matthias Kopp vom Vorstand des Anglerverbands.

Die Fischtreppe am Palmengartenwehr sei denkmalgeschützt, aber vom Gefälle her nicht als Aufstieg für die Tiere geeignet. Diesmal hätten Flussmeisterei und Anglerverband aber eng zusammengearbeitet. „Das hat hervorragend funktioniert, die Folgen für den Fischbestand sind bei Weitem nicht so groß“, ist Kopp erleichtert.

Hochwasserschutz für Leipzig

 Nach bisheriger Prüfung funktioniert das Wehr laut LTV reibungslos. Die Arbeiten sollen noch am Donnerstag abgeschlossen werden. Am Freitag werden die Gewässer voraussichtlich wieder ihren normalen Pegelstand erreichen.

Bei Hochwasser ist die Wehr-Anlage, erbaut von 1913-1917, existenziell für Leipzig. Über die Sperren und Durchläufe wird der Abfluss der Wassermassen geregelt, die über die Weiße Elster, Elster- und Pleißeflutbett in Richtung Messestadt fließen. Im Juni 1954 führte ein Defekt am Palmengartenwehr nach heftigen Niederschlägen zur Überflutung von Teilen der Westvorstadt und des Waldstraßenviertels.

Von Evelyn ter Vehn

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