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Archäologe wegen tödlichen Unfalls in Baugrube am Bildermuseum verurteilt

Archäologe wegen tödlichen Unfalls in Baugrube am Bildermuseum verurteilt

Knapp zwei Jahre nach einem tödlichen Unfall in einer Baugrube in Leipzig ist der damalige Grabungsleiter wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen worden.

Leipzig. Das Amtsgericht Leipzig verhängte gegen den 48 Jahre alten Archäologen am Mittwoch eine Verwarnung mit Vorbehalt. Er darf sich nichts mehr zuschulden kommen lassen, sonst droht ihm eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 50 Euro. Zudem muss er 1000 Euro an die Opferhilfe zahlen.   

Bei archäologischen Grabungen am Leipziger Bildermuseum war im April 2009 eine Helferin unter einer einstürzenden zwei Meter hohen Mauer begraben worden. Die 56-Jährige starb. Es sei „vorhersehbar und vermeidbar“ gewesen, dass die Mauer umkippte, sagte Richterin Irmgard Seitz in der Urteilsbegründung. Die Unfallursache könne zwar nicht sicher geklärt werden, aber der erfahrene Archäologe hätte die Gefahr erkennen oder einen Statiker zurate ziehen müssen.   

Ankläger Carsten Ruge hatte wegen fahrlässiger Tötung eine Strafe von 90 Tagessätzen à 50 Euro für den 48-Jährigen gefordert. „Unter Einhaltung aller Sorgfaltspflichten hätte der Todesfall verhindert werden können“, sagte Ruge. Der Anwalt des Grabungsleiters, Andrej Klein, plädierte dagegen auf Freispruch. Sein Mandant habe formell alle Pflichten erfüllt. Es habe keine Anhaltspunkte gegeben, dass die Mauer einzustürzen drohte.   

Richterin Seitz hörte in der eintägigen Verhandlung mehrere Zeugen des tragischen Vorfalls und befragte zwei Gutachter zur der Unfallursache. Vor dem Unglück hatte es geregnet. Nebenan sei eine Baufirma mit Bohrungs- und Rammarbeiten beschäftigt werden, schilderten die Zeugen und Experten. Möglicherweise führte eine Verkettung dieser Umstände zu dem Unglück. Allerdings, betonte die Richterin, schon auf Fotos sehe die alte rissige Mauer nicht stabil aus. Das hätte der Grabungsleiter sehen müssen.   

Der Archäologe ließ vor Gericht zumeist seinen Anwalt sprechen. Am Ende der Verhandlung sagte er: „Das Leben ist das Wichtigste. Wenn es einem genommen wird, ist das das Tragischste, was geschehen kann. Auch in Zukunft werde ich alles tun, um meine Mitarbeiter zu schützen.“

dpa

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