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Archäologen klären Geheimnis um Königsbesuch in Wahren

Vor über 1000 Jahren Archäologen klären Geheimnis um Königsbesuch in Wahren

Dass der ostfränkische König Heinrich II in Wahren weilte – schon elf Jahre bevor Leipzig zum ersten Mal überhaupt in einer Niederschrift erwähnt wurde – ist alles andere als eine Neuigkeit. Nun entdeckten Archäologen aber, wo genau der Ottonen-Herrscher abstieg.

Ein Teil der Funde in Wahren stammte aus der frühen Eisenzeit (800 vor Christus) sowie aus der römischen Kaiserzeit (etwa 400 nach Christus). Das Gebiet am heutigen Opferweg wurde immer wieder von unterschiedlichen Stämmen besiedelt.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Bislang war jedoch unklar, wo genau der Herrscher aus dem Geschlecht der Ottonen im schönen Wahren Quartier nahm. Das Gebiet rings um die Gnadenkirche, die seit dem 12. Jahrhundert auf einem Hügel am Opferweg steht, galt als eine unter mehreren denkbaren Varianten. In Frage kam zum Beispiel auch das Areal des Ritterguts. Über 1000 Jahre nach dem Aufenthalt des Königs, der 1014 von Papst Benedikt VIII. sogar zum Kaiser gekrönt wurde, ist das Rätsel nun gelöst.

Bei Ausgrabungen rings um die frühere Schule am Opferweg hat das Landesamt für Archäologie jede Menge Funde geborgen, die auf eine große slawische Siedlung im 11. Jahrhundert hinweisen.

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Bei Ausgrabungen rings um die frühere Schule am Opferweg hat das Landesamt für Archäologie jede Menge Funde geborgen, die auf eine große slawische Siedlung im 11. Jahrhundert hinweisen. „Für uns besteht kein Zweifel mehr, dass Heinrich II. genau an dieser Stelle Station gemacht hat“, fasste Grabungsleiterin Yvonne Heine am Freitag das Ergebnis zusammen. Der gut zu verteidigende und überschwemmungssichere Geländesporn hoch über der seit jeher schiffbaren Elster sei schon immer ein beliebter Siedlungsplatz gewesen. So fanden die Archäologen auch manche Überbleibsel aus der frühen Eisenzeit um 800 vor Christus oder aus der römischen Kaiserzeit um 400 nach Christus.

Nichts elektrisierte die Fachleute aber so stark wie die Unmengen an Tonscherben mit slawischen Mustern. „Es gab hier im 11. Jahrhundert eine Töpferei mit mehreren Brennöfen, die irgendwann zusammenfielen und die Scherben unter sich begruben“, erklärte Heine. Sogar ein Hundeschädel wurde in so einem Ofenrest in etwa einem Meter Tiefe entdeckt. Nachgewiesen wurden jetzt auch zwei Gräben, die im 13. und 14. Jahrhundert den Herrensitz samt Kirche umschlossen – sie dienten mit Wall und Palisaden zum Schutz vor Angreifern.

Rätsel gibt den Archäologen noch das Skelett einer jungen Frau auf, die vermutlich im 15. oder 16. Jahrhundert außerhalb des Friedhofs bestattet wurde. „Sie hatte stark deformierte Knochen, litt an einer schweren Krankheit und galt wahrscheinlich als Hexe“, so Referatsleiter Harald Stäuble. „Ihr Leichnam wurde mit Steinen auf der Brust bestattet: Ein Zeichen, dass die Leute Angst vor ihr hatten. Damals war der Wiedergängerglaube weit verbreitet.“

Nach neun Monaten der Abrisse und Grabungen beginnt Montag die Sanierung des alten Schulhauses. Zudem lässt die Stadt Leipzig einen neuen Erweiterungsbau und eine Turnhalle errichten. Ab Oktober 2018 soll das ganze Gelände durch die Paul-Robeson-Grundschule und deren Hort genutzt werden.

Von Jens Rometsch

Leipzig Opferweg 51.373142 12.320885
Leipzig Opferweg
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