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Lokales Arbeitsagentur Leipzig bietet wieder Weihnachtsmänner frei Haus
Leipzig Lokales Arbeitsagentur Leipzig bietet wieder Weihnachtsmänner frei Haus
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17:18 11.10.2011
Die Männer der Arbeitsagentur fragen genau, ob ein Kind artig war. Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Agentursprecher Hermann Leistner schlüpft auch selbst ins Kostüm.

45 Weihnachtsmänner hat Hermann Leistner derzeit schon wieder auf der Liste. „Letztes Jahr waren es 49, die restlichen vier müssen wir noch aktivieren“, sagt er. Die braucht er auch. 433 Aufträge wurden im letzten Jahr vergeben, davon 402 allein für Heiligabend. Unter der roten Kutte stecken Rentner, Studenten, Schauspieler und Menschen, die einfach Spaß daran haben, zu Heiligabend den rüstigen Geschenkeüberbringer mit weißem Bart zu spielen.

„Wir hatten einmal ein Brüderpaar, die beide Zahnmedizin studierten. Die haben noch als gestandene Ärzte mit großer Freude den Weihnachtsmann gegeben. Auch eine Weihnachtsfrau gab es einmal“, erinnert sich Leistner. 95 Prozent seiner Darsteller seien über Jahre hinweg dabei. „Das sind Leute, die schauspielerisches Können mitbringen, ein großes Herz haben und begeistert sind, von dem was sie tun“, beschreibt er das Anforderungsprofil. „Und zuverlässig müssen sie sein. Wenn von zehn Terminen am Heiligabend nur einer nicht wahrgenommen wird, dann gibt es Tränen in den Kinderaugen.“

Bewerbungen sind immer möglich, jedoch sei bei gänzlich unbekannten Kandidaten immer eine gewisse Unsicherheit da, sagt Leistner. „Wir lassen denjenigen dann schon einmal seinen Auftritt vormachen. Wenn einer in eine andere Haut schlüpfen muss, erkennt man schnell, wer mit dem Herzen dabei ist.“ Manche haben über die Jahre sogar einen eigenen Weihnachtsmann-Typ entwickelt mit eigenen Requisiten, sagt Leistner.

Es ist wichtig, dass der Weihnachtsmann sich auf jede Familie einstellt. Acht bis zehn Termine muss jeder Agentur-Santa-Claus am 24. Dezember absolvieren. Eine Liste von Familien in einem bestimmten Stadtgebiet erhält er vorher, dann werden Details mit den Familien vorher besprochen: Wie viele Kinder gibt es, wie heißen sie, waren sie artig? „Wenn ein Kind am Daumen lutscht, wird der Weihnachtsmann auch schon mal zum Ermahnen genutzt“, erzählt Leistner. „Hauptsache ist, dass es keine 0815-Nummer wird. Die Kinder sollen merken, dass der Weihnachtsmann sich mit ihnen beschäftigt hat.“

Großer Einsatz lohnt sich für die Männer in rot: 25 Euro bekommen sie im Durchschnitt für einen Auftritt inklusive Anfahrtskosten – macht bis zu 250 Euro am Abend. „Der Preis wird mit den Familien verhandelt. Bei vielen Kindern kann es auch mehr sein“, erklärt der Agentursprecher. Viele Familien buchen jedes Jahr denselben Weihnachtsmann wieder, wenn sie beim ersten Mal zufrieden waren, sagt er. Bis zum 12. Dezember haben die Leipziger Zeit, ihre Buchung aufzugeben (Tel.: (0341) 9131 9999).

Das Angebot gilt für Familien, Kindergärten, Firmen, Schulen und Krankenhäuser. Dabei hatte Hermann Leistner auch schon ungewöhnliche Anfragen. „Eine Bordellbesitzerin bestellte einmal einen Weihnachtsmann für die Feier ihrer Prostituierten. Der durfte aber angezogen bleiben“, erzählt er und lacht. Und lacht noch mehr, als er von einer Frauenrunde berichtet, die eine ganz spezielle Weihnachtsfeier wollte: „Die Damen wünschten sich einen Weihnachtsmann, der außer dem weißen Bart nichts tragen sollte. Wir haben das zu erfüllen versucht, aber letztlich ist das nicht zustande gekommen.“

Leistner selbst schlüpft auch jedes Jahr ins rote Kostüm. Für Leipzig Fernsehen ist er jedes Jahr zur Weihnachtssendung am Heiligabend in der Drehscheibe zu Gast. Sollte einer seiner Weihnachtsmänner am 24. Dezember krank werden, würde er auch selbst einspringen. „Zur Not stehe ich zur Verfügung. Meine Kinder sind aus dem Haus, da kann ich für den heranwachsenden Enkel üben.“  

Sebastian Fink

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