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Lokales Asisi bereitet in Leipziger Garten sein neues Panorama vor
Leipzig Lokales Asisi bereitet in Leipziger Garten sein neues Panorama vor
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19:39 07.07.2017
Yadegar Asisi in einem Leipziger Garten bei Skizzen für sein neues Panorama „Ein Paradies auf Erden“.   Quelle: André Kempner
Leipzig

 Er sitzt in einem Garten am Rande Leipzigs und malt: „Ich bin voller Demut, dass ich so leben darf“, sagt Yadegar Asisi und blickt von seinem Skizzenblock auf. Der Künstler strahlt eine innere Ruhe aus, kann sich am kleinsten Detail erfreuen. Seine Reise führt den 62-Jährigen in die unbekannte Welt des Mikrokosmos. „Ein Paradies auf Erden – Carolas Garten“ wird sein neues Panorama heißen, das er im Panometer Leipzig in der Richard-Lehmann-Straße zeigen wird. Ab Spätsommer 2018. Das Besondere: Der Künstler rückt den Kelch einer Blüte in den Fokus. Der Betrachter, so seine Idee, beobachtet die Szene aus Sicht einer Biene.

Für den neuen Coup macht das Asisi-Team gerade mikroskopische Aufnahmen von Blumen, Pflanzen, Insekten und anderen Details wie einem Gewächshaus oder einem Komposthaufen. Asisi fertigt zugleich Zeichnungen, Aquarelle und Skizzen an. Warum ein Garten-Panorama? „Es geht um mehr als einen Garten. Alles, was sinnhaftig ist, umgibt uns jeden Tag. Wir haben nur keinen Blick mehr dafür, sind nicht mehr in der Lage, diese Dinge zu sehen und zu fühlen“, sagt er: „Der Mikrokosmos hat mich schon immer interessiert. Als ich vor ein paar Jahren hier im Garten saß, musste ich nicht länger suchen. Die Idee für das neue Panorama war geboren.“

Yadegar Asisi arbeitet mit seinem Team an seinem neuen Panorama "Ein Paradies auf Erden - Carolas Garten" in Leipzig.

Wer ist denn Carola? „Eine enge Mitarbeiterin, die leider verstorben ist. Sie hat den Garten mit ihrer Schwägerin angelegt“, erzählt der Künstler und will das neue Projekt auch als Verneigung vor ihr, seiner „rechten Hand“ und einem herzensguten Mensch, verstanden wissen. Dabei wird der Garten, derzeit voller Blüten, nicht 1:1 abgebildet. Es geht um die Komplexität einer Szenerie, die zugleich faszinierend wie fremdartig ist. Und die Alltägliches und zugleich Wunderbares zu bieten hat, wenn man nur genau hinschaut. „Ich komponiere das Bild, führe es auf das Wesentliche zurück. Das ist mir in einer Welt, in der es so viele Fragen und Katastrophen gibt, sehr wichtig.“ Dabei gibt es viele Parallelen zu anderen Arbeiten, wie auch dem aktuellen 360-Grad-Panorama „Titanic“ im Leipziger Süden. Dort führt er den Betrachter in seinem monumentalen Rundbild auf eine Unterwasser-Reise in den Nordatlantik. Das Panorama zeigt auf 3500 Quadratmetern das tragische Schiffsunglück vom 2. April 1912. „Das Vergehen und Entstehen ist ein Thema, das mich in all meinen Arbeiten begleitet“, betont der Künstler.

Als Berater stehen ihm zwei Biologen von der Universität Wien zur Seite, die auch schon am „Great Barrier Reef“ oder bei „Amazonien“ mitgewirkt haben. Die beiden Doktoranden Britta Uhl und Mirko Wölfling haben sogar ein kleines Zelt aufgebaut, um nachts mit einer Lampe Insekten anzulocken. Die können die Fotografen später fürs Stacking nutzen. Dabei durchlaufen die Serienaufnahmen am Computer im Atelier in Berlin einen Montageprozess. Vor Ort in Leipzig wird keineswegs nach seltenen Arten gesucht. „Wir wollen das Auge schärfen und zeigen, was wirklich in unseren Gärten verborgen ist“, erklärt Wölfling. Dabei passen die beiden auf, dass alles exakt wiedergeben wird, beispielsweise das richtige Tier A Tier B frisst. Wer die ersten Skizzen sieht, ahnt bereits, welche ungeahnte visuelle Kraft und Ästhetik die neue Arbeit haben wird.

Das aktuelle Panorama „Ttanic“ in der Richard-Lehmann-Straße haben mittlerweile rund 145 000 Gäste gesehen. „Da bin ich zufrieden“, sagt Asisi und betont zugleich, dass die Einnahmen nötig sind, um weitere Projekte realisieren zu können. So wird im Herbst 2017 im Zoo Hannover mit „Amazonien – Faszination tropischer Regenwald“ ein neues Panorama öffnen. Selbst aus Korea gibt es Anfragen nach dem „barocken Dresden“. „Ideen habe ich noch genug“, sagt Asisi und verrät, vor kurzem in der Antarktis gewesen zu sein. Leipzig bleibt für ihn immer etwas Besonderes. Hier begann der in Berlin lebende Künstler im Mai 2003 mit dem Mount-Everest-Rundbild eine Erfolgsgeschichte, die viele Menschen aller Generationen fasziniert.

Von Mathias Orbeck

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