Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Architekturwettbewerb für Leipziger Moschee geplant – Muslime hoffen auf Baubeginn 2015
Leipzig Lokales Architekturwettbewerb für Leipziger Moschee geplant – Muslime hoffen auf Baubeginn 2015
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:22 12.05.2014
Auf der Brachfläche an der Georg Schumann Strasse / Ecke Bleichertstrasse will die Ahmadiyya-Gemeinde eine kleine Moschee errichten. Das Gebäude soll die Nachbarbauten nicht übersteigen. Quelle: Wolfgang Zeyen
Anzeige
Leipzig

Zudem sollen auch Leipziger Studenten Vorschläge für das künftige Aussehen des islamischen Gebäudes vorlegen. Dubrau bekräftigte auch noch einmal, dass einer grundsätzlichen Genehmigung nichts im Wege stehe. Ahmadiyya-Bundesvorsitzender Abdullah Uwe Wagishauser hofft auf einen Baubeginn im kommenden Jahr.

Wie Wagishauser erklärte, sei die Bauvoranfrage noch einmal in überarbeiteter Form eingereicht worden. Baubürgermeisterin Dubrau bestätigte zudem, dass weitere Gespräche mit dem künftigen Bauherren stattgefunden haben. "Ich freue mich, dass der Bauherr meinen Vorschlag aufgreift und einen Architekturwettbewerb ausloben will", so Dubrau. Parallel dazu will eine Leipziger Hochschule eine Studienarbeit mit Studenten durchführen, heißt es aus dem Baudezernat.

Wagishauser geht davon aus, dass ein Bescheid in zwei bis drei Wochen von der Stadt zu erwarten sei. Aus der Behörde hieß es am Montag, dass die Bearbeitung der Bauvoranfrage weit fortgeschritten sei. Nach der Präzisierung der Pläne könne der positive Vorbescheid der Stadt "sicherlich sehr zeitnah erfolgen". „Derweil bereiten wir uns auf den eigentlichen Bauantrag vor", sagte der Abdullah.

Die Gemeinde will in Leipzig-Gohlis stadtnah eine Moschee mit zwei Minaretten errichten. Das Vorhaben ist in der Stadt umstritten. Neben zahlreichen Befürwortern gibt es erheblichen Protest. Gegen den Moschee-Bau hat sich eine selbsternannte Bürgerinitiative gegründet. Im April positionierten sich NPD-Anhänger im Namen der Initiative vor der Stadtratssitzung im Neuen Rathaus. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verweigerte an dem Tag die persönliche Annahme von rund 10.000 Protest-Unterschriften mit dem Hinweis: "Ich nehme von Nazis persönlich keine Petition entgegen.".

Im November hatten Unbekannte auf dem Gelände des künftigen Moschee-Baus blutige Schweineköpfe auf Holzpflöcke gesteckt. Wagishauser sieht die Vorgänge gelassen. „Das ist normal, dass es Unstimmigkeiten gibt.“ Er halte das für vorübergehende Irritationen. Außerdem habe sich die NPD das Thema für ihren Wahlkampf zu eigen gemacht. Seine Gemeinde habe noch nie Schwierigkeiten gehabt, auch nicht mit anderen Religionen. „Seit 1947 bauen wir in Deutschland Moscheen.“

Die Glaubensgemeinschaft habe in Deutschland rund 40 Moscheen mit Minaretten und Kuppel sowie etwa 100 Gebetsräume. Die Moschee in Leipzig sei für die etwa 100 Gläubigen aus der Stadt und dem Umland bestimmt. „In Ostdeutschlaand gibt es nicht so eine große Dichte an Muslimen wie etwa im Rhein-Main-Gebiet“, stellte der Ahmadiyya-Bundesvorsitzende fest. Vielen Menschen hier sei das alles noch sehr fremd, sie seien verunsichert. In Hessen besitzen die Ahmadiyya Muslim Jamaat als erste muslimische Gemeinde den gleichen Rechtsstatus wie die großen christlichen Kirchen. Die Moschee Leipzig wäre die erste in Ostdeutschland außerhalb Berlins.

lyn / mpu / dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Niemand kennt die wahren Zahlen. Eva Robel-Tillig aber weiß: Waren Babys von Drogenabhängigen in Leipzig in den 90er-Jahren noch "Ausnahmekinder", so gebe es inzwischen eine besorgniserregende Zunahme.

11.05.2014

Acht Jahre lang haben sie in der Eisenbahnstraße 112, in einem Mehrfamilienhaus unweit des Torgauer Platzes, der Mitmenschlichkeit Raum gegeben. Haben in ihrem Treff "La Taste" etlichen Kindern aus dem Leipziger Osten das Musizieren beigebracht oder bei den Schularbeiten geholfen.

11.05.2014

"Absage Nr. 2" - dies steht am Platz von Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos), der der Leipziger CDU beim Thema Naturkundemuseum eine kurzfristige Abfuhr erteilt hat.

17.01.2017
Anzeige