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Lokales Aschenbrödel-Fans in Leipzig warten nach Show-Absage auf ihr Geld
Leipzig Lokales Aschenbrödel-Fans in Leipzig warten nach Show-Absage auf ihr Geld
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19:03 11.03.2018
Das abgesagte „Märchenarena“-Musical sollte sich an den Kult-Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (Foto) anlehnen. Nach der Absage warten viele Ticketbesitzer auf ihr Geld. Quelle: Degeto
Leipzig

So wie Sandy Burblies aus Markranstädt erging es vermutlich tausenden Ticketkäufern, die sich auf die „Märchenarena“-Shows gefreut hatten. Rund 250 Euro bezahlte die zweifache Mutter aus Markranstädt (Kreis Leipzig) für vier Eintrittskarten, um das Aschenbrödel-Musical mit ihrem Mann und den Kindern live in Leipzig zu erleben. Doch knapp zwei Monate nach der Absage der Show-Tournee durch zwölf deutsche Städte warten viele Fans noch immer auf die Erstattung der Eintrittskarten. Sowohl Eventim als auch der Veranstalter weigerten sich bislang, das Geld zu erstatten. Burblies wandte sich deshalb in dieser Woche an LVZ.de.

„Die Karten waren ein Weihnachtsgeschenk und mein Mann, mein Sohn und meine Tochter hatten sich schon sehr darauf gefreut“, erzählt die 38-Jährige. Nach der Absage der Show am 31. Januar in der Leipziger Arena begann für die Familie der Ärger. Dabei war nach der Absage noch von einer unkomplizierten Erstattung der Karten die Rede gewesen. Doch Burblies hoffte vergeblich auf ihr Geld. Auf Nachfragen beim Online-Portal, bei dem sie die Karten erworben hatte, wurde die Markranstädterin immer wieder vertröstet. Auf der Homepage es Veranstalters hieß es plötzlich, die Tickets würden bis zur Bekanntgabe der Ersatztermine ihre Gültigkeit behalten und daher vorerst nicht zurückgezahlt.

50 Prozent der Käufer warten auf ihr Geld

Auf Nachfrage von LVZ.de bestätigte die Berliner Icestorm Live GmbH nun, dass es tatsächlich massive Schwierigkeiten bei der Erstattung gibt. Erst 50 Prozent der insgesamt verkauften Eintrittskarten seien bislang erstattet worden, räumte der Veranstalter ein. Von den Verzögerungen seien Tickets in sieben Städten betroffen. Insgesamt sollte das Musical durch zwölf deutsche Standorte touren, darunter neben Dresden auch Erfurt, Rostock, Bremen, Nürnberg, München, Mannheim, Magdeburg und Hamburg.

Zu den Gründen für die Probleme hält sich Icestorm bedeckt. „Zu den Details können wir aufgrund schwebender Verfahren derzeit keine Stellung beziehen“, heißt es lediglich. Die Stuttgarter Nachrichten hatten im Januar von Vertragsstreitigkeiten zwischen den örtlichen Veranstaltern und dem Berliner Produktionsteam berichtet. Nachdem der Show-Premiere in Berlin zogen die Stuttgarter dem Bericht zufolge die Reißleine weil „Vertragsbedingungen nicht erfüllt“ worden seien. Dies löste offenbar eine Kettenreaktion aus. Bei der Tour sollte eine Show die nächste finanzieren, erklärte ein Show-Organisator gegenüber der Bild-Zeitung.

Veranstalter kündigt zeitnahe Lösung an

Zufall oder nicht? Sandy Burblies erhielt am Freitag überraschend eine E-Mail, in der ihr die Erstattung ihrer Tickets der teuersten Preiskategorie in Aussicht gestellt wurde. Von „Kulanz“ ist die Rede und einem „speziellen Einzelfall“. Vielleicht habe der mediale Druck etwas bewirkt, vermutet die Markranstädterin eher. Hoffnung gibt es aber auch für andere Ticketkäufer: Die Icestorm Live GmbH sagte gegenüber LVZ.de eine Lösung für die kommende Woche zu. Bis zum 15. März werde mitgeteilt, wie und wo die Ticketrückgabe oder der Tickettausch erfolgt, so der Veranstalter.

In der aufwendig produzierten „Märchenarena“-Show soll der Prinz aus dem Kult-Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, Pavel Trávnícek, den König spielen. Die Nachholtermine seien zwischen Anfang Dezember und Ende Januar 2018/19 geplant, ließ Icestorm Live wissen. „Die Ankündigung erfolgt zeitnah, geplant ist vor Ostern“, heißt es aus Berlin.

Für Sandy Burblies ist das keine Option. „Wir haben nach den ganzen Problemen keine Lust mehr darauf. Wir gehen lieber wieder in ein klassisches Musical“, so die Markranstädterin.

Von Robert Nößler

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