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Lokales Asisi lässt sich im Garten für neues Panorama inspirieren
Leipzig Lokales Asisi lässt sich im Garten für neues Panorama inspirieren
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11:31 08.07.2018
Idyllischer Platz im Grünen: Yadegar Asisi arbeitet mit seinem Team an seinem neuen Panorama „Ein Paradies auf Erden - Carolas Garten“, das im Frühjahr 2019 im Panometer im Leipziger Süden öffnen soll. Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Es ist eine Idylle: Yadegar Asisi sitzt in einem Garten am Stadtrand von Leipzig. Eine Woche lang zeichnet und aquarelliert er ein kleines Paradies. Greift zur Kamera, um Details aus der Natur und von der Insektenwelt aufzunehmen. „Ein Paradies auf Erden – Carolas Garten“ heißt sein neues Panorama, das der Künstler ab Frühjahr 2019 im Panometer Leipzig in der Richard-Lehmann-Straße zeigen wird. Dabei will er den Betrachter in eine völlig neue Welt entführen, nimmt ihn in den Mikrokosmos mit. Vom Stempel inmitten des Blütenkelchs einer Kamille soll dieser sich den Garten erschließen, den er natürlich keineswegs 1:1 abbildet.

Yadegar Asisi arbeitet mit seinem Team an seinem neuen Panorama "Ein Paradies auf Erden - Carolas Garten" in Leipzig.

Aus Sicht eines Pollenkorns beobachten die Gäste dann beispielsweise eine gigantische Biene beim Bestäuben der Blüte. „Ich fühle mich wie in Amazonien und krauche durchs Dickicht“, bekennt Asisi am Freitag inmitten der Blütenvielfalt im Miltitzer Garten, der – auch aufgrund der Trockenheit – durchaus anders aussieht als im Vorjahr, als er bereits Skizzen und Fotos für das neue 360-Grad-Panorama fertigte. „Jetzt geht es mir um die Vertiefung. Im Vorjahr wusste ich zwar, was ich mit dem Bild zeigen will, war mir aber über die Komplexität noch nicht im Klaren“, so der 63-Jährige.

Viel Wert auf Details – doch künstlerische Sicht

Er vergleicht seine Arbeit mit mehreren Lasurschichten in der Malerei, die sich zur gewünschten Szene entwickeln. Vieles wird dabei auch verworfen. Asisi legt zwar auf Details Wert, hat sich daher wie bei seinen vorherigen Arbeiten Berater geholt. Etwa den Nanofotografen Stefan Diller sowie den Biologen Mirko Wölfling aus Wien, der aufpasst, dass alles exakt wiedergegeben wird, beispielsweise das richtige Tier A Tier B frisst.

Sechs Projekte realisierte Yadegar Asisi bisher in Leipzig – ein Überblick:

Dennoch handelt es sich um eine künstlerische Sicht. So werden die Jahreszeiten vermischt und Blumen zu sehen sein, die nicht unbedingt gleichzeitig blühen. Dabei überlegt er sogar, den Winter in einem Detail einzubeziehen. Die Begleitausstellung mit Film, Fotos und Zeichnungen wird keine erklärende sein. Dafür gebe es genügend andere Informationsquellen in Naturkundemuseen, in Büchern und via Internet. „Ich muss nichts neu erfinden. Dieses kleine Stück Erde, das haben viele Künstler vor mir vorgemacht, ist eine unglaubliche Quelle der Inspiration“, bekennt Asisi.

Titanic ist derzeit im Panometer zu sehen

Wichtig ist ihm, das Leben und Sterben, das Kommen und Gehen zu zeigen. So wird beispielsweise ein Kadaver einer toten Ratte integriert, der ungeahnte Sichten ermöglicht. „Das Vergehen und Entstehen ist ein Thema, das mich in all meinen Arbeiten begleitet“, sagt der Künstler. Aktuelles Beispiel: Sein 360-Grad-Panorama „Titanic“ im Leipziger Süden. Dort führt er den Betrachter in einem monumentalen Rundbild auf eine Unterwasser-Reise in den Nordatlantik. Das Panorama zeigt auf 3500 Quadratmetern das tragische Schiffsunglück vom 2. April 1912.

Das wird dann von „Carolas Garten“ abgelöst. „Wir haben jetzt sechs sehr intensive Monate vor uns. Die innere Logik muss stimmen. Man muss aber auch bereit sein, alles in Frage zu stellen.“ Was ihn nicht überzeugt, wird gecancelt. Wichtig sei ihm auch, alles ins rechte Licht zu rücken – die Beleuchtung muss stimmen. Sich selbst wird er ebenso wie Carola ins Bild einbringen. Das war eine enge Mitarbeiterin, die leider verstorben ist. Sie hat den Garten mit ihrer Schwägerin angelegt. Asisi will sein neues Werk auch ein wenig als Verneigung vor ihr, seiner „rechten Hand“ und einem herzensguten Menschen, verstanden wissen.

Von Mathias Orbeck

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