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Lokales Architektursünden auf der Spur: Expertenrat beurteilt moderne Neubauten in Leipzig
Leipzig Lokales Architektursünden auf der Spur: Expertenrat beurteilt moderne Neubauten in Leipzig
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14:36 11.03.2011
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Leipzig

Nicht immer konnten sich die modernen Gebäude allerdings erfolgreich in den historischen Bestand einfügen. Um weitere Bausünden zu verhindern, hat der Stadtrat deshalb vor zwei Jahren eine Kommission aus externen Experten beauftragt, bedeutsame städtebauliche Vorhaben schon im Vorfeld zu beurteilen und nach Möglichkeit auf die Planungen einzuwirken. Am Freitag zog das Gremium, bestehend aus Architekten, Stadt- und Landschaftsplanern, nun erstmals Bilanz. Und die fiel durchaus positiv aus.

Insgesamt 47 Vorhaben wurden seit Konstitution des Forums verhandelt. Dabei spielten etwa Fassaden, Farbgebung, verwandte Materialen oder Proportionen eine Rolle. „Manchmal schien die Anmutung des Gebäudes auch zu sehr aus der Funktion heraus entstanden zu sein“, sagte der Weimarer Architekt und Vorsitzende des Gremiums Karl-Heinz Schmitz. Nach Auswertung der Pläne und einer Begehung vor Ort wurden den privaten und öffentlichen Bauherren dann Empfehlungen vorgetragen, wo und wie sich noch Verbesserungen in den Planungen machen ließen. In fünf Fällen regte das Gestaltungsforum sogar neue Architektur-Wettbewerbe an, berichtete Schmitz.

Nicht immer konnten sich in den vergangenen Jahren Neubauten in den historischen Bestand Leipzigs einfügen. Um weitere Bausünden zu verhindern, hat der Stadtrat deshalb eine Kommission aus externen Experten beauftragt, bedeutsame städtebauliche Vorhaben künftig schon im Vorfeld zu beurteilen. Am vergangenen Freitag zog das Gremium nun erstmals Bilanz. Und die fiel durchaus positiv aus.

So wie etwa beim Büro- und Geschäftshaus am Martin-Luther-Ring 10. Trotz mehrerer Alternativvorschläge des ursprünglichen Architekten, konnte das Gestaltungsforum nicht gänzlich überzeugt werden. „Hier musste es einfach einen Wettbewerb geben“, erklärte die Berliner Architektin und stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, Hannelore Deubzer. Obgleich der Bauherr die Empfehlung nicht zwingend annehmen musste und nach Auskunft von Baubürgermeister Martin zur Nedden auch nicht gerade „euphorisch“ reagiert hat, wurden zehn neue Vorschläge eingeholt. Am Ende setzte sich ein Leipziger Architekturbüro durch. „Im Nachhinein hat uns der Bauherr auch bestätigt, dass es richtig so war“, betonte zur Nedden. Ebenso konnten auch bei den Planungen zur Unister-Niederlassung in der Innenstadt, bei der Fassade des Porta-Möbelhauses auf der Alten Messe, bei den Umgestaltungen am Wintergarten-Hochhaus sowie bei der Errichtung einer Turnhalle am Sportforum neue Wettbewerbe angeregt werden.

Nicht immer waren die angestrebten Änderungen an den Planungen so umfassend. Bei einem Komplex moderner Mehrfamilienhäusern in der Hohen Straße empfahl das Forum nur noch geringfügige Änderungen am fast fertigen Bauplan. Hier wurden beispielsweise Eingänge auf der Straßenseite hinzugefügt und eine Beruhigung der Dachzone angeregt. Beim Parkhaus am Oelßner Hof, in der Nähe der Ritterpassage, konnte der Architekt nach Beratung durch das Forum die „Aura des Alten“ besser erhalten, erklärte Hannelore Deubzer.

Wie Leipzigs oberster Stadtplaner und Baubürgermeister Martin zur Nedden sagte, wollten allerdings nicht alle angesprochenen Bauherren der kostenlosen und nicht zwingenden Beratung durch das Gestaltungsforum folgen. Manche hätten ihren Bauantrag auch gleich zurückgezogen, als sie vom angedachten Zutun des Gremiums erfuhren. Grundsätzlich konnte zur Nedden aber eine hohe Branchen-Akzeptanz des Beratungsmöglichkeiten attestieren, die in Zukunft sicher noch ausgebaut werden wird.

Matthias Puppe

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