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Lokales Arena Leipzig soll bald anderen Namen erhalten
Leipzig Lokales Arena Leipzig soll bald anderen Namen erhalten
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19:46 19.12.2017
Philipp Franke, Michael Kölmel und dessen Sohn Matthias (von links) bilden die neue Geschäftsleitung beim Arena-Betreiber ZSL. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Eigentlich sollte Winfried Lonzen gestern mit einer schönen Überraschung in den Ruhestand verabschiedet werden. Doch stattdessen gab es eine ganz andere Überraschung. Die Feier in der Leipziger Arena musste kurzfristig abgesagt werden, weil der 72-jährige Chef der Betreibergesellschaft ZSL einen Bandscheibenvorfall erlitten hat. „Es ist sehr schmerzhaft, wird aber hoffentlich bald wieder“, erklärte Michael Kölmel, seines Zeichens der bislang andere ZSL-Geschäftsführer. „Wir holen die Feier im Januar nach.“

Wie berichtet, wird die Mehrzweckhalle am Sportforum ab Silvester durch eine Dreier-Spitze gemanagt. Neben Filme-Händler, Verleger und Noch-Stadion-Besitzer Michael Kölmel (63) gehören zur Geschäftsleitung dann dessen Sohn Matthias Kölmel (26) und Philipp Franke (28). Die beiden jungen Semester waren schon einige Jahre im Bereich Organisation und Controlling der Arena tätig. Zuvor hatten Franke in Jena und Kölmel in Regensburg Wirtschaft studiert. Letzterer absolviert aktuell noch ein berufsbegleitendes Marketing-Studium. Er ist übrigens genau wie sein Vater 1,94 Meter groß. Und noch mal übrigens: Kölmel senior wurde durch seinen anderen Sohn, der in Berlin lebt, vor drei Monaten Großvater.

Dass Matthias jetzt ein Stück in seine Fußstapfen tritt, sei nicht von langer Hand geplant gewesen, verriet Vater Kölmel. „Das ergab sich erst in den letzten zwei Jahren eher zufällig.“ Aber er habe auch noch nie Eltern beneidet, wenn diese stolz erzählten, dass ihr Kind gerade in Neuseeland studiert. Außerdem – und damit folgt die letze „Übrigens“-Anmerkung in diesem Text – begeistert sich der Sohn ebenfalls für Fußball, Konzerte und Kino. „Unser erster gemeinsamer Besuch im Leipziger Stadion war 2003. Damals hatten wir hier ein Fußballspiel gegen die Stadtverwaltung und mit 8:1 einen Kantersieg errungen“, sagte Matthias, der als 14-Jähriger seinerzeit im Sturm kickte.

Über die wirtschaftliche Bilanz der ZSL für 2017 und die Veranstaltungshöhepunkte im kommenden Jahr will die neue Geschäftsleitung erst im Januar informieren. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, erläuterte Philipp Franke. „In Zukunft soll es aber in den Sommermonaten noch mehr Angebote auch in der Halle geben.“ Voraussetzung dafür sei eine leistungsstarke Klimaanlage. Bekanntlich hatten Veranstalter etwa von Box-Wettkämpfen schon mit Absagen gedroht, weil – auch durch viele TV-Scheinwerfer – im Sommer schnell hohe Temperaturen in der Arena herrschen. Jüngst baute die ZSL zumindest eine Hochleistungskühlanlage für Getränke ein, damit „auch das letzte Bier bei einem ausverkauften Konzert der Toten Hosen bestens schmeckt“, ergänzte Kölmel senior. Mit der Stadt als Eigentümer der Immobilie liefen Gespräche, ob und wie man sich in die Investition für eine Klimaanlage einteilen kann.

Sondierungen gebe es ebenfalls mit mehreren Firmen, die gern das Namensrecht für die Arena kaufen würden. „Alle wissen, dass das ein außergewöhnliches Werbemittel ist. Durch den Handball hat sich die TV-Präsenz der Halle stark erhöht. Die Namensrechte der Arena liegen bei uns und wir wollen sie nutzen“, so Michael Kölmel weiter. Die Halle würde so zugleich für Auswärtige leichter unterscheidbar vom benachbarten Zentralstadion, das seit 2010 Red-Bull-Arena heißt.

Bei der Konzertplanung für 2018 habe die 35 Mitarbeiter zählende Betreibergesellschaft Lücken für die ersten Umbauten im Stadion gelassen. „Wenn ich tippen müsste, würde ich vermuten, dass es dort 2018 mit den VIP-Bereichen losgeht – denn da ist der Bedarf am höchsten“, so der Noch-Stadion-Besitzer Kölmel senior. Der Eigentumsübergang auf RB Leipzig werde in den nächsten Wochen juristisch vollzogen. „Mittlerweile liegen aber alle Genehmigungen vor – auch die des Bundes zu den Fördermitteln, so dass der Stadionverkauf nicht mehr aufzuhalten ist.“

Von Jens Rometsch

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