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Lokales Armut im Osten weiterhin höher als im Westen – Leipzig gibt rote Laterne ab
Leipzig Lokales Armut im Osten weiterhin höher als im Westen – Leipzig gibt rote Laterne ab
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13:38 29.08.2013
In ganz Deutschland galten 2012 gut 15 Prozent als armutsgefährdet. (Symbolbild/Archiv) Quelle: dpa
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Leipzig

Der Abstand ist jedoch gering: In beiden Städten musste mehr als jeder vierte Bewohner mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland auskommen.

Als armutsgefährdet gelten in Deutschland Singles, die im Monat mit weniger als 869 Euro netto auskommen müssen. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren ist der Grenzwert 1826 Euro. Die Statistiker sprechen von relativer Armut, Armutsgefährdung und Armutsrisiko, weil sich die Grenze am mittleren Einkommen orientiert. Absolute Armut messen sie nicht.

In Leipzig lag die Armutsquote 2012 den Angaben zufolge bei 25,9 Prozent, knapp einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. In Dortmund (26,4 Prozent) legte die Quote kräftiger zu, lag zwei Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Auf den weiteren Plätzen folgen Duisburg (25,1 Prozent), Hannover (22,4 Prozent) und Bremen (22,3 Prozent). Dresden rangiert mit einer Armutsgefährdungsquote von 20,2 Prozent im Mittelfeld. München (11,4 Prozent) und Stuttgart (13,4 Prozent) schnitten im Metropolenvergleich am besten ab. Leipzig war seit dem ersten Jahr der Erhebung 2005 bislang stets die Großstadt mit der größten relativen Armut gewesen.

Ost und West nähern sich an

Trotz der vielen westdeutschen Großstädte in dem Negativ-Ranking gilt zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung darüber hinaus noch immer: Im Osten Deutschlands gibt es mehr Arme als im Westen. Fast jeder Fünfte (19,7 Prozent) in den neuen Bundesländern ist laut den aktuellen Zahlen arm, in der alten Bundesrepublik ist „nur“ etwa jeder Siebte betroffen (14,0 Prozent). Der Unterschied zwischen Ost und West ist seit 2005 gleichwohl kleiner geworden. Vor acht Jahren galten 20,4 Prozent der Ostdeutschen und 13,2 Prozent der Westdeutschen als armutsgefährdet.

Im Vergleich der Bundesländer ist das Armutsrisiko in Bayern und Baden-Württemberg am geringsten – so wie bei allen Erhebungen seit 2005. In beiden Ländern lag die Armutsgefährdung bei knapp über 11 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern (22,9) und Bremen (23,1) sind die Werte fast doppelt so hoch. Sachsen liegt mit einem Wert von 18,9 Prozent hinter Sachsen-Anhalt (20,9 Prozent) auf Platz fünf. In Mitteldeutschland schneidet Thüringen mit einer Quote von 16,9 Prozent am besten ab.

Als Datengrundlage nutzten die Statistiker den Mikrozensus, der von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erhoben wird. Es handelt sich dabei um die größte jährliche Haushaltsabfrage in Europa.

Alexander Laboda

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