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Lokales Astoria in Leipzig: Aus leerstehender Luxusherberge darf wieder ein Hotel werden
Leipzig Lokales Astoria in Leipzig: Aus leerstehender Luxusherberge darf wieder ein Hotel werden
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23:59 29.08.2013
Seit 1997 steht das Hotel Astoria in Leipzig leer. Quelle: André Kempner

Dadurch könnten sich neue Perspektiven für das Traditionshaus ergeben. Experten sind allerdings skeptisch. Die Gerüchteküche brodelt.[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_26838]

Hoffnung gibt es vor allem, weil Blackstone dem Käufer nicht mehr vorschreiben will, dass im Astoria kein Hotel mehr betrieben werden darf. Bislang wollte Blackstone so Konkurrenz für seine anderen Leipziger Hotels The Westin und Radisson Blue ausschließen. Auch die Kaufinteressenten sprechen eher dafür, dass die leerstehende Immobilie nicht mehr lange vor sich hin dämmert. Unter den drei gehandelten Namen befindet sich die amerikanische Investmentfirma Starwood Capital, die Hotels in zahlreichen Ländern betreibt. Zwei weitere Interessenten sind Finanzinvestoren, die bislang in Leipzig keine größeren Engagements besitzen - sie könnten das Astoria, das im Dezember 1996 seine Pforten schloss, also ohne Rücksicht auf andere Hotel-Investitionen entwickeln.

Als positiv wird die ak­tuelle Entwicklung der Leipziger Übernachtungszahlen gewertet. Nachdem im Jahr 2011 in Leipzig 2,4 Millionen Übernachtungen gezählt wurden, halten Experten bis 2015 einen Anstieg auf drei Millionen pro Jahr für möglich. "Unsere Hotels sind aktuell aber nur 30 bis 35 Tage im Jahr ausgelastet", gibt Holm Retsch, Geschäftsführer des Dehoga-Regionalverbandes Leipzig, zu bedenken. An den anderen Tagen würden sie mit reduzierten Preisen werben. Außerdem seien fünf neue Hotelbauten im Gespräch, durch die in den nächsten beiden Jahren bis zu 1000 zusätzliche Hotelbetten auf den Markt kommen könnten.

Allerdings: Das Astoria würde in einer anderen Liga spielen als die meisten Leipziger Hotels. "Wer dieses Haus anfasst, muss viel Geld mitbringen", meint Axel Ehrhardt, Sprecher der Hotel-Allianz Leipzig. Das Astoria stehe auf Schwemmsand und müsse wegen des feuchten Untergrundes auch extrem teuer abgedichtet werden. Die enormen Aufwendungen seien wirtschaftlich nur zu rechtfertigen, wenn das altehrwürdige Haus ein Fünf-Sterne-Hotel mit 250 Zimmern und einer durchschnittlichen Preisrate von 300 Euro werde. "Aber das funktioniert in Leipzig nicht", so Ehrhardt. "Das Astoria ist ein tolles Gebäude und hat einen Super-Standort für ein Grand-Hotel - wenn wir in München oder Hamburg wären."

Der Experte warnt davor, zu viel von den Käufern zu erwarten. Auch Starwood Capital sei schon in Leipzigs Hotellerie aktiv und könnte deshalb ähnlich wie Blackstone geneigt sein, die bisherigen Renditen nicht durch ein neues Objekt zu schmälern. Auch die beiden übrigen Kaufinteressenten würden mit spitzen Bleistiften rechnen und dabei schnell entdecken, wie risikoreich eine Investition ins Astoria ist.

Aber gleichzeitig räumt Ehrhardt ein, dass es Investoren gibt, für die Rendite nicht alles ist. "Wenn ein Mäzen käme, sähe das anders aus", sagt er. Auch Retsch berichtet, dass derzeit international "viel Geld im Umlauf ist", das Anlagemöglichkeiten sucht.

Gedämpft werden solche Engagements durch Nachrichten wie die über das Schicksal des Grand-Hotels Heiligendamm. Mit diesem Projekt haben Investoren vor wenigen Tagen 127 Millionen Euro verloren. "Das hat viele Anleger verschreckt", sagt Hotelier Ehrhardt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.08.2013

Andreas Tappert

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